Special: Im Zeichen des Remakes

Remakes und Neuerscheinungen (1)Noch nie gab es so viele Remakes und Neuveröffentlichungen wie in unseren heutigen Tagen der Videospielgeschichte – die einen lieben sie und die einen hassen sie. Aber die Kontroverse über ihre Existenzberechtigung gab es schon immer.

Remakes und Neuerscheinungen (2)Auf den ersten Blick scheint es natürlich völlig offensichtlich, warum Publisher überhaupt erst Neuveröffentlichungen von bereits erschienenen Spielen anstreben. Schließlich bedeutet ein weiteres Spiel gleichzeitig auch neuen Umsatz, doch gibt es daneben noch einige weitere Gründe. Manche Firmen entscheiden sich erst ein Remake zu veröffentlichen, bevor sie ein Franchise fortsetzen wollen. Das im Jahr 2011 erschienene Star Fox 64 3D, basierend auf dem Nintendo-64-Klassiker, fällt unter diese Kategorie. Nach Nintendos eigener Aussage hängt es von den Verkaufszahlen der 3DS-Portierung ab, ob ein Nachfolger überhaupt erscheinen noch wird. Schließlich wünschen sich Fans schon lange etwas Neues in diese Richtung. Ähnlich sieht es derzeit mit der Neuauflage von DuckTales aus, welches erstmals 1989 für das Nintendo Entertainment System erschienen ist. Publisher Capcom kann es sich durchaus vorstellen, weitere Klassiker wiederzubeleben, wenn sich das Remake, welches unter anderem für Nintendo Wii U, Xbox 360 und PlayStation 3 erschienen ist, gut verkauft. Ein Remake fungiert sozusagen manchmal als Testobjekts eines Unternehmen, welches herausfinden will, ob eine bestimmte Videospielreihe unter heutigen Gesichtspunkten bei der Masse ankommt. Schließlich hat sich in den letzten 24 Jahren einiges im Videospielsektor getan!

Remakes – die besseren Originale

Remakes und Neuerscheinungen (3)Ein Vorteil sollte aber allen und allen voran dem jüngeren Publikum klar sein. Remakes machen es überhaupt erst möglich, relativ unkompliziert ältere Spiele nachzuholen, ohne sich um längst vergessene Konsolen zu kümmern. Die Anschaffung einer alten Konsole kann in einigen Fällen sehr teuer werden. Wer die Metal-Slug-Reihe nachholen möchte, zahlt für die  Neo-Geo-Module horrende Preise. Günstiger geht es mit der Spielesammlung für Nintendo Wii und der PlayStation 2. Neben der Ausstattung mit modernen und gängigen Features, wie die Einbindung von Erfolgen oder Social-Media-Inhalten, sind bei längst erschienenen Spielen natürlich auch eine Menge Bugs, Spielfehler, Balancing-Probleme und auch generelle Mängel am Spiel und Gameplay selbst bekannt geworden. Remakes haben hier die Möglichkeit, technische Mängel auszumerzen und sogar noch am Spiel selbst zu feilen. Die Mischung macht es aus, denn wird zu viel verändert, raubt man dem Spiel seinen Charme und verärgert Fans. Zudem würden die Entwickler unklug handeln, würde man freiwillig auf den Nostalgiebonus vieler Spiele verzichten. Fans sind technischen und grafischen Updates meist nicht abgeneigt. Tomb Raider hat in diesem Jahr bewiesen, wie man ein Spiel auf eine neue Stufe hievt – auch wenn sich der Gameplay-Fokus deutlich auf die Action verschoben hat.

Neu ist nicht immer besser

Remakes und Neuerscheinungen (4)Bevor aber groß Kritik geübt wird, sollte man natürlich wissen, was man überhaupt vor sich hat. Ein Remake ist nicht immer gleich ein Remake. Zwischen Remakes beziehungsweise Neuauflagen und HD-Remakes liegen genauso große Welten wie zwischen einer simplen Portierung und HD Collections. Die Industrie kennt viele Namen, um ihr Produkt passend zu umschreiben. Das ist aber noch nicht weiter schlimm, solange wenigstens das neue Spiel nicht schlechter ist, als das Original. Konami hat zum Beispiel mit der Silent Hill: HD Collection bewiesen, dass sie sogar die alt eingefleischten Horror-Fans doch noch einmal kalt erwischen können – aber sicherlich nicht so, wie sie es sich gewünscht hätten. Die zusammenfassende Neuauflagen vom zweiten und dritten Teil der Serie waren hoffnungslos verbugt, hatten eine Menge Steuerungs- und Soundprobleme und dazu noch eine Bildwiederholungsrate, bei der es sogar Gruselveteranen schauderte. Netterweise schob Konami ein verspätetes Update für die leidtragenden Fans hinterher, aber nur für die PlayStation-3-Version. Xbox-360-Spieler müssen noch bis heute in die Röhre gucken und hoffen, dass Konami Gnade walten lässt. Warum sich Konami hier so verhält, liegt sicherlich am finanziellen Interesse. Der Konzern agiert aber auch anders, denn mit der HD Collection von Metal Gear Solid ging es doch auch.

Remake-Raffinerie

Remakes und Neuerscheinungen (5)Die Arbeiten von Nintendo stechen dabei fast schon positiv heraus. Ihre Remakes sind den von anderen Videospielherstellern meistens erhaben. Das kann daran liegen, dass sie darin schon besonders geübt sind, aber nur wenige ihrer Neuauflagen sind bei den eigenen Fans unerwünscht. Die regelmäßigen Pokémon-Remakes sind genauso heiß begehrt wie die der ganz großen The-Legend-of-Zelda-Titel. Man möchte zwar meinen, dass Spiele im Cel-Shading-Grafikstil visuell langsamer altern, aber im Anbetracht der Tatsache, dass sich der GameCube damals miserabel verkauft hat, ist das Remake von The Legend of Zelda: The Wind Waker durchaus gerechtfertigt. Viele Spieler sind trotzdem noch der festen Meinung, dass doch gleich ein neues Spiel der Serie herausgebracht werden könnte, anstatt immer nur Remakes. Dabei wird natürlich vergessen, dass ein Remake wesentlich weniger Zeit und Ressourcen beansprucht, als ein komplett neues Spiel. Auf der anderen Seite können mache Spieler nicht verstehen, wieso einige Klassiker einfach nicht neu aufgelegt werden. Square Enix besitzt eine erstaunlich hohe Remake-Veröffentlichungsquote. Zu Final Fantasy VII oder VIII dürfen wir aber sicherlich noch einige Generationen warten, da eine Umsetzung auf heutigen Konsolen angeblich zu kostspielig sei. So wirklich glauben wollen wir das nicht.

Unvergessliche Remakes

videoimageBis dahin können und müssen die Hersteller die Fans mit anderen Remakes vertrösten, die wir euch zum Teil wirklich bedingungslos empfehlen können. Die Resident-Evil-Reihe wäre ein Paradebeispiel dafür. Bereits 2002 kündigte Capcom an, dass Resident Evil in Zukunft nur noch für Nintendo-Plattformen erscheinen soll – was daraus geworden ist, wissen wir heute nur zu gut. Trotzdem hat man die klassischen Resident-Evil-Teile von der PlayStation auf den Spielewürfel gut portiert. Im Falle des ersten Teils kann man auch von einem hervorragenden Remake sprechen. Man hat sich hier absolut nicht von den Wurzeln der Reihe entfernt und in Resident Evil noch immer das Spiel gefunden, welches man bereits kannte. Später wurde noch Resident Evil 4 vom Gamecube auf die Wii portiert und selbst Resident Evil und dessen chronologischer Vorgänger Resident Evil hat den Weg in der Form von Resident Evil: Archives auf die Wii gefunden. Sehr interessant ist auch Black Mesa, basierend auf dem Ego-Shooter-Meilenstein Half-Life. Darin dürfen wir uns diesmal in einer detailreicheren Anlage umschauen – und das auch noch kostenlos! Möchten manche Spieler Neuveröffentlichungen auch verschmähen – sie müssen sie ja nicht kaufen. Erspart bleiben sie uns sowieso nicht und wer gerne mal ein Spiel im frischen Gewand nachholen will, wird sich darüber freuen.

Geschrieben von Jonas Maier und ergänzt von Eric Ebelt

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