Review: Schwerter des Königs: Die letzte Mission

Schwerter des Königs - Die letzte Mission (1)Erinnern wir uns an das Jahr 2007. Mit Schwerter des Königs: Dungeon Siege misslingt Uwe Boll bei Weitem ein Kinoerfolg mit einer Videospielumsetzung. Mit Schwerter des Königs: Zwei Welten schlägt der Regisseur vier Jahre später einen ganz anderen Weg ein.

Schwerter des Königs - Die letzte Mission (2)Dieser Weg führt ihn aber nicht zu einem großen finanziellen Erfolg, sondern ins Filmregal. Der zweite Teil der bisherigen Trilogie erscheint direkt auf DVD und Blu-ray und schafft es nicht einmal mehr ins Kino. Da kann auch Dolph Lundgren, der als Held Granger die zwei Welten vor dem Untergang rettet, nicht viel helfen. Schwerter des Königs: Die letzte Mission ähnelt dem zweiten Serienteil sehr. Nachdem Dominic Purcell in Uwe Bolls Assault on Wall Street durchaus gepunktet hat, hat der Regisseur die Zusammenarbeit mit dem Schauspieler direkt verlängert, sodass der ehemalige Prison-Break-Star im abschließenden Teil der Trilogie den Helden mimt. Ein Held ist der von Purcell gespielte Hazen Kaine zu Beginn des Films aber noch lange nicht. Viel mehr ist Kaine ein Gelegenheitsbösewicht, der vor und nach dem Tod seiner Frau mit den falschen Leuten zusammenstößt und in die Unterwelt abdriftet. Seit Jahren ist er ein Auftragskiller, der derzeit in Bulgarien für Aufsehen sorgt. Nachdem er in der ersten Filmszene problemlos mehrere Menschen kaltblütig erschießt, um kurz darauf wegen eines dicken Geldbündels einen Tresor knackt, erhält er von seinem Auftraggeber auch noch die Aufgabe, die zwei Töchter eines reichen Geschäftsmannes zu entführen. Als Kaine ein Amulett von einem der beiden Mädchen abnimmt, wird er in die Vergangenheit versetzt.

Verwirrendes Universum

Schwerter des Königs - Die letzte Mission (3)Man merkt, dass Zwei Welten und Die letzte Mission auch hier von der eigentlichen Vorlage des PC-Rollenspiels abweichen. Trotzdem gibt es in beiden Filmen Hinweise darauf, dass die Welt immer noch dieselbe sei. Während das bei Zwei Welten noch ein netter Verweis auf die Handlung des ersten Films gewesen ist, ist es jetzt nur noch ein kurzes Musikstück. Während der letzte und der vorliegende Film auf die Thematik der Zeitreise aufbauen, ergeben sie für sich genommen jedoch keinen Sinn. Während bei den ersten beiden Teilen eine Fantasy-Welt klar im Vordergrund steht, ist es jetzt das Mittelalter von Bulgarien, welches Kaine erkunden darf. Eine gewisse Kontinuität versucht man jedoch auch hier zu wahren, denn wieder einmal hat ein Fiesling, diesmal ein durchtriebener König, die Macht ergriffen und wie es der Zufall so will, ist Kaine aufgrund einer seiner Tätowierungen zum Helden bestimmt, wie der örtliche Schamane nach einem kurzen Gespräch feststellt. Zusammen mit den beiden Töchtern des letzten Königs begibt sich Kaine auf eine Reise durch das mittelalterliche Bulgarien, sofern man es als solches identifizieren will, um die restlichen Widerständler zu vereinigen und in die Schlacht gegen den Tyrannen zu ziehen. Spannend klingt das nicht sonderlich, doch wandelt sich der Film gen Ende von der Schlaftablette zum kleinen Action-Feuerwerk.

Unteres Mittelmaß

Schwerter des Königs - Die letzte Mission (4)Man kann über den Film sicherlich viel Schlechtes sagen, doch genau dann, wenn er sich dem Ende zuneigt, gelingt Boll der Spagat zwischen einer schwachen und einer starken Erzählung. Besonders das Ende ist nicht so klischeehaft wie in Hollywood-Produktionen. Obwohl aus der Filmschmiede in Los Angeles mittlerweile nur noch selten ein guter Film kommt, kann sich die Boll-Produktion jedoch nicht mit guten Kameraführungen schmücken. Das Bild ist sehr oft verwackelt, selbst in Szenen, die nicht auf Dynamik ausgelegt sind. Die Spezialeffekte des Films schwanken von mittelmäßig (ein Drache) bis schön anzusehen (Portalausgang). Dazu kann der nette, aber nicht ohrwurmverdächtige Soundtrack ein wenig entschädigen. Ralitsa Paskaleva, welche Prinzessin Arabella verkörpert, gibt neben Purcell die beste Arbeit ab. Wer die Wahl hat, sollte sich den Film definitiv auf Englisch anschauen beziehungsweise anhören. Die deutsche Synchronisation geht zwar in Ordnung, kommt aber nicht an das Original heran. Der Audiokommentar, der wie der Film circa 86 Minuten in Anspruch nimmt, gibt einmal mehr Einblick in das Leben von Boll. Man merkt dem Regisseur jedoch an, dass ihm die von ihm beschworenen Veränderungen der Filmindustrie schaden und kündigt halbwegs an, dass das seine Karriere nun gewesen sei. Seine Audiokommentare würden uns sicher fehlen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Man könnte meinen, dass sich bei der gesamten Trilogie ein Abwärtstrend vorliegt. Während der erste Teil noch im Kino lief und mittels eines großen Budgets produziert wurde, haben es der zweite und dritte Teil nur noch auf DVD und Blu-ray geschafft. Das liegt zum einen daran, dass man Uwe Boll ein Projekt dieser Größenordnung nicht mehr zutraut und zum anderen auch daran, dass Boll mit der Filmreihe einen anderen Weg einschlagen will. Wie genau das oder die Fantasy-Reiche der drei Filme noch irgendwie zusammenpassen, verstehe ich nach dem Anschauen aller drei Teile jedoch nicht. Immerhin kann man sich Schwerter des Königs: Die letzte Mission somit auch ohne Vorkenntnisse problemlos anschauen; die Story hat sowieso nichts mehr mit den beiden Filmen zuvor zutun. Wer sich mit Dominic Purcell jedoch auf die letzte Mission begibt, darf sich auf einen Fantasy-Film mit recht durchwachsenen Effekten, einer für einen neunzigminütigen Film langatmigen Handlung und eine kaum spürbare musikalische Untermalung einstellen. Da hilft leider auch nicht der kultige Audiokommentar von Boll, da sich dieser mehr um sein Leben, als um die Produktion des Films dreht. Der Titel richtet sich an die großen Uwe-Boll-Fans, die einfach nicht genug von seinen Filmen bekommen können.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Schwerter des Königs: Die letzte Mission!

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