Review: The Starship Damrey

The Starship Damrey (1)In Japan erschien The Starship Damrey als Teil der Guild02-Spielesammlung in den Läden. Hierzulande wird der Titel als Download im Nintendo 3DS eShop angeboten. Allerdings in keinem guten Preisleitungsverhältnis, wie wir schmerzlich feststellen.

The Starship Damrey (2)Vorweg müssen wir erwähnen, dass das Spiel von sich behauptet, experimentell zu sein und will aus diesem Grund keine Anleitungen oder Instruktionen geben. Der Titel disqualifiziert sich aber schon damit, dass dem Download-Spiel eine virtuelle Bedienungsanleitung beiliegt und auch im Spiel erhalten wir hin und wieder Anweisungen, was zu tun ist. Kernelement von The Starship Damrey ist die Handlung, denn von der wissen wir so gut wie nichts. Das klingt im ersten Moment zwar merkwürdig, macht aber insbesondere nach dem Durchspielen mehr als nur Sinn. Jedenfalls erwachen wir in der ersten Szene in einer Kryogenkammer aus dem vermeintlichen Kälteschlaf wieder auf, doch können wir diese Kammer nicht öffnen. Also hacken wir uns kurzerhand in das Betriebssystem des Schiffs und übernehmen im Rest des Abenteuers die Kontrolle über einen Roboter, der die Sauerstoffzufuhr im Raumschiff wiederherstellen muss. Dabei finden wir heraus, was mit der Besatzung passiert ist. Um das zu erfahren, bedarf es jedoch vieler verschiedener Aufgaben. So transportieren wir diverse Gegenstände von einem Ort zum anderen, doch können dabei maximal ein Item aufnehmen. Das ergibt zwar bei der Roboter-Architektur Sinn, doch gibt es bis auf eine Stelle im Spiel auch immer nur ein Item, was gerade anderweitig irgendwo gebraucht wird.

Sinnlos im Weltraum

The Starship Damrey (3)Um anderweitig voranzukommen, müssen wir auch schon mal einen Schalter betätigen. Das war es jedoch und großartiges Hacken, wie wir es am Anfang des Spiels ausführen, gibt es im Rest des Spiels nicht. Weiteren Zugang zum Rest des Schiffes erhalten wir höchstens noch durch Identifikationskarten von toten Crew-Mitgliedern, die kreuz und quer über das Schiff verteilt sind. So müssen wir, wie in vielen Adventures, ständig hin und her sausen, um neue Fortschritte zu erzielen. Ihr dürft uns ruhig glauben, wenn wir euch sagen, dass Backtracking in einem relativ kleinen Spiel doppelt negativ auffällt. Unterstützend kommt zwar hinzu, dass wir niemals mit Items experimentieren müssen, doch wenn wir schon an einem roten Faden durch das Spiel geführt werden, dann sollten wir schon ein paar mehr Möglichkeiten haben. Als Spieler kann man so nicht scheitern, aus Fehlern lernen und die Mechanik verstehen. Ein Punkt, was ein Adventure eigentlich ausmachen sollte. Unser Entdeckergeist wird dafür ein klein wenig geweckt, denn überall im Raumschiff haben sich insgesamt zwanzig Insekten versteckt, die wir aufspüren und vernichten können. Der lustige Moment tritt jedoch dann ein, wenn wir alle Insekten gefunden haben. Das Spiel beglückwünscht uns zu dieser Leistung. An dieser Stelle kurz vorm Ende wollten wir schon kapitulieren, doch es kommt noch besser!

Überraschungen

The Starship Damrey (4)An einigen Stellen im Netz wird das Spiel tatsächlich als Survival-Horror-Spiel angesehen und wenn man die Artikelbeschreibung von Nintendo genau liest, kann man sogar schon fast auf diesen Gedanken kommen. Also überleben müssen wir in diesem Spiel jedenfalls nicht, denn dazu müsste es die Möglichkeit geben, dass wir sterben oder zumindest die Batterie des Roboters aufgebraucht werden können. Gruseln können wir uns übrigens auch nicht. Zwar sind die düsteren Korridore des Raumschiffes nur spärlich beleuchtet, doch dabei kommt keine Angst auf, denn dazu fehlt bedrohliche Musik und ebenso bedrohliche Geräusche. Es gibt zwar die eine oder andere Szene, die als Schockmoment identifiziert werden kann, doch die Entwickler bei Level-5 haben anscheinend noch niemals auch nur einen Teil von Resident Evil, Silent Hill oder vergleichbare Titel gespielt. Obwohl der Titel durch diese negativen Aspekte nach den ersten großartigen Spielminuten von Sekunde an Sekunde an Glanz verliert, kann er dafür mit einem überraschenden Ende wieder punkten. Zumindest dann, wenn man nicht schon längst beim Spielen eingeschlafen ist und nicht eins und eins zusammenzählen kann. Für ganze acht Euro und nur zwei bis drei Stunden Spielzeit steht der Titel in keinem guten Preisleistungsverhältnis, denn die Qualität des Spiels lässt stark zu wünschen übrig!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der europäischen Download-Fassung): Ich bin nicht nur vom Spiel, sondern auch vom Entwickler enttäuscht. Die Videospielschmiede Level-5 kann Spiele mit deutlich besserem Inhalt entwickeln, wie man anhand von Professor Layton und Inazuma Eleven erkennen kann. Ich verstehe nicht, wie man das Spiel ernsthaft auf seine Kunden loslassen kann. Es bietet eine kurze Spielzeit, nur englische Texte, keine Sprachausgabe, wenige Möglichkeiten zur Interaktion, lügt den Spieler bereits nach Spielstart an, ist im Grunde noch nicht einmal vollständig (der komplette Spielinhalt ist erst verfügbar, wenn auf dem 3DS-System schon Liberation Maiden, Aero Porter oder Crimson Shroud installiert ist) und neben der vielleicht ansatzweise noch interessanten Handlung bietet es keinerlei atmosphärische Szenen, die mir im Gedächtnis bleiben. In Japan erschien der Titel immerhin als Retail-Fassung mit ein paar anderen Spielen, doch wenn diese auch nur ansatzweise so stupide und langweilig wirken wie The Starship Damrey, dann erklärt das auch, warum man diese Sammlung hierzulande nicht veröffentlichen will und man noch versucht, mit Download-Angeboten den Käufern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Ich würde es mir zweimal überlegen, ob ich für diesen Download-Titel tatsächlich acht Euro ausgeben möchte. Empfehlen kann ich es beim besten Willen nicht!

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