Review: Shi Ki (Band 3)

Shi Ki (Band 3)Nachdem sich die Lage im sonst so ruhigen Bergdorf Sotoba nicht bessert, breitet sich langsam aber sicher Panik unter den verängstigten Bewohnern aus. Der einzige anwesende Arzt in dem rituell veranlagten Dörfchen Ozaki ist völlig überarbeitet und macht sich zu allem Überfluss auch noch selbst für die vielen Verstorbenen verantwortlich, dessen genaue Todesursache er immer noch nicht zu prognostizieren im Stande gewesen ist. Zudem zeichnet sich im Dorf ein seltsamer Trend ab: Viele Dörfler ziehen urplötzlich um – ohne Ankündigung! Dass das nicht nur an der normalen Landflucht liegen kann, folgert auch Ozaki, als er die merkwürdige Verbindung zwischen den Opfern bemerkt. Außerdem scheint jemand hinter seinem Rücken seine Arbeit zu manipulieren – jedenfalls verschwinden wichtige Unterlagen und die Totenscheine spurlos. Der Verzweiflung nahe, kann er sich dennoch wieder fangen, als der von Muroi, dem Priester, mit dem Konzept der Okiagari, sogenannte Wiedergänger, vertraut gemacht wird. Dass an dieser Sache etwas dran sein könnte, meint auch Natsuno Yuki, der sich immer noch von seinem verstorbenen Schwarm Megumi verfolgt fühlt. Er wird einfach den Gedanken nicht los, dass mit ihrem Tot irgendetwas nicht in Ordnung sein kann. Dieser Gedanke manifestiert sich zunehmend in seinem Kopf, aber auch in denen anderer Dörfler.

Geisterstunde

Öffentlich äußern will sich darüber natürlich niemand, schließlich will man nicht für dumm verkauft werden. Übernatürliche Phänomene in Form von Vampiren, Zombies oder Okiagari sind reiner Unfug, sowohl für uns, als auch für die Bewohner Sotobas – sollte man jedenfalls meinen! Natsuno will Gewissheit, aber die kann er sich nur verschaffen, indem er sich Zugang zu Megumis Grab verschafft. Davor schreckt er in einer schaurigen Nacht-und-Nebel-Aktion auch nicht zurück. Die Angst vor dem Unbekannten, die primär bis jetzt vom Autor Fuyumi Ono erzeugt wurde, gerät nun fast vollständig in den Hintergrund und tatsächliche Gegner, eben die Okiagari, manifestieren sich im Gegenzug. Der Auftakt des elfteiligen Horror-Trips ist sozusagen geschafft und der Hauptteil beginnt. Das erkennen wir auch daran, dass Fuyumi Ono in diesem Band noch unglimpflicher und lapidarer mit seinen Charakteren umgeht. Er verabschiedet sich sogar von Figuren, denen er im Band zuvor besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt hat und deren Handlungsstrang gerade anfing besonders interessant zu werden. Das verstärkt natürlich die beklemmende Atmosphäre und das tiefsitzende Gefühl einer trügerischen Sicherheit, die sich auch sehr ansehnlich im speziellen und verschroben undurchsichtigen Zeichenstil widerspiegelt.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas’ Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Übernatürlich Ereignisse sind für die Bewohner Sotobas (selbst für den Priester) genauso unnormal wie für uns, sodass es mich besonders interessiert hat, wie beispielsweise ein Mann der Wissenschaft, wie Ozaki, mit dieser Enthüllung umgeht und was er tun wird, um sein Heimatdorf und seine Mitbewohner zu schützen. Endlich nimmt die Handlung an Fahrt auf und steuert einen spannenden Höhepunkt nach dem anderen an. Mit dem nächsten Band ist schon fast die Halbzeit erreicht, aber dennoch bin ich schon heiß darauf, wie es weitergeht. Schließlich besitzt der Autor genauso wenig Skrupel, wie die Okiagari, wenn es um seine Charaktere und Handlungsstränge geht, sodass ich mich als Leser wirklich noch auf alles gefasst machen muss.

Vielen Dank an Egmont Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Shi Ki (Band 3)!

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