Review: Inazuma Eleven – Vol. 1

Inazuma Eleven - Vol. 1 (1)Von Juni bis Dezember 2012 zeigte RTL2 die ersten 26 Episoden von Inazuma Eleven und wollte im Anschluss auch die restlichen Folgen ausstrahlen, doch wie wir heute wissen, sind dem Münchner Sender deutsche Anime-Fans mittlerweile fast egal geworden.

Inazuma Eleven - Vol. 1 (2)Bis zum April dieses Jahres zeigte der Sender keine weiteren Folgen, sondern wiederholte die bereits ausgestrahlten Episoden erneut. Auf dem recht frischen Online-Portal, wo RTL2 ein paar ausgewählte Serien wöchentlich fortsetzt, fehlt jegliche Spur von Inazuma Eleven. Zwar kann man auch Inazuma Eleven 2: Feuersturm oder Inazuma Eleven 2: Eissturm auf dem DS spielen, um die weitere Handlung um Mark Evans und seinen Freunden zu erfahren, doch ist das kein Ersatz für die gelungene Anime-Umsetzung der Nintendo-DS-Rollenspiele. Diese beginnt mit dem Eintritt von Mark Evans in den Fußballclub der Raimon Junior High School. Anstatt jedoch Fußball zu spielen, faulenzen die Jungs jedoch den ganzen Tag im Clubhaus, spielen Videospiele und interessieren sich nur wenig für den Sport, den sie eigentlich gerne ausüben wollten. Ein weiteres Problem ist die geringe Mitgliederzahl, denn eine Mannschaft dieser Sportart hat bekanntlich mindestens elf Mitglieder. Da es nicht so aussieht, dass der Fußballverein der Raimon Junior High School so überhaupt jemals ein Spiel gewinnen wird, beschließt die Schulleitung beziehungsweise Nelly Raimon, die Tochter des Schuldirektors, dass der Fußballclub abgeschafft werden soll und stellt der Mannschaft ein Ultimatum. Sie schießen am nächsten Tag ein Tor gegen die Royal Academy oder geben den Sport auf.

Fantasievoller Fußball-Anime

Inazuma Eleven - Vol. 1 (3)Das Problem dabei besteht jedoch darin, dass die Royal Academy die beste Mannschaft des Landes ist und mit einer untrainierten und vor allem unvollständigen Mannschaft kann man nicht einmal einen ebenbürtigen Gegner schlagen. Also suchen Mark und sein Team nach neuen Mitgliedern und finden noch gerade in letzter Minute noch ein paar Mitspieler. Mit dem Trainingshandbuch, welches Mark von seinem Großvater vererbt bekommen hat, will er das junge Team vor der entscheidenden Schlacht mit recht unorthodoxen Methoden trainieren und auf das Match am nächsten Tag einstellen. Die Royal Academy wird, und sonst wäre der Anime sicherlich schnell vorbei, jedoch nicht der einzige Gegner des Raimon-Fußballclubs bleiben. Des Weiteren kämpft das Team auch gegen die Occult Junior High, welches mit der Macht eines Zauberspruchs Mark und seine Freunde fast völlig bewegungslos macht. Dann gibt es da noch die Wild Junior High, die mit aggressiven und teils primitiven Mitteln dem Raimon-Fußballclub zu schaffen macht. Die Brainwashing Junior High analysiert hingegen vor dem eigentlichen Spiel die Taktik und die Spezialfähigkeiten des Gegners und trainiert entsprechend vorab in einem virtuellen Trainingsprogramm, um die Chance eines Siegs zu ermitteln. Inazuma Eleven spart absolut nicht an fantasievollen Fußballmöglichkeiten!

Wertevermittlung

Inazuma Eleven - Vol. 1 (4)Das mag ein wenig an den Anime Kickers erinnern und diese Ähnlichkeiten sind sowohl im Videospiel, als auch im Anime vorhanden. So gibt es im Team die kuriosesten Charaktere, wie zum Beispiel den schwer gebauten Jack Wallside, der bei jeder möglichen Gelegenheit versucht, aufs stille Örtchen und somit Gefahr und Anstrengung zu entfliehen. Der Stürmer Kevin Dragonfly hingegen ist ein Einzelgänger und will am liebsten jedes Tor schießen, ohne andere Mitspieler mit einzubeziehen. Zum Glück gibt es dann auch noch Axel Blaze, der sich der Truppe anschließt und mit einer traurigen Hintergrundgeschichte und einem ruhigen Verhalten für den nötigen Anreiz und Spaß am Fußball im Team sorgt. Leidenschaft, Freude und Zusammenarbeit sind die zentralen Themen, die in Inazuma Eleven behandelt werden. So ist es auch kein Wunder, dass das Team mit zunehmender Freundschaft (und einer daraufhin laufenden Storyline) Spezialfähigkeiten entwickeln, die das Zusammenspiel stärken und mit netten Effekten aufgewertet werden. In der Realität wird es wohl kaum möglich sein, dass ein Fußballer von einem anderen drei Meter in die Luft abspringt und ein Tor schießt. Ein Tor schießt der Anime jedoch nicht ganz, denn optische Unfeinheiten auf HD-Fernsehgeräten und die durchweg fehlende Tonspur können beinharte Anime-Zuschauer wohlmöglich stören.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 1-7 der Serie): Ich habe den Anime bereits in der zweiten Jahreshälfte des letzten Jahres im Fernsehen verfolgt beziehungsweise im Online-Programm von RTL2. Der Anime bewegt sich auch auf der DVD sehr nahe an der Vorlage und so wird sicherlich jeder Fan von Inazuma Eleven zufriedengestellt. Dazu gibt es auch eine Synchronisation, die nicht so künstlich wie in den Zwischensequenzen auf dem DS wirkt und mit hochwertigen Sprechern aufwarten kann, die man auch aus anderen Serien wie How I Met Your Mother bereits kennt. Die ersten sieben Episoden drehen sich darum, wie man eine Mannschaft aufbauen kann, die eigentlich fast keine Mannschaft (mehr) ist und verbindet das mit menschlichen Werten wie Freundschaft und Zusammenhalt. Dieser soziale Aspekt bindet sich hervorragend in den Action-Anteil des Animes ein, denn in der Realität wären einige der Spezialfähigkeiten, die sich so ergeben, sicherlich verboten und nach den uns wohlbekannten physischen Gesetzen absolut nicht möglich. Da es sich hierbei jedoch um einen Anime handelt, der noch dazu auf einer relativ jungen Rollenspielreihe basiert, kann man da gerne wegsehen. Ich hatte jedenfalls circa 175 Minuten Spaß mit den sieben Episoden und freue mich schon darauf, den Werdegang von Mark, Axel und Co. auch in Anime-Form ein weiteres Mal zu erleben.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Inazuma Eleven – Vol. 1!

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