Review: Soul Eater (Vol. 2)

Soul Eater Vol. 2 (1)Blieb die erste Volume der Anime-Serie Soul Eater einem episodenhaften Aufbau treu, spinnen die nachfolgenden Episoden nun endlich den sehr dünnen roten Faden zu einer inhaltlich stärkeren und somit auch interessanteren Geschichte zusammen.

Soul Eater Vol. 2 (2)Bevor sich unsere Helden aber den allumfassenden Bedrohungen einer Haupthandlung stellen dürfen, müssen sie sich erst einmal dem Schul- und Prüfungsstress stellen. Denn auf der Shibusen, einer Schule in der Menschen zusammen mit ihren Seelenwaffen für den Kampf gegen Monster und Dämonen trainiert werden, sind auch theoretische Prüfungen ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts. Und genau auf so eine Prüfung muss sich unsere bunte Mischung aus Charakteren schon in der ersten Episode der vorliegenden Volume vorbereiten. Dabei gehen sie aber mit völlig unterschiedlichen Methoden an diese Aufgabe heran. Hauptprotagonist Soul Eater verhält sich noch relativ normal und versucht einfach nur so viel wie möglich zu lernen und sich dabei so viele Spickzettel wie möglich zu erstellen, während seine fleißige und verantwortungsbewusste Meisterin Maka schon Wochen vorher prüfungsbereit war, um ihrem Titel als beste Schülerin der Schule gerecht zu werden. Der energische, eingebildete aber gewiefte Black Star hingegen versucht noch am Tag zuvor die Lösungen aus dem Büro des Lehrers Doktor Franken Stein zu stibitzen, um sich einen unfairen Vorteil zu sichern. Dabei lässt er sich auch absolut nicht von seiner gütigen und freundlichen Seelenwaffe Tsubaki abhalten.

Starke Antagonisten

Soul Eater Vol. 2 (3)Und der Sohn des Schulleiters, Death the Kid, ist sich natürlich sowieso zu fein, um auch nur eine Minute in seine Ausbildung zu investieren und frönt lieber seinem Hobby, der Symmetrie. Ähnlich sehen das auch seine beiden Seelenpistolenschwestern Liz und Patty, die kurzerhand das Prüfungsmaterial in Papierkunst verwandeln. Während unsere vielfältigen Charaktere noch dem Alltag nachgehen, wissen sie nicht, dass sich im Hintergrund schon längst ein einheitliches Feindbild formiert. Soul und seine Kameraden erfahren von einem ausgewachsenen Kishin, dessen Entstehung zu verhindern eigentlich die Hauptaufgabe der Schüler ist. Dabei handelt es sich um einen Dämonengott, der unter dem Schulgelände der Shibusen schon seit Ewigkeiten, eigentlich gut versiegelt, ruht. Leider hat die Hexe Medusa die Absicht genau diesen Kishin mit Hilfe von schwarzen Blut wiederzuerwecken. Der immerwährende Kampf gegen die Hexen scheint sich einem kritischen Punkt zu nähern. Unterstützt wird Medusa von dem diffusen Charakter Chrona, der mit seiner Seelenwaffe, dem kreischenden Dämonenschwert Ragnarök, zweifellos zu den stärker charakterisierten Persönlichkeiten der Anime-Serie gehört. Sie hatten schon in der ersten Volume einige kleine Auftritte, aber erst jetzt werden sie zu vollständigen Antagonisten ausgebaut. Besser spät als nie, wie ein bekanntes Sprichwort heißt.

Forcierte Handlung

Soul Eater Vol. 2 (4)Dieses bizarre Duo, bei dem die Waffe Ragnarök seinen ängstlichsten, aber nicht minder verrückten Meister, unterdrückt, reiht sich hervorragend in die restliche Truppe ein. Durch die bestehende Bedrohung kommt tatsächlich so etwas wie eine richtige Dramatik und Spannung auf. Die Anzahl der Filler-Episoden hält sich auch merklich in Grenzen, um den Story-Fluss nicht unnötig zu unterbrechen. Dabei ist es natürlich klar, dass der schräge Humor Stück für Stück in den Hintergrund verschoben wird, weil er für die normale Rahmenhandlung vielleicht sogar störend empfunden werden könnte und den Auseinandersetzungen einfach den Ernst nimmt. Er verschwindet natürlich nicht vollkommen, sonst hätte die Serie den größten Teil von dem verloren, was sie ausmacht. Dazu könnten sich das skurrile Pack an Charakteren in den insgesamt dreizehn Episoden auch gar nicht zusammenreißen. Die meisten Persönlichkeiten aus Soul Eater bleiben natürlich ihren Prinzipien treu. Einige wenige und vor allem hauptsächlich die, die eher im Hintergrund aktiv sind, sind dennoch von einer Charakterentwicklung und unerwarteten Enthüllungen betroffen. Dr. Franken Stein zum Beispiel, offenbart im Laufe der Handlung ganz neue Seiten, die er zuvor noch nie gezeigt hatte. Grandios!

Sparflammen-Umsetzung

Soul Eater Vol. 2 (5)Am visuellen Stil hat sich nicht viel getan, denn noch immer grinsen die Gestirne hämisch auf unsere Charaktere hinab, als würden sie das irrwitzige Geschehen auf der Erde einfach nur interessiert beobachten. Und die zeichnerische Metapher des Todes durchzieht sich durch den ganzen Anime. Meistens unscheinbar in den Hintergründen versteckt, wie zum Beispiel im Design des Mobiliars. Denn die Serie versteckt sich nicht vor seiner japanischen Herkunft. Deswegen steht neben der deutschen Synchronisation auch die japanische mit deutschen Untertiteln zur Auswahl. Die deutsche fällt dabei verhältnismäßig ordentlich aus. Stark verstellte Stimmen, wie die extrem künstlich hohe von Chrona und das Gekreische seines Dämonenschwertes, können natürlich nicht die ursprünglichen Qualitäten der japanischen Sprecher erreichen. Dafür gibt es auf der anderen Seite auch einige einprägsame deutsche Stimmen. Die Hexe Medusa, gesprochen von Traudel Sperber, gehört zum Beispiel zu diesen. Seltsamerweise bleibt das Intro zum Anime auch nach über 25 Folgen noch immer gleich. Der Abspann dagegen ist neu. Insgesamt bietet das zweite Volumen mit einer Laufzeit von 260 Minuten eine Menge Filmmaterial, dafür aber keine Zusatzinhalte oder sonstige Spielereien – abgesehen vom Wendecover. Präsentiert wird nur die blanke Serie, was im Grunde ja nichts Schlechtes ist.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Die sehr schlichte Aufmachung der DVDs und dessen Inhalt rührt sicherlich auch daher, dass die Serie nun auch schon etwas älter ist und längst im Netz offiziell geschaut werden kann. Das schmälert aber nicht meinen insgesamt positiven Gesamteindruck, denn das zweite Volumen punktet eindeutig mit einer bodenständigen Handlung ohne dabei dem Witz und Humor einen allzu großen Riegel vorzuschieben. Vor allem die Charaktere machen Lust auf mehr. Besonders weil noch eine Menge Fragen unbeantwortet blieben und auch der eine oder andere Charakter vielschichtiger ist, als er vorgibt. Mitunter ein Grund, warum ich mich auf die nächsten Folgen freuen werde. Bisher gefällt mir der Anime nämlich echt gut!

Vielen Dank an Polyband für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Soul Eater (Vol. 2)!

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