News: Sexismus in der Videospielbranche

Lara Croft Sexismus Videospielbranche (1)David Cage, seines Zeichens Videospieldesigner bei Quantic Dream und verantwortlich für Heavy Rain, sprach in einem Interview über die Feinheiten der Charaktererstellung in der Branche. Dabei beklagte er sich, dass weibliche wie männliche Charaktere immer stark überzeichnet dargestellt werden. Beispielsweise mit körperlichen großen Attributen oder beschränktem Intellekt. Im Gegensatz dazu wählte er für sein neues Projekt Beyond: Two Souls eine Frau nicht wegen ihrer Wirkung auf den Spieler, sondern weil sie gut in seine Geschichte passt. Solch eine Frage würde man aber einem Autor oder einem Filmregisseur nie stellen, so Cage. Videospieler seien immer noch mehrheitlich männlich und mögen mehrheitlich sexuell anziehende Charaktere.

Andreas‘ Meinung: Was David Cage anspricht ist wichtig, aber nicht für zu wichtig zu nehmen. Zum einen kann man seine Äußerung als kostenlose Werbung für sein neues Spiel nehmen, zum anderen gibt es auch viele unkluge und ansatzweise sexistische Filme, die dann auch nicht so unerfolgreich sind. Jedoch ist klar, dass bisher Spiele entwickelt wurden, die hauptsächlich auf einfache Emotionen aus sind. Längere oder tiefergehende Gefühle findet man nicht oft, auch weil sie mehr Nachdenken vom Spieler erfordern oder die Entwickler einfach Angst haben, einen Flop zu produzieren. Es sollte eine öffentlich getragene Elite geben, die solche Spiele entwickelt und mit Leben erfüllt. Damit es nicht mehr auf Gewinnen, Töten, coole Sprüche oder Prinzessinnen geht, sondern um zutiefst menschliche Gefühle wie Trauer, Einsamkeit oder der Sinn des Lebens.

Erics Meinung: Es ist wirklich schade, dass Spiele in erster Linie finanziell ausgerichtet sein müssen. Das ist aber auch nur logisch, denn wenn sich ein Spiel nicht gut verkauft, dann kann der Entwickler schon sehr bald die Türen schließen. In vielen Bereichen, seien es Videospiele oder Filme, werden weibliche Individuen auf ein Minimum reduziert. Dass männliche Käuferschichten ein Frauenhintern wohl zumeist mehr anspricht, als der eines Truckerfahrers, dürfte jedem klar sein. Es ist jedoch wichtig, dass man als Mensch mehr sieht, als bloß die Hinterseite einer virtuell designten Frau. Man muss ihre Beweggründe verstehen, ihren Charakter analysieren können und sie muss, wie es Cage bereits in dem Interview gesagt hat, einfach in die Handlung beziehungsweise in den Kontext des Spiels passen. Unsere Gesellschaft muss sich von solch einem Bild wachrütteln, das Individuum zu schätzen lernen und in diesem Falle Spiele verstehen, welche die Thematik begreifen.

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