Review: Ip Man – The Final Fight

Ip Man - The Final Fight (1)Mit Ip Man und Ip Man 2 erschienen zwei tolle Filme über einen der größten Kampfkünstler aller Zeiten. Ip Man Zero erzählte zu beiden Filmen die Vorgeschichte, während Ip Man – The Final Fight ein Sequel zu Ip Man 2 darstellt.

Ip Man - The Final Fight (2)Während Ip Man 2 nur lose auf dem Leben von Yip Man in Bezug auf sein Leben in der Stadt Hongkong basierte, nähert sich der Film Ip Man – The Final Fight der Realität an. Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs, sprich in der Nachkriegszeit, reist der Wing-Chun-Großmeister Ip Man nach Hongkong, um neue Erfahrungen zu sammeln und seine Krankheit zu kurieren. Seine Frau bleibt währenddessen in Fóshān, um beim gemeinsamen Sohn zu verweilen, der dort die Schule besucht. In Hongkong unterrichtet Yip Man seine Schüler, doch will er kein Schild an den Räumlichkeiten anbringen, denn auch wenn das Schild gut für seine Schule wäre, sei dass seiner Meinung nach wie einem Geschäft, doch verkaufe er nichts. Er möchte seinen Schülern Wing Chun beibringen, um sich sportlich aktiv zu halten. Einige verstehen das natürlich nicht und setzen die erlernte Kampfkunst im Kampf ein und bringen sich damit das eine oder andere Mal in Schwierigkeiten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Leben seiner Schüler, die neben dem täglichen Training auch einer Beschäftigung nachgehen. Unter seinen Schülern werden welche entlassen, weil sie der Gewerkschaft einer Firma angehören und unter ihnen gibt es Streit, da sie alle angeblich unterschiedliche Löhne erhalten. Einer ihrer Aufstände wird brutal niedergeschlagen – es herrschen raue Sitten in Hongkong.

Auszug seines Lebens

Ip Man - The Final Fight (3)Yip Man hat auch mit weiteren Tiefschlägen zu kämpfen. Nachdem seine Frau ihn für einige Tage in der Hafenstadt besuchte, reiste sie wenige Zeit später wieder ab. Es war das letzte Mal, dass Yip Man sie gesehen hat, da kurz nach ihrer Abreise die Grenzen zwischen der Volksrepublik China und Hongkong dichtgemacht worden sind (Hongkong war bis 1997 unter britischer Kontrolle). So erfahren wir im Film Einschnitte von seinem privaten Leben, wie zum Beispiel eine Romanze mit einer Sängerin. Bei diesem ganzen Drama vergisst man stellenweise, dass es sich immer noch um einen Martial-Arts-Film handelt. Kämpfe zwischen verschiedenen Meistern und die Auswahl unterschiedlicher Kampfstile sind dennoch gegeben. Der Film zielt gegen Ende natürlich daraufhin ab. In der Unterwelt von Hongkong finden illegale Straßenkämpfe statt, in denen auch einer von Yip Mans Schülern involviert wird. Da die Kämpfe auf kurz oder lang vom Veranstalter frisiert werden, wird es ebenso schnell auch Tote geben. Eines dieser Opfer ist Yip Mans Schüler. Als Yip Man davon erfährt, eilt er zum Ort des Verbrechens. Um sein und das eigene Leben zu beschützen, muss er sich dem letzten Kampf seines Lebens stellen. Ob es tatsächlich der letzte Kampf in Yip Mans Leben war, lässt der Film dabei offen. Sicher ist nur, alle Kämpfe dieses Films gut choreographiert sind.

Botschaft eines Kampfkünstlers

Ip Man - The Final Fight (4)Neben den gut choreographierten Kämpfen gibt es viele weitere Punkte, die für einen guten Martial-Arts-Film sprechen. Darunter fallen unter anderem Lebensweisheiten, welche Yip Man an seine Schüler weitergibt und eine beruhigende Wirkung auf sie und sogar uns als Zuschauer hat. Der Film stellt die ruhige und gewissenhafte Art von Yip Man dar und wie er die Welt gesehen hat. Sein wohl berühmtester Schüler Bruce Lee tritt in diesem Film als eine wichtige Randnotiz ebenfalls auf. Es wird ausgesagt, dass es gut ist, dass man Wing Chun der Welt näherbringt und diese Botschaft scheint in der Realität auch angekommen zu sein, da es schließlich genügend Kampfkunstschulen gibt, die Wing Chun unterrichten. Ob Ip Man – The Final Fight nun tatsächlich der Wahrheit über Yip Mans Leben entspricht, können wir leider nur schwer sagen. Der Film wirkt auf uns jedoch sehr viel glaubhafter, da einige Faktoren wie das Alter von seinem Sohn Yip Chun sehr viel eher der Realität entsprechen. Auch die Wahl des Schauspielers von Yip Man ist gut getroffen. Anthony Wong ist nicht zu alt und nicht zu jung, um die Rolle des Großmeister zu spielen. Das technische Gesamtbild in puncto Optik und Akustik stimmt, auch die Synchronsprecher wurden sehr gut ausgewählt (Anthony Wong wird von Bodo Wolf gesprochen!). Schade nur, dass das Bonusmaterial sehr rar ausfällt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ein Traum ist in Erfüllung gegangen, denn als ich damals die Rezension zur Ip Man Trilogy geschrieben habe, habe ich mir eine Fortsetzung der Reihe gewünscht und sie nun bekommen. Schade finde ich dabei nur, dass das Kapitel Bruce Lee schnell übersprungen wurde und quasi nur als Randnotiz im Film in Erscheinung tritt. Da hätte ich mir doch gewünscht, dass Regisseur Herman Yau zunächst hier ansetzt. Eventuell darf ich ja noch einen fünften Teil erwarten, der ebenfalls wieder von Herman Yau und mit Anthony Wong sein darf. Trotzdem kann ich sagen, dass mich der Film durchweg bei Laune gehalten hat. Die Kämpfe sind schön anzusehen und nie übertrieben, die Dialoge mit weisen Ratschlägen und die für chinesische Filme typischen Beschuldigungen mit dem berühmten Fingerzeig auf sein Gegenüber sind ebenfalls wieder mit von der Partie. Wer bereits die drei Vorgängerfilme gesehen hat, wird sicherlich auch mit dem vierten Teil sehr zufrieden sein – auch wenn das berühmte Ip-Man-Thema an keiner Stelle vorkommt. Die Fünfziger und Sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts werden in Hongkong dafür mit einer ebenfalls guten Klangkulisse mit Songs aus dieser Zeit, tollen Requisiten wie Coca-Cola-Schildern und selbst gedrehten Zigaretten gut eingefangen. Besonders gut hat mir die letzte Szene von Ip Man – The Final Fight gefallen. Nicht deshalb, weil sie traurig oder besonders actionreich ist, sondern weil sie Yip Man für die Nachwelt für alle Zeit unsterblich gemacht hat!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Ip Man – The Final Fight!

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