Review: Tom Clancy’s Splinter Cell: Blacklist

Splinter Cell Blacklist (1)Vor drei Jahren erlebte die Splinter-Cell-Reihe eine Frischzellenkur, die nicht jedem Fan der Serie schmeckte. Der Action-Anteil des Franchises wurde in den Vordergrund gerückt und hat mit dem ursprünglich Serienkonzept nicht mehr so viel zu tun gehabt.

Splinter Cell Blacklist (2)Nachdem Splinter Cell: Conviction die Gemüter spaltete, hatte Ubisoft nach der Präsentation von Splinter Cell: Blacklist auf der E3 2012 zu knabbern, als der Action-Anteil anscheinend nochmals erhöht wurde und die Fangemeinde erbost reagierte. Ein Jahr später ist davon fast gar nichts mehr zu sehen, denn Blacklist präsentiert sich von der Schokoladenseite der Serie – oder auch nicht! Das hängt in erster Linie davon ab, welchen Spielstil wir einschlagen. Vom leisen Vorgehen bis zum lauten Vorpreschen ist alles dabei, was man sich von der Stealth-Action verspricht. Dabei bereisen wir viele exotische und weniger exotische Orte dieser Welt. Geheimagent Sam Fisher erfüllt dabei gerade einen Auftrag in Guam. Plötzlich gibt sich eine Terroristengruppe, die so genannten Engineers, zu erkennen. Unter dem Decknamen Blacklist planen sie einen mehrstufigen Angriff auf die Vereinigten Staaten von Amerika. Da Freiheit und Demokratie in Gefahr sind, wird Fisher zum Leiter von der Organisation Fourth Echelon ernannt. Gemeinsam mit Anna Grímsdóttir, Charlie Cole und Isaac Briggs ist er rund um den Globus beschäftigt, um die Drahtzieher hinter Blacklist zur Rechenschaft zu ziehen. Die Story ist spannend inszeniert, doch bedient sie in erster Linie typische Klischees um Patriotismus und der amerikanischen Vorstellung, dass die Gefahr des Terrorismus vom Islam ausgeht.

Alltag eines Agenten

Splinter Cell Blacklist (3)Um zum nächsten Einsatzort zu gelangen, bedienen wir uns dem Militärflugzeug Paladin. Die Paladin dient als Zentrale, von der aus wir die nächste Mission auswählen und mit dem Team sprechen, um das Flugzeug mit Upgrades auszustatten, unsere Ausrüstung anzupassen oder uns Waffen zu kaufen. Das Geld stellt übrigens die Regierung. Die Höhe des zur Verfügung stehenden Betrages richtet sich nach Erfolg und Vorgehensweise während der Missionen. Erledigen wir die Gegner mit einer bestimmten Waffe, gibt es dafür ebenso eine Gutschrift, wie wenn wir sie nur bewusstlos schlagen. Das Hacken von Laptops und das Einfangen von Terroristen füllen nebenher die leere Kasse auf. Die Missionen fallen jedoch fast alle gleich aus. Es geht immer darum, Hinweise zu Blacklist zu finden. Das macht aber nichts, da das Augenmerk auf dem Vorgehen innerhalb der Levels liegt. Wir entscheiden, ob wir uns von Deckung zu Deckung vorwagen, durch Lüftungsschächte krabbeln oder uns an einem Rohr an der Decke festhalten und nur darauf warten, bis eine Wache auf ihrer Patrouille auftaucht. Im richtigen Moment überwältigen wir die Zielperson und verschwinden dann wieder lautlos im Schatten. Den Körper der Person sollten wir aber gut verstecken, denn wenn jemand darüber stolpert, sind alle Feinde im Umkreis alarmiert und wir haben dann ganz schnell ein Problem.

Favorisieren eines Spielstils

Splinter Cell Blacklist (4)In dem Falle haben wir zwei Optionen. Entweder wir gehen brachial vor und erledigen jeden Gegner mit scharfer Munition oder wir sind so vorsichtig, dass uns keiner der Gegner mehr zu sehen bekommt. Splinter Cell: Blacklist richtet sich damit sowohl an Fans der alten Teile, als auch an die von Splinter Cell: Conviction. Wir haben (bis auf wenige Ausnahmen) immer die Wahl, welchen Stil wir favorisieren, doch egal wie unsere Entscheidung im Endeffekt ausfällt, bleibt Blacklist für uns immer eine Herausforderung. Jeder Stil hat seine Vor- und Nachteile, die es abzuwägen gilt. Passend dazu ändert sich die musikalische Untermalung. Sind wir noch unentdeckt, hören wir außer den Soundeffekten so gut wie gar nichts, doch sobald wir die Aufmerksamkeit der Feinde erweckt haben, dröhnt bedrohliche Musik aus den Lautsprechern. Optisch ist das Spiel ein zweischneidiges Schwert. Den guten Bewegungsanimationen stehen leblos wirkende Gesichtsanimationen gegenüber. Beim virtuellen Tageslicht wirkt die Level-Architektur zudem nicht mehr ganz so imposant wie bei Nacht, die ohnehin fast nur mit dem obligatorischen Nachtsichtgerät zu ertragen ist, da die maximale Helligkeitsstufe des Spiels sehr niedrig ausfällt. Trotzdem ist Splinter Cell: Blacklist gerade deshalb so faszinierend und Fans der ersten Stunde werden mit dem neuesten Serienableger sicher sehr zufrieden sein!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Wii-U-Fassung): Mit Splinter Cell: Conviction habe ich die Serie vor zwei Jahren kennengelernt. Davor konnte ich mich nicht so recht mit dem Franchise identifizieren, da mir das Schleichen mit nur wenig Action genauso wenig angesprochen hat. Dass Splinter Cell: Blacklist noch action-lastiger sein sollte als sein Vorgänger, hat mir aber genauso wenig geschmeckt wie wohl den meisten Fans, die seit der ersten Stunde mit dabei sind. Nachdem ich Splinter Cell: Blacklist durchspielen konnte, denke ich jedoch anders über das Spiel. Die im letzten Jahr noch groß vorgestellten Action-Eindrücke sind im Spiel fast gar nicht vorhanden. Zumindest nicht, wenn ich es nicht darauf anlege. Ich darf wählen, wie ich während einer Operation in den exotischen Schauplätzen vorgehen darf. Meistens entscheide ich mich für einen Mix aus den Spielstilen und zwar immer so, wie er mir am meisten nützt. Werde ich ertappt, versuche ich natürlich so schnell wie möglich Schadensbegrenzung in der Mission zu betreiben, doch sollten weitere Feinde alarmiert werden, greife ich auch schon mal zum Maschinengewehr oder zu meinem Granatvorrat. Sollte mir meine Ausrüstung nicht mehr meinen Ansprüchen genügen, absolviere ich nebenher kooperativ Missionen oder spiele im Spione-gegen-Söldner-Modus gegen andere Spieler, um meine Kasse aufzufrischen. Am Ende ist und bleibt Splinter Cell: Blacklist für mich ein Stealth-Action-Spiel, welches die besten Elemente der alten Teile und von Splinter Cell: Conviction vereint. Nur von der Story hätte ich deutlich mehr erwartet als den klischeebelasteten Einheitsbrei!

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