Review: Total War: Rome II

Total War - Rome II (1)Die bekannte Total-War-Reihe gibt es jetzt schon seit über ein Jahrzehnt und steht für eine strategisch realistische Kriegserfahrung und Simulation, die ihres gleichen sucht. Nun wird mit Total War: Rome II einer der ältesten Teile neu aufpoliert.

Total War - Rome II (2)Während wir mit Total War: Shogun 2 im Japan des 16. Jahrhunderts unterwegs waren, unternehmen wir mit Rome II einen etwas größeren Sprung in die Vergangenheit. Hier führt es uns in das Jahr 272 vor Christus, wo Rom neben Griechenland, Karthago, Ägypten und Makedonien die wohl modernste Macht darstellt. Neben den großen Mächten gibt es aber noch viele weitere Stämme, welche immer wieder für Gefahr sorgen. Darunter zählen die verschiedensten germanischen Stämme wie zum Beispiel die Sueben und Goten. In der Kampagne übernehmen wir die Rolle des Oberbefehlshaber der römischen Streitkraft, wahlweise aber auch als Anführer der oben genannten Truppen sowie weiteren spielbaren Fraktionen. Jede Fraktion hat dabei seine eigenen militärischen oder wirtschaftlichen Stärken und Schwächen. Neben den großen und bekannten Parteien gibt es insgesamt 117 Fraktionen, welche aber selbst Geschichtsinteressierten überwiegend nicht bekannt sein dürften. Am Spielprinzip haben die Entwickler von Creative Assembly grundsätzlich nichts geändert. Wir versuchen weiterhin mit anderen Nationen zu verhandeln, unser Reich immer weiter auszudehnen und nebenbei auf Unruhen in den eigenen Reihen acht zu geben. Wenn es zu einer Schlacht kommt, wechselt die Übersichtskarte in den Schlachtfeldmodus, in welchem wir unsere eigenen Einheiten befehligen können – eben so, wie man es bisher kennt.

Umfangreicher Einzelspielermodus

Total War - Rome II (3)Haben wir uns für eine Fraktion entschieden, beginnt unser Aufstieg zu einer großen Nation. Wichtig ist dabei der kontinuierliche Aufbau und Erweiterung unserer Städte, um unseren Handel, die Zufriedenheit des Volkes und die öffentliche Ordnung zu verbessern. Jedes Gebäude bereichert unsere Fähigkeiten in puncto Nahrung, Ordnung oder Handel mit speziellen Waren. Ist die Sicherheit des Volkes gegeben und die Nahrung ausreichend, wächst eine Stadt immer weiter und somit können wir neue Gebäude bauen. Bauen wir an einem freien Platz kein Gebäude, so verkommt diese Stelle in unserer Stadt als Slum und die Bevölkerung wird zunehmend unzufriedener. Daher ist es wichtig, immer ausgewogen eine Stadt zu bebauen, da auch einige Gebäude, wie Militärausbildungsstätten, für negative Ordnung und Nahrungsverbrauch sorgen. Hier ist also eine Menge Feingefühl gefragt. Neben dem Bebauen von Städten gibt es aber auch noch die Forschung, welche in Militär- und Zivilforschung unterteilt ist. Dabei gibt es aber noch Untergruppen, die beim Militär die Bereiche Belagerung, Taktik, sowie Verwaltung und im Zivilbereich Wirtschaft, Philosophie sowie Konstruktion ausmachen. Hier gehen wir gezielt anhand der Forschung in bestimmte Richtungen, um zum Beispiel stärkere Einheiten rekrutieren zu können. Eingesessenen Spielern kommt das alles sehr bekannt vor, was aber nichts Schlechtes zu heißen hat.

Wenige Neuerungen

Total War - Rome II (4)Die meisten größeren Neuerungen machen einen sehr positiven Eindruck. So werden mehrere Regionen zu einer Provinz zusammengefasst, die der Spieler dann als Ganzes verwaltet. So liegt Rom in der Provinz Italia, welche nicht nur aus der Stadt Roma besteht, sondern auch aus Neapolis, Ariminum und Velathri. Allerdings gehören Ariminum und Velathri nicht direkt zu den Gebieten Roms, sondern zu fremden Stämmen. Zu Rom gehören noch Gebiete aus der Provinz Magna Graecia. Europa ist nicht gerade sortiert und der Bevölkerung gefällt es immer besser, wenn sie mit Gleichgesinnten vereint sind, was meist nur durch Krieg zu schaffen ist, um eine Provinz ganz für sich zu erobern. Hat man eine Provinz vollständig erobert, kann man so genannte Edikte veröffentlichen, also für die ganze Provinz geltende Befehle, die zur Verstärkungen, etwa der Kampfkraft führen. Eine Neuerung ist auch, dass nun eine Armee vom Land aus Schiffe beschießen kann und umgekehrt. So können wir in Gefechten mit Schiffen ans Ufer segeln, von dort aus den Feind angreifen und unsere Bodenstreitmacht unterstützen. Negativ ist uns bisher nur die künstliche Intelligenz aufgefallen, welche in den Schlachten nie so richtig weiß, wie sie nun zu reagieren hat. Wir können unsere Einheiten in verschiedene Formationen stellen und nun sogar mehrere Soldaten auf einen Feind schicken. Die Gegner laufen jedoch oft in die Falle rein oder wählen unlogische Wege. Schade drum!

Viele kleine Details

Total War - Rome II (5)Neben der Kampagne dürfen auch wir ein schnelles Gefecht starten, in dem wir über eine gewisse Geldsumme verfügen, welche wir für Einheiten ausgeben dürfen. Ist die Einheit zusammengestellt, versuchen wir in der Schlacht den Computergegner zu besiegen. Neben diesem Modus gibt es auch eine kurze Mehrspielerkampagne zwischen zwei Parteien aus je einem Spieler und dann gibt es noch den Coop-Modus für zwei Spieler, in dem wir gemeinsam Aufgaben erledigen können. Der Multiplayer-Anteil verfügt so über keine großen Neuerungen und hält sich eher verlegen. Dafür bietet Einzelspielerkampagne endlosen Spaß und das stellt uns voll und ganz zufrieden. Hübsch anzusehen ist hingegen die Grafik, da sich der Entwickler diesmal ein bisschen mehr Mühe gegeben hat. Nun haben Einheiten nicht mehr dieselben Gesichter, wenn sie im Glied stehen, sondern können alle mit ihrer eigenen Persönlichkeit glänzen. Auch sehr schön sind die Kleinigkeiten auf dem Schlachtfeld, wie das Schreien einer Legion, wenn sich der Feind nähert oder das nervöse Schlagen mit den eigenen Schwertern auf die Schilde. Hier unterscheiden sich auch wieder einige Nationen. Die Sueben rennen schreiend in das Getümmel, während die Spartaner immer ruhig stehen bleiben und man ihnen keine Angst anmerkt, wenn der Feind auf sie stürmt. Nett ist auch die Funktion einer Verfolgungskamera, welche das Schlachtfeld nochmals schöner in Szene setzt.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit: Als großer Fan der antiken Geschichte hat mich Total War: Rome II sehr zu begeistern gewusst. Zwar spürt man hier und da leider noch die Aussetzer der künstlichen Intelligenz, jedoch ist das Gesamtpaket stimmig. Die Einheiten sehen wirklich aus wie zur damaligen Zeit, man bekommt eine große Vielfalt an Einheiten geboten und die Idee mit den einzelnen untereinander aufgeteilten Provinzen ist hervorragend. Ebenso ist die Vereinfachung der Forschung für mich ein großer Pluspunkt. Negativ ist wie schon erwähnt die Computer gesteuerte Dummheit, sowie die politische Ebene im Spiel. Leider haben die Ratsmitglieder anderer Häuser keinen wirklichen Einfluss auf mein Handeln und somit dienen politische Intrigen wirklich keinem etwas. Töte ich einen General einer anderen Familie, so muss ich mit keinen Konsequenzen rechnen. Ist meine Partei prozentual die schwächte in der Regierung, habe ich auch mit keinen Auswirkungen zu kämpfen. Hier hätte man sich durchaus mehr einfallen lassen können, um dem Spieler das Leben im alten Rom besser zu gestalten.

Vielen Dank an Deep Silver für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Total War: Rome II!

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