Review: Rurouni Kenshin: The Chapter of Atonement

Rurouni Kenshin - The Chapter of Atonement (1)Viele Geschichten enden oft tragisch. Die Serie Rurouni Kenshin erhielt 2001 in Japan mit dem Kapitel der Sühne seinen offiziellen Abschluss, wenn auch weitere Produktionen zum Franchise auch Jahre später veröffentlicht wurden.

Rurouni Kenshin - The Chapter of Atonement (2)Wie Rurouni Kenshin: New Kyoto Arc ist auch Rurouni Kenshin: The Chapter of Atonement auf zwei Original Video Animations aufgeteilt. Besonders interessant könnte der Abschluss für Kenner der Manga-Vorlage und Nichtkenner der Anime-Serie sein. Die Handlung beginnt mit dem Ausbruch des Ersten Japanisch-Chinesischen-Kriegs am ersten August 1984. Der junge Kenshin Himura entzieht sich nicht seiner Pflicht und dass, obwohl er vor vielen Jahren beschlossen hat, niemanden mehr umzubringen. Er zieht wie viele andere männliche Japaner zu dieser Zeit in den Krieg, um die Streitigkeiten aufgrund des politischen Status Koreas im Konzert der asiatischen Mächte zu beenden. Als der Krieg am 17. April 1895 vorbei ist, kehrt er jedoch nicht nach Hause zurück. Grund dafür ist eine Krankheit, für die es keine Heilung gibt und Kenshin vergessen lässt, wo sein Herz hingehört. Auch Kaoru, die mittlerweile seine Frau ist, leidet an dieser Krankheit. Sie hat sie in Liebe zu Kenshin freiwillig aufgenommen. Kaoru wartet auf Kenshins Rückkehr in Yokohama. Tag für Tag sucht sie den Hafen in der Hoffnung, Kenshin endlich wiederzusehen, auf. Da das Warten für sie unerträglich wird und es ist ihr gesundheitlich wie ihrem Mann jeden Tag schlechter geht, erinnert sie sich an alte Tage. Sie erinnert sich an die Höhen und Tiefen, die sie mit Kenshin durchmachen musste.

Für Kenner und Nichtkenner

Rurouni Kenshin - The Chapter of Atonement (3)Dabei werden mehr Auszüge aus dem Manga in einen Anime verwandelt, als es Szenen in der Serie gab, an die sie sich erinnern könnte. Dieser Weg gefällt uns sehr gut, da Nichtkenner des Mangas somit einige neue Einblicke erhalten und Manga-Leser endlich diverse Geschichten in bewegten Bildern sehen können. Wer die Anime-Serie nicht kennt, der freut sich hingegen darüber, die ganze Geschichte grob umrissen kennenzulernen. Das ersetzt aber auf keinen Fall das Gewicht der Serie, denn nur wer diese gesehen hat oder sehen möchte, wird die Handlung von Rurouni Kenshin durchgehend verstehen beziehungsweise nachvollziehen können. Jeder deutsche Anime-Publisher darf sich jetzt gerne angesprochen fühlen, denn es wäre sicherlich nicht verkehrt, die Anime-Serie Rurouni Kenshin endlich in Deutschland zu veröffentlichen. Eventuell würde sich daran sogar ein Fernsehsender beteiligen. Zu wünschen wäre es. Wer sich für die japanische Geschichte interessiert, wird von The Chapter of Atonement vielleicht etwas enttäuscht sein, da die historischen Fakten nur grob umrissen werden und nicht so viele Geschehnisse erklärt werden. Uns fehlt die Erklärung für den Krieg, was die Stimmung Japans zu dieser Zeit mitunter ausdrücken kann. Dafür erfährt man, dass den Samurai (1876) das Tragen ihrer zwei Schwerter in der Öffentlichkeit untersagt wurde.

Elegische Grundstimmung

Rurouni Kenshin - The Chapter of Atonement (4)Auf der optischen Seite ist The Chapter of Atonement ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite erblicken wir wieder wunderbare Umgebungen. Vom Hafen Yokohamas bis zu Kirschbäumgärten wird Japan in seiner vollen Pracht dargestellt, auch wenn der westliche Einfluss sich nun endgültig bemerkbar macht. Auf der anderen Seite stehen jedoch wirklich schwache Animationen und vor allem Gesichtszüge. Viele Charaktere, insbesondere Kenshin und Kaoru, wirken so, als ob ihr Gesicht gleich schmelzen würde. Wenn man so das für die damaligen Verhältnisse hohe Alter der Charaktere darstellen wollte, dann haben die Köpfe hinter dem Projekt leider keine gute Arbeit geleistet. Zudem wirken die selbst für Japan sehr merkwürdigen Augen der Charaktere mehr als befremdlich. Atmosphärisch hat das jedoch den Vorteil, dass die Grundstimmung von Anfang bis Ende sehr elegisch ist und man sich auf ein trauriges Finale einstellen kann. Das Bild in 1080p und im 16:9-Format kann sonst aber mit treffenden Farben aufwarten. Unterstützt wird das durch die deutsche Synchronisation und die japanische Originaltonspur (jeweils in Dolby Digital 2.0) 82 Minuten lang sehr, sehr gut. Wer auf Bonusmaterial hofft, der wird aber enttäuscht. Wer die komplette Reihe verfolgt hat und noch einmal im Schnelldurchlauf Revue passieren lassen möchte, greift unbedingt zu!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich gebe es nur ungern zu, aber Rurouni Kenshin: The Chapter of Atonement hat mir nicht nur eine Träne entlockt. Obwohl ich wohl keine so große Bindung zu den Charakteren hatte, wie es vielleicht ein Fan, der alle Mangas verschlungen und jede Episode gesehen hat, habe ich für Shinta und Kaoru vollstes Mitgefühl. Auch dass sich Kenshin nicht der Verantwortung entzieht und selbst als Pazifist in den Krieg zieht, beweist die großartige Handlung des Franchises und die Ernsthaftigkeit, sich mit solch schwierigen Themen auseinander zusetzen. Leider kann ich mich dafür aber nicht so wirklich an die schrulligen Gesichter der Charaktere gewöhnen. Versteht das bitte nicht falsch – die Gesichter entsprechen einer Mixtur aus japanischen Augen und westlichen Gesichtszügen. Die viel zu runde Nase für einen Anime gibt dem Stil der Charaktere den Rest. Dadurch kann zwar die elegische Grundstimmung unterstützt werden, doch man hätte sich meiner Meinung nach eher auf die alten Stile des Franchises besinnen sollen. Obwohl die Geschichte von Kenshin beziehungsweise Shinta und Kaoru tragisch endet und in unseren Herzen auf alle Zeit einen hohen Stellenwert einnimmt, bleibt dennoch das Potential für eine Fortsetzung. Ich möchte an dieser Stelle nicht spoilern, aber die Geschichten einiger Charaktere können ruhig zu Ende erzählt und die Handlung ins zwanzigste Jahrhundert geführt werden – mit anderen Schwerpunkten natürlich. So oder so bleibt bei mir das Verlangen, Rurouni Kenshin als Serie zu sehen und hoffe somit sehr, dass sich ein Publisher der Veröffentlichung hierzulande annehmen wird. Mit der Zusammenfassung von Rurouni Kenshin: The Chapter of Atonement alleine wird man meiner Meinung nach nämlich nicht glücklich werden.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Rurouni Kenshin: The Chapter of Atonement!

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