Preview: Final Fantasy XIV: A Realm Reborn

Final Fantasy XIV - A Realm Reborn (1)Embargos gehören neben Schreibblockaden zu den größten Gegnern eines Redakteurs. Da will man so gerne über ein gutes Spiel berichten, kann oder darf es aber nicht. Zum Glück ist das Embargo zu Final Fantasy XIV: A Realm Reborn endlich gefallen!

Final Fantasy XIV - A Realm Reborn (2)Merkwürdige Design-Entscheidungen, zu wenige Quests und zu sperrig. So und nicht anders fällt der Tenor aus, wenn man sich Rezensionen zu Final Fantasy XIV aus dem Jahr 2010 im Internet durchliest. Bis zu diesem Urteil kamen wir damals übrigens überhaupt nicht. Bei uns hat der Titel schon gestreikt, als wir das Spiel über den Client aus dem Internet herunterladen wollten. Das Online-Rollenspiel aus dem Hause Square Enix lief auch insgesamt alles andere als gut, weshalb die Rollenspielschmiede am elften November 2012 nach fast zwei Jahren den Stecker gezogen hat. Die für März 2011 versprochene PlayStation-3-Fassung ist ebenfalls nie erschienen. Square Enix will Final Fantasy XIV allerdings nicht begraben, denn im Zuge der Server-Abschaltung hat man angekündigt, am Spiel zu schrauben. Die Generalüberholung soll dann im Jahr 2013 erscheinen. Mittlerweile wurde auch schon das Release-Datum bekannt, denn am 27. August 2013 dürfen wir nach Eorzea zurückkehren! In der Zwischenzeit ist in der Fantasy-Welt auch einiges passiert, wie langjährige Spieler sicher feststellen werden. Wir haben an der zweiten und dritten Beta-Testphase teilgenommen, haben mehrere Klassen und Völker ausprobiert, unsere Charaktere jeweils zehn bis zwanzig Stunden begleitet, Dungeons unsicher gemacht und sind natürlich tief in die typisch klassische Story eingetaucht.

Nach der Katastrophe

Final Fantasy XIV - A Realm Reborn (3)Die Spielwelt steht vor einer neuen Ära der Dunkelheit. Überall im Land herrschen Unruhen, denn selbst in Zeiten der Not und dem Auftauchen gefräßiger Monster, bedrohen Banditen, Piraten und maskierte Magier das Land. Wie in früheren Final-Fantasy-Episoden wird auch in der Neuauflage von Final Fantasy XIV das bekannte Kristall-Thema abermals aufgegriffen. In unseren Augen ist diese simple Handlung kein Problem, denn schließlich gibt es in jedem der drei Startgebiete noch eine weitere Storyline, welche die Probleme des jeweiligen Stadtstaates umschreiben. Zusätzlich kommt jede Klasse noch in den Genuss einer exklusiven Geschichte, die zur jeweiligen Gilde passt. Während die fünf Völker des Spiels, die menschenähnlichen Hyuran, die mit Katzenohren und -schwanz ausgestatteten Miqo’te, die an Elfen erinnernden Elezen, die stämmigen Roegadyn und die putzigen Lalafell, die sich dann in zwei Unterarten aufteilen, sich in ihren Attributen nur geringfügig voneinander unterscheiden, verpassen die Klassen unseren Charakteren den nötigen Anstrich. Als Druide teilen wir nicht nur mit Magie aus, können uns in höheren Spielstufen auch eigenständig heilen. Besonders im Gruppenspiel, wo ein Druide sich um die Gesundheit der Gruppe kümmert, ist er ein unverzichtbarer Helfer. Der Thaumaturg wirkt ebenfalls Magie und ein Marodeur geht aggressiv im Nahkampf vor.

Klassenkampf

Final Fantasy XIV - A Realm Reborn (4)Zudem gibt es noch Waldläufer, die eher aus der Ferne oder aus dem Hinterhalt angreifen. In Final Fantasy XIV: A Realm Reborn wird es ebenfalls wieder Handwerksklassen geben, die sich dann wohl weniger auf das Bekämpfen von Monstern, als auf das Herstellen nützlicher Objekte konzentrieren. Besonders toll finden wir jedoch, dass wir nicht zwangsweise wie in anderen Online-Rollenspielen gleich einen neuen Charakter erstellen müssen, um eine andere Klasse spielen zu können. Ab einer bestimmten Levelstufe ist es möglich, mit einem einzigen Charakter mehrere Klassen zu erlernen und außerhalb der Kämpfe jederzeit zwischen diesen zu wechseln. Selbstverständlich beginnt jede weitere Klasse auf dem ersten Level und bisher sieht es so aus, dass diese der Handlungsstrang der Gilde vorenthalten bleibt. Aufgestuft wird die neue Klasse dann durch das gezielte Töten von Monstern. Wer jetzt denkt, dass das Spiel dadurch zum langweiligen Monsterschnetzeln verkommt, der irrt sich. Zwar kämpft man auf der einen Seite natürlich gegen die entsprechenden Gegner, doch füllen wir damit auch unser Bestiarium. Dieses erwartet von uns das Ausradieren einer bestimmten Anzahl entsprechender Feinde. Anschließend hagelt es eine Erfahrungspunktebelohnung. Mit Freibriefen dürfen wir immer wieder sich wiederholende Quests absolvieren, um Langweile zu vertreiben.

Full Active Time Events

Final Fantasy XIV - A Realm Reborn (5)Je schneller wir bei den Freibriefen vorstoßen, also in einer möglichst geringen Zeit so schnell wie nur möglich die gesuchten Items sammeln oder die Gegner besiegen, umso mehr Routine (also Erfahrung) erhalten wir. Eine weitere Auflockerung sind die so genannten Full Active Time Events, kurz Fate. Diese tauchen sporadisch überall in der Spielwelt auf und haben den Vorteil, dass so immer wieder Spieler zusammengeführt werden, die gemeinsam für ein Ziel kämpfen. Bei den Fate-Ereignissen müssen dann Waren vor Monstern beschützt oder auch der eine oder andere Dorfbewohner aus den Klausen von Banditen befeit werden. Manchmal gilt es auch, ausreichend Gegner zu besiegen, ihnen automatisch wertvolle Items abzuluchsen und diese dann innerhalb der Zeit abzuliefern. Je mehr wir uns an den Events beteiligen, desto höher fällt unsere Gewinnbeteiligung in Form von Routine und Gil, sprich der Währung eines jeden Final-Fantasy-Spiels aus. Danach verschwinden jedoch wieder alle Spieler in sämtliche Himmelsrichtungen und verfolgen ihre eigenen Ziele weiter. In den circa vierzig Stunden, die wir in der Beta von Final Fantasy XIV: A Realm Reborn verbracht haben, haben wir jedoch keinen einzigen Gruppenquest erfüllt. Ob sich das auf höheren Stufen ändert, wissen wir jetzt zwar nicht, können uns aber erklären, warum wir auf solche Aufgaben nicht stoßen.

Solisten-Aufträge

Final Fantasy XIV - A Realm Reborn (6)Da jeder Spieler meist die gleichen Aufträge von Nichtspielercharakteren erfüllt, laufen alle Charaktere fast denselben Weg ab. Am Zielort angekommen heißt es dann zum Beispiel eine bestimmte Menge Goblins zu töten. Kämpft bereits ein anderer Spieler mit einem Goblin und wir beschließen, dem Spieler zu helfen, wird uns das Besiegen des Gegners für unseren Quest angerechnet! Was wir in dem einen oder anderen Online-Rollenspiel vermissen, macht Final Fantasy XIV: A Realm Reborn also richtig gut. Es fragt sich nur, wie gut das im Endeffekt im fertigen Spiel funktionieren wird. Die Spielerzahlen von Final Fantasy XIV haben bereits zum damaligen Zeitraum auf Dauer nicht gereicht und da Square Enix weiter auf das altmodische Abonnementmodell setzt, ist es aktuell schwer einzuschätzen, wie gewillt Final-Fantasy-Fans sind, monatlich elf Euro zu bezahlen, um fernab von instanzierten Dungeons auf Dauer alleine zu spielen, um im Grunde immer wieder ähnliche Aufgaben zu erfüllen. Außerdem ist nicht ganz klar, wie die endgültige Server-Struktur aussehen wird. Aktuell tummeln sich in unseren Augen zu viele Nationalitäten auf einem Server. Das Absprechen auf Englisch in Instanzen ist sicherlich kein Problem, doch falls jemand Hilfe bei einer Quest braucht und im Falle dessen deren Bezeichnung nicht übersetzen kann, kann das ziemlich schnell für Frust sorgen.

Zwischen PC und Konsole

Final Fantasy XIV - A Realm Reborn (7)Für weniger Frust könnte die Einbindung einer Voicechat-Funktion helfen. Von der ist bisher nichts zu sehen und wir hoffen, dass man diese Eingabemethode bei der Entwicklung nicht vergisst. Mehr zu sehen ist dafür von der Spielwelt. Alle Orte haben ihren eigenen Charme. Der Stadtstaat Gridania besticht mit dichten Wäldern und plätschernden Bächen. In Ul’dah schnuppern wir die trockene Wüstenluft und bewundern in der Abendsonne die Bohrtürme in der Steppe. In der Küstenregion rund um die Stadt Limsa Lominsa weht hingegen eine frische Brise, doch müssen wir hier noch bemängeln, dass diese Gebiete noch arg karg wirken. Dafür entschädigt der gute Soundtrack, denn neben Stücken von Nobuo Uematsu können uns auch immer wieder die beigesteuerten Tracks von Naoshi Mizuta, Ryo Yamazaki, Tsuyoshi Sekito, and Masayoshi Soken mitreißen. Weniger mitreißen kann uns die Gamepad-Steuerung, die zwar frei konfigurierbar ist, nach einiger Zeit in Fleisch und Blut übergeht und PlayStation-3- und -4-Spieler wohl oder übel akzeptieren müssen, doch Final Fantasy XIV: A Realm Reborn spielt sich am PC dauerhaft weitaus besser angepasst. Während PlayStation-3- und PC-Spieler im August loslegen dürfen, müssen PlayStation-4-Vorbesteller bis nächstes Jahr warten. Wer die Xbox One vorbestellt hat, braucht sich übrigens keine Hoffnung auf den Titel machen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den geschlossenen Beta-Testphasen und der PC-Fassung): Eigentlich wollte ich Ende 2010 ein Review von Final Fantasy XIV tippen, doch da sich der Client des Spiels bei mir verweigerte, hatte ich dazu leider keine Gelegenheit. Daher habe ich mich umso mehr gefreut, dass ich an bisher zwei geschlossenen Beta-Testphasen teilnehmen durfte. Was ich da gesehen habe, hat mich auch sehr zufriedengestellt. Endlich muss ich nicht mehr ständig darauf warten, bis der gewünschte Gegner wieder auftaucht, damit sein Ableben auf meinem Konto gutgeschrieben wird. Jetzt kann ich auch einfach dem Spieler helfen, der sich mit der Bestie beschäftigt und trotzdem bin ich dem Ziel meiner Aufgabe ein kleines Stück nähergekommen. Außerdem gefallen mir die Full Active Time Events, denn wenn ich gerade zum nächsten Zielort laufe und dabei noch ein paar zusätzliche Erfahrungspunkte abgreifen kann, sage ich sicherlich nicht nein. Allerdings gibt es auch ein paar Punkte, die ich an Final Fantasy XIV: A Realm Reborn bemängle. Zum einen fehlt mir das gezielte Zusammenspielen doch ein wenig, denn wenn ich fast nur alleine und ohne Kommunikation spiele, dann kann ich auch einfach einen älteren Teil des Franchises ausgraben und dazu eine noch intensivere Story erleben. Dazu muss ich dann nicht online sein und monatlich elf Euro abdrücken. Das ist sowieso etwas, was ich einfach nicht verstehen kann. Wir schreiben das Jahr 2013 und in meinen Augen sind Abonnement-Modelle nicht mehr zeitgemäß und höchstens als Alternative zu sehen. Mindestens einen Monat werde ich Final Fantasy XIV: A Realm Reborn im August dann aber doch spielen, denn um es nicht spielen zu wollen, hat es mir doch zu gut gefallen!

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