Review: Wii Fit U

Wii Fit U (1)Sport ist Mord heißt es in so manchen Kreisen. Videospielern wird zwar gerne vorgeworfen, dass sie nichts für ihre Gesundheit tun, doch spätestens seit dem ersten Wii Fit verliert das Klischee endgültig an Bedeutung. In Wii Fit U springen wir ein weiteres Mal aufs Balance Board.

Wii Fit U (2)Seit Dezember 2007 halten sich Japaner zuhause mit Wii Fit mit der Wii fit. Wenige Monate später, genauer gesagt ab April 2008, ist es auch hierzulande möglich, sowohl die Software, als auch die dazu nötige Peripherie, das Balance Board, zu erwerben. Obwohl das Balance Board sich abseits von Wii Fit in kaum einem Spiel durchsetzen kann, gelingt Nintendo mit dem Spiel ein neuer Durchbruch. Im Oktober 2009 erhält Wii Fit mit Wii Fit Plus ein Update, um die millionenfach verkaufte Hardware erneut zu huldigen. Seitdem ist es jedoch still um das Franchise, bis vor ein paar Jahren Wii Fit U für die Wii U ankündigt wird. Fans der Software müssen sich mehr als ein Jahr nach Launch der Wii U gedulden, um in den Genuss von Wii Fit U zu kommen. Nachdem wir das Spiel starten, werden wir darauf hingewiesen, dass wir unsere Daten von der Wii übertragen können und so unsere sportlichen Erfolge der letzten Jahre beibehalten dürfen. Da wir in den letzten Jahren auf Wii-Fit-Ebene jedoch eher gerastet und gerostet sind, anstatt uns mit dem Spiel zu beschäftigen, schenken wir uns das Übertragen der wenigen Daten aus den Jahren 2008 und 2009 und erstellen uns ein neues Profil. Dazu misst Wii Fit U erst einmal unser Gewicht und überprüft, ob wir auch wirklich aufrecht stehen können. Wenn wir unsere Größe eingeben, kann das Training beginnen.

Sport zuhause

Wii Fit U (3)Obwohl es uns schon in den Kniescheiben juckt, sollen wir doch zunächst einmal ein Ziel überlegen, auf das wir hinarbeiten wollen. Dabei heißt es entweder das Gewicht zu halten, zu verringern oder zu vergrößern – je nachdem nach was unser Body Mass Index schreit. Ist diese Hürde überwunden, stehen uns mehrere Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung. Yoga, Aerobic, Tanzen, Muskelübungen und Balance-Spiele stellen das Angebot von Wii Fit U dar. Während das bei den beiden Vorgängern in der Regel sehr viel Platz vor dem heimischen Fernseher erfordert hat, können wir dank des Bildschirm des Wii U GamePads auch einen anderen Ort im Zimmer (oder je nach Entfernung auch im Haus) aufsuchen und das Training dort beginnen. Besonders wer in einer Dachwohnung wohnt oder einen schweren Tisch vor dem Fernseher stehen hat, wird sich einmal mehr über das Feature der Wii U freuen dürfen. In den meisten Übungen steht uns entweder ein Trainer oder eine Trainerin zur Verfügung. Die beiden virtuellen Personen sind zwar charakterlos, aber um unser Wohlbefinden besorgt. Da beide Persönlichkeiten der deutschen Sprache mächtig, sprich synchronisiert sind, müssen wir während des Training abermals keine Texte lesen. Klasse! Obwohl man Sport auch ohne die Software treiben kann, halten wir den Ansporn des virtuellen Trainers dennoch für sinnvoll.

Balanceakt

Wii Fit U (4)Je nachdem wo man sich die eigenen Schwerpunkte setzt, desto gezielter kann man mit der Software seinen Körper schulen. Möchte man seine Muskeln trainieren, so empfiehlt es sich zum Beispiel Liegestütze gemeinsam mit dem Trainer oder der Trainerin zu machen. Wer es mit der Balance nicht so genau nimmt, obwohl dies ein integraler Bestandteil einer guten Körperhaltung ist, freut sich über die Balance-Spiele. Auch hier hat sich Nintendo in den letzten Jahren Gedanken gemacht. Beispielsweise können wir unserem Mii die Kleidung eines Kellners überstülpen, auf dem Balance Board die Schritte via sanftem Auftreten eingeben und dabei das Tablett stillhalten, indem wir das GamePad möglichst nicht bewegen. Auf dem Bildschirm des GamePads sehen wir übrigens die Nahrung, die wir von einem Ort zum anderen transportieren sollen. Je unsanfter wir uns fortbewegen, desto mehr wackeln diese auch auf dem kleinen Bildschirm umher. In anderen Minispielen, wie dem Bobfahren, setzen wir uns mit unseren vier Buchstaben auf das Balance Board. Dabei erkennt die Peripherie, wie sehr wie uns durch die Gewichtsverlagerung nach hinten neigen und erhöhen dabei auch die Geschwindigkeit des Bobs. Für solche Spielereien können wir Nintendos Entwickler nur Beifall spenden, da diese Minispiele einmalig in der Videospiellandschaft sind. Fantastisch!

Wii Fit U unterwegs

Wii Fit U (5)Die Retail-Fassung von Wii Fit U wird übrigens nur in Kombination mit einem Wii U Fit Meter verkauft. Dieses kleine Utensil ist für Käufer der digitalen Fassung ebenso separat erhältlich und wird an der Taille beziehungsweise an der Hose mit einem Griff befestigt. Das Fit Meter ist im Grunde ein Schrittzähler, der jedoch auch bemerkt, ob wir Treppen steigen und so die Höhen und Tiefen mitberechnet. In unserem Test funktioniert das Fit Meter sehr gut (kleine Abweichungen ausgenommen) und wer die Daten über das GamePad mit Wii Fit U synchronisiert, aktualisiert seinen Kalorienverbrauch. Positiv ist, dass über eine Applikation die Synchronisation auch ohne Spielstart erfolgen kann. Dabei haben sich die Entwickler ein nettes Spielchen ausgedacht. Aus einer Übersicht wählen wir eine Strecke wie ein Fußweg durch die englische Metropole London oder die Besteigung eines Berges wie den Mount Everest aus. Das heißt, dass wir hier entsprechend lange gehen oder viele Treppen steigen müssen, damit sich nach einigen Wochen die Schritte summiert haben und wir einen kleinen Erfolg feiern können. Anders wie bei Nintendogs + Cats handelt es sich bei Wii Fit U nicht um ein Stück Software, welches die Realität ersetzen, sondern sie erweitern will. Wer nicht ohne einen Ansporn Sport treiben kann, erhält mit Wii Fit U endlich einen guten Grund dazu.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Gut und gerne gebe ich zu, dass ich ein Sportmuffel mangels fehlender Zeit bin. Wenn ich jedoch die Gelegenheit dazu habe, schlage ich jedoch gerne mal den Weg ins Hallenbad ein oder jogge ein paar Kilometer um meinen Heimatort. Trotzdem finde ich es toll, dass Nintendo mit Wii Fit U für Sportmuffel ein Ass im Ärmel hat, um zusätzlich zu motivieren. Seit einigen Tagen trage ich quasi ununterbrochen das Wii U Fit Meter an der Hose und sammle fleißig Schritte, um irgendwann einmal durch Tōkyō gegangen oder den Fujisan bestiegen zu haben – wenn auch nur virtuell! Wenn das Balance Board nicht so ein Batterieschlucker wäre oder meine Bewegungen auch öfters als üblich erkennen würde, wäre ich sicherlich geneigter, die Software regelmäßiger, gar täglich, anzuschmeißen. So bleibt der Titel für mich leider nur eine nette Ergänzung, die jedoch ständig dazu motiviert, mehr und mehr zu trainieren. Zum Abschluss möchte ich Interessenten jedoch einen guten Rat geben, so albern er auch klingen mag: Wenn das Spiel von euch erwartet, dass ihr euch aufwärmt, dann solltet ihr das auch tun. Wer es nämlich ohne Aufwärmen übertreibt, kann schon bald mit nicht gerade angenehmen körperlichen Schmerzen rechnen.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Wii Fit U!

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