Review: Final Fantasy XIV: A Realm Reborn

Final Fantasy XIV - A Realm Reborn (1)Im Jahr 2010 versuchte Square Enix zum zweiten Mal in die Welt der Online-Rollenspiele einzutauchen. Leider stand Final Fantasy XIV von Beginn an unter einem schlechten Stern und so geschah es, dass die Server im November 2012 erst einmal abgeschaltet worden sind.

Final Fantasy XIV - A Realm Reborn (2)In dieser Zeit und selbstverständlich schon vor dem Abschalten der Server, haben die Köpfe bei Square Enix nachgedacht und sich entschieden, sich bei der Infrastruktur ihres Spiels ein wenig mehr an westlichen Vorbildern wie World of Warcraft und Der Herr der Ringe Online zu orientieren. Das Ergebnis spiegelt sich in Final Fantasy XIV: A Realm Reborn wieder, da bei der Neuveröffentlichung des Spiels fast kein Stein mehr auf dem anderen geblieben ist. Im Spiel wird die Umwandlung der Spielwelt mit dem Vorfall am Ende von Final Fantasy XIV erklärt. Die finale Schlacht auf der Cartenauer Heide ging unentschieden aus. Sowohl auf der Seite der Allianz Eorzeas, als auch auf der Seite des Garleischen Imperiums gab es Verluste. Die Hülle des roten Mondes Dalamud aus Stein und Stahl brach während der Schlacht auf. Der aus seinem Gefängnis befreite Drache Bahamut entlud seinen Zorn auf Eorzea. Seine Wut entlud sich nicht nur auf die Truppen der beiden kämpfenden Seiten, sondern auch auf die Welt. Nur durch die gemeinsamen Kräfte der Krieger des Lichts und von Louisox konnte Bahamut aufgehalten werden. Fünf Jahre später wird das Andenken an die Krieger immer noch aufrechterhalten und neue Abenteurer treten in ihre Fußstapfen. Das müssen sie auch, denn die Garlear bereiten sich auf den nächsten Versuch vor, Eorzea zu unterwerfen.

Einzelspieler-Quests

Final Fantasy XIV - A Realm Reborn (3)Wir möchten an dieser Stelle nicht weiter ins Detail gehen, doch wird die Geschichte von A Realm Reborn spannend und wendungsreich erzählt. Bekannte Charaktere treten erneut ins Rampenlicht und neue Freunde finden schneller als ihnen lieb ist den Tod. Gefangen in einer Welt, die sich auf einen neuen Krieg vorbereiten muss, sind wir elementarer Bestandteil der Vorbereitung auf den Kampf. Auch wenn jeder anderer Spieler nahezu dieselbe Geschichte erlebt, gibt uns das Spiel das Gefühl, dass wir für den Erfolg der Mission verantwortlich sind. Das liegt in erster Linie daran, dass fast alle Quests für Einzelspieler ausgerichtet sind. Egal in welche Himmelsrichtung des Landes wir uns ins Abenteuer stürzen, stets erhalten wir Quests, die wir alleine problemlos bewältigen können. Das heißt aber nicht, dass wir nicht in Gruppen losziehen können – diese Möglichkeit verwehrt uns A Realm Reborn nicht. Nötig könnte das werden, wenn wir höherstufige Aufgaben abschließen wollen. Problem dabei ist nur, dass das Spiel uns gewisse Quests nur ab einer bestimmten Levelstufe annehmen (und abschließen!) lässt. Das Gruppenspiel ist in A Realm Reborn jedoch nicht unwichtig, denn in der Handlung werden wir immer wieder in Situationen gelotst, die wir nur mit anderen Spielern gemeinsam abschließen können. Etwa das Durchforsten eines Dungeons oder das Erledigen einer Bestie.

Schnell ins Gefecht

Final Fantasy XIV - A Realm Reborn (4)An dieser Stelle punktet A Realm Reborn mit seiner Inhaltssuche. Haben wir neue Inhalte für unseren Charakter freigeschaltet, tauchen diese säuberlich gelistet in einer Übersicht auf. Hier wählen wir die Inhalte aus, die wir gerne spielen möchten. Außerdem dürfen wir noch aus den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Japanisch die mögliche Gruppensprache wählen – unsere Mitspieler werden anschließend weltweit und sogar server-übergreifend gesucht. Mit unserer Druidin beziehungsweise späteren Weißmagierin haben wir so schnell die passende Gruppe gefunden. Nur selten mussten wir länger als zehn Minuten warten, um loszulegen. In unserer Testphase haben wir jedoch vernommen, dass Schadensausteiler wesentlich länger für einen Platz in einer Gruppe anstehen müssen, als es bei Heilern oder Verteidigern der Fall ist. Haben wir den Platz in einer Gruppe sicher, muss jeder Spieler noch einmal seine Teilnahme bestätigen, um anschließend zum Eingang des Dungeons beziehungsweise des Einsatzortes teleportiert zu werden. Das Gruppenspiel selbst fühlt sich dann sehr idealistisch an, denn die Rollenverteilung ist klar geregelt. Heiler heilen, Verteidiger verteidigen und Kämpfer teilen bekanntlich den Schaden aus. Aus dieser Rolle auszubrechen ist nicht möglich, da die Plätze für die Klassen geregelt sind. Kombinationsmöglichkeiten in der Gruppe gibt es nicht.

Klassengesellschaft

Final Fantasy XIV - A Realm Reborn (5)Das heißt aber nicht, dass der persönliche Werdegang langweilig ist. Nach wenigen Stunden dürfen wir neben unserer Einstiegsklasse auch weitere Klassen, genauer gesagt jede einzelne Klasse im Spiel, zusätzlich erlernen und sogar auf die Maximalstufe bringen. Zudem bietet A Realm Reborn an, Klassen zu kombinieren. Erreichen wir mit der Druidenklasse Stufe 30 und als Hermetiker Stufe 15, erhalten wir einen Job-Kristall, mit dem wir uns anschließend als Weißmagier versuchen dürfen. Ein paar Fähigkeiten einer anderen Klasse dürfen wir auf der Fähigkeitensymbolleiste auch noch ablegen. Als Weißmagier dürfen wir zum Beispiel durch die Ausbildung als Hermetiker den Virus-Zauberspruch auf einen Gegner abfeuern, um ihn kurzzeitig zu schwächen und so unsere kämpfenden Mitstreiter zu unterstützen. Wer jedoch hofft, aus dieser Klassengesellschaft auszubrechen, wird vermutlich enttäuscht. Enttäuscht sein könnten auch Spieler, die auf ein einfaches Handwerkssystem hoffen. Wir haben uns für den Beruf des Webers entschieden, der ebenfalls als eine separate Klasse auftritt. Wie für die Handwerksklassen üblich, decken wir uns mit Rohstoffen ein, die wir kaufen, erhandeln oder in der Natur selbst finden. Anschließend setzen wir Fähigkeiten ein, um Items herzustellen. Damit hochwertige Items entstehen, müssen wir zunächst viel Zeit ins Handwerken stecken.

Atmosphärische Spielwelt

Final Fantasy XIV - A Realm Reborn (6)Erst ab einer bestimmten Levelstufe dürfen wir auch Items schnell herstellen, doch darunter leidet dann selbstverständlich die Qualität. Wer also hochqualitative Waren fürs Handelhaus herstellen möchte, der kommt um das Investieren von viel Zeit nicht herum. A Realm Reborn bietet also auch Ansätze, die wir in anderen Online-Rollenspielen so noch nicht sahen. Durch die Annäherung an den Westen verliert der Titel jedoch nicht an Identifikation. Überall in der Welt gibt es Chocobos, Mogrys und sogar Magiteks sind zu entdecken. Außerdem wirkt die Welt noch immer so fantastisch, wie eine Mischung aus dem fünften, sechsten, siebten und zehnten Teil der Serie. Untermalt wird das Geschehen jederzeit stimmig mit Soundstücken, die uns auch abseits des Spiels durch den Kopf schwirren. Da das Spiel sowohl auf dem PC, als auch auf der PlayStation 3 und PlayStation 4 erscheint, hat Square Enix von vornherein eine Unterstützung für Gamepads integriert. Das heißt, dass wir den Charakter mit dem linken Stick steuern und mit dem rechten Stick uns in der Gegend umschauen. Fähigkeiten können dann überlappend auf den Aktionstasten abgelegt werden. Wir schalten dann mit den Schultertasten zwischen den Einsatzmöglichkeiten hin und her. Laufen wir nur in der Gegend herum, ist die Methode schonend für die Hände. Auf Dauer bevorzugen wir jedoch die typische PC-Steuerung.

Fades Endspiel

Final Fantasy XIV - A Realm Reborn (7)Wer natürlich nur die Möglichkeit hat, die PlayStation-3-Fassung zu spielen, kann natürlich nicht auf die sonst typische Online-Rollenspielsteuerung, bestehend aus Maus und Tastatur, zugreifen. Wir empfehlen jedoch nach Möglichkeit unbedingt die PC-Fassung, da besonders die Zeitlimitierung zwischen neunzig und 120 Minuten in den Dungeons, das manchmal wichtige Timing bei den Full Active Time Events und die herausfordernden Primae-Kämpfe sehr viel Aufmerksamkeit und Schnelligkeit seitens des Spielers erfordern. So kämpfen wir hier gegen Ifrit, Titan oder Garuda – kein leichtes Unterfangen, ganz besonders in den letzten Spielstunden erfordern diese Kämpfe einiges an Können und guter Ausrüstung ab. Das führt uns jedoch zu der Schattenseite des Spiels, denn unser einziger Kritikpunk ist im Moment nur der Umfang des Titels. Es gibt zwar jederzeit viel zu tun, doch irgendwann haben wir alle Quests erledigt und im Endspiel versuchen wir fast ausschließlich allagische Steine oder Gildenabzeichen zu sammeln, um unseren Helden beziehungsweise unsere Heldin mit neuen Waffen und Rüstungsgegenständen ab der Maximalstufe zu identifizieren. Hier muss Square Enix noch nachbessern, denn ohne die Abwechslung auf der Maximalstufe werden Spieler wohl eher nicht in weitere kostenpflichtige Spielmonate investieren wollen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Mir hat Final Fantasy XIV: A Realm Reborn bereits in der Betaphase sehr gut gefallen und ich bin froh, dass ich das Spiel über einen so langen Zeitraum begleiten konnte, um mich mit den Mechaniken anfreunden zu können. Die ersten Spielstunden, die ich in Eorzea verbracht habe, waren für mich also nicht neu, doch da die Zeit danach ohnehin den Großteil des Spiels ausmachen, habe ich noch viele neue Dinge in Eorzea entdecken und lernen können. A Realm Reborn begeistert mich mit netten Storys in den Quest-Strukturen, einer spannenden Haupthandlung und optisch, sowie akustisch schöne Ansichten. Ein Online-Rollenspiel identifiziert sich in erster Linie jedoch über das Spielen mit anderen Mitspielern. Rechne ich meine Spielzeit von über vierzig Tagen zusammen, so komme ich wohl nur auf einen Bruchteil dieser Zeit, die ich tatsächlich mit anderen Spielern in einer Gruppe verbracht habe. Diese Zeit war jedoch der Höhepunkt meiner Charakterentwicklung, denn wenn man zusammen mit drei bis sieben anderen Mitspielern einen Dungeon nach dem nächsten durchforstet, um neue Gegenstände zu finden und die eigenen Skills zu trainieren, dann macht das unglaublich viel Spaß. Schade nur, dass dem Titel hier die Abwechslung an der einen oder anderen Stelle fehlt. Besonders gegen Ende des Spiels mangelt es dem Spiel an Quest-Nachschub. Ich hoffe sehr, dass Square Enix sobald wie nur möglich neue Dungeons nachwirft und mehr (exklusive) Quests für die ganzen Zweitklassen einbaut. Dann werde ich nämlich sicherlich gerne ein weiteres Mal die Koffer packen und Eorzea besuchen!

Vielen Dank an Square Enix für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Final Fantasy XIV: A Realm Reborn!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s