Review: Lego Der Hobbit

Lego Der Hobbit (1)Nicht zum ersten Mal reisen wir nach Mittelerde. Bereits 2012 haben wir das Fantasy-Reich in Lego Der Herr der Ringe einmal ausgekundschaftet. Zwischen dem zweiten und dritten Kino-Abenteuer von Der Hobbit, kehren wir abermals ins Miniatur-Mittelerde zurück.

Lego Der Hobbit (2)Damit hat der König unter dem Berg wohl nicht gerechnet. Da häuft man über Jahrhunderte die größten Reichtümer an und plötzlich taucht ein Drachen auf, der die Besitztümer für sich beansprucht. Da von den Elben keine Hilfe zu erwarten ist, geht das Zwergenreich im Berg Erebor unter. Viele Jahre später macht die Handlung einen Sprung ins Auenland, wo das wohl gemütlichste Geschöpf Mittelerdes lebt. Ein Hobbit namens Bilbo Beutlin. Dieser bekommt eines Tages Besuch von Zauberer Gandalf. Im Schlepptau hat der Zauberer dreizehn Zwerge, unter denen sich auch Thorin Eichenschild aufhält. Er ist der Thronfolger und will mit seinen Kameraden, Zauberer Gandalf und einem Meisterdieb, Goldschatz und Thron zurückerobern. Blöd nur, dass der Meisterdieb in der Gestalt von Bilbo Beutlin eigentlich kein Interesse daran verspürt, sein Leben für ein Abenteuer ohne Wiederkehr zu opfern. Trotzdem kann Bilbo von Gandalf überzeugt werden und die Reise quer durch das nördliche Mittelerde kann beginnen. In Lego Der Hobbit spielen wir nämlich die Geschehnisse der beiden ersten Filme nach. Das heißt, dass wir sowohl Trolle, Elben als auch Riesenspinnen sehen werden. Das gemeinsame Abendessen in Beutelsend erleben wir ebenso wie den furiosen Showdown am Erebor, doch abseits der Filmwege dürfen wir auch Orte wie die Stadt Bree oder die Hügelgräber besuchen.

Querfeldein durch Mittelerde

Lego Der Hobbit (3)Grundsätzlich spielt sich Lego Der Hobbit wie sein inhaltlicher Vorgänger Lego Der Herr der Ringe. Das heißt, dass wir uns frei über eine Miniaturausgabe von Mittelerde bewegen dürfen und via einer Brotkrumenspur aus Lego-Steinen zur nächsten Aufgabe geleitet werden. Haben wir keine Lust, die nächste Story-Aufgabe anzugehen, können wir allerhand Schabernack in Mittelerde anstellen. Wir können mit ein paar Schlägen oder Schwerthieben Kisten zerstören, Felsen in ihre Einzelteile zerlegen oder Büsche aus dem Erdboden befördern. So erhalten wir auf der einen Seite die bekannten Studs, mit denen wir uns im Verlauf der unerwarteten Reise neue Figuren kaufen dürfen. Auf der anderen Seite erhalten wir so wertvolle Rohstoffe, wie Holzbretter, Steine, Möhren oder wertvolle Mineralien. Diese können wir bei Händlern gegen andere Rohstoffe tauschen oder erfüllen in ganz Mittelerde Aufträge von Personen, die uns daraufhin mit wertvollen Legosteinen versorgen. Das motiviert nebenher enorm, doch erst wenn wir die Story beendet haben, erhalten wir Zugriff auf alle Charaktere. Jeder Charakter hat nämlich verschiedene Fähigkeiten. Elben springen beispielsweise höher, Zwerge können durch Tunnel kriechen und Zauberer bringen im wahrsten Sinne des Wortes Licht ins Dunkle. Selbstverständlich hat auch der Ring der Macht eine kleine, aber feine Daseinsberechtigung.

Bildung der Gemeinschaft

Lego Der Hobbit (4)Die einzelnen Levels spielen sich dann recht ähnlich, sind aber natürlich sehr viel mehr auf die einzelnen Charaktere ausgelegt. Unsere Aufgabe ist es quasi immer wieder, die Level-Architektur zu zerstören, Studs einzusammeln und herumliegende Lego-Steine wieder in ihr ursprüngliches Gebilde zusammenzusetzen. Wie in The Lego Movie Videogame können wir in Lego Der Hobbit auch komplexere Lego-Modelle zusammenbauen. Dabei setzen sich die Modelle automatisch zusammen; wir wählen zwischendurch immer nur vorgegebene Steine aus und je geschickter wir uns dabei anstellen, desto mehr Studs hagelt es als Belohnung. In den einzelnen Levels kommt es auf Zusammenarbeit der verschiedenen Lego-Figuren ganz besonders an. Beispielsweise stapeln wir drei Zwerge übereinander, an deren Lanzen dann ein vierter Charakter hochklettern kann. Auf der dadurch erreichten Plattform schieben wir unter Umständen eine Kiste an den Rand und lassen sie hinunterfallen. Unten kann dann ein anderer Charakter die Teile der Kiste zu einer Leiter zusammenbauen, damit die Gemeinschaft zum Charakter auf der Plattform hinzu stoßen kann. Im Mittelteil des Spiels bekommen wir es dann auch mit gefährlichen Orks und Warge zu tun. Haucht unsere Figur ihr Leben aus, setzt sie sich danach ordnungsgemäß wieder zusammen. Als Strafe verlieren wir nur diverse Studs.

Dritter Teil nicht enthalten

Lego Der Hobbit (5)Wer damals Lego Der Herr der Ringe auf der Wii gespielt hat, musste technisch Abstriche machen, welche an der Präsentation gekratzt haben. Auf der Wii U macht Lego Der Hobbit dafür eine umso bessere Figur. Die Umgebungen werden stimmig und die Lego-Charaktere durchaus glaubhafter. Außerdem hat man sich unsere damalige Kritik zu Herzen genommen. Soll heißen, dass man nun auch bei der deutschen Synchronfassung auf Sprachsamples von den Filmen zurückgegriffen hat. Laiensynchronsprecher gibt es zwar auch, tauchen aber nur in Form von Quest-Gebern und Händlern auf. Die durchaus ernste Thematik der Filme wird im Spiel mit diversen Slapstick-Einlagen gepaart. Das passt nicht immer, aber ist aber dann für jene, die nur die Handlung der Filme nacherleben möchten, zumindest so dezent, dass es im Grunde gar nicht stört. Einem Zwerg, der einem Drachen die Zunge rausgestreckt, kann man gar nicht böse sein. Am Ende fragen wir uns jedoch, ob wir dem Publisher böse sein müssen. Bis der dritte Film in den Kinos anläuft, dauert es noch eine Weile und man spricht bereits davon, die Inhalte des letzten Teils als herunterladbaren Zusatzinhalt anzubieten. Hier muss Warner Bros. Interactive noch zeigen, dass das Preisleistungsverhältnis stimmt. Dann kann Lego Der Hobbit wie sein Vorgänger dutzende Stunden wirklich spannend unterhalten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Wii-U-Fassung): Lego Der Herr der Ringe habe ich damals auf der Wii gespielt. Präsentation und Atmosphäre ließen stellenweise zu wünschen übrig, da man die technische Limitierung der Konsole nicht genügend ausgereift hat und man zudem fragwürdige Entscheidungen in puncto Synchronisation getroffen hat. Bei Lego Der Hobbit bestehen diese Probleme nicht mehr. Von der ersten bis zur letzten Minute erhalte ich hier ein sauberes Bild, welches mir das Mittelerde der zwei bisherigen Der-Hobbit-Filme näherbringt und da man sich fast ausnahmslos auf Sprachsamples aus den Filmen ausruht, spart man sich diesmal die doch recht mittelmäßige Synchronisation des Vorgängers. Positiv hervorheben möchte ich jedoch, dass man den deutschen Sprecher des Zauberers Saruman (Otto Mellies) für das Spiel gewinnen konnte. Dieser erzählt die Handlung vor und nach jedem Level geschickt weiter. Spielerisch bietet Lego Der Hobbit aber nicht mehr und nicht weniger, als die unzähligen anderen Titel des Franchises. Auf der einen Seite funktioniert das Gameplay sehr gut, doch fehlt es an inhaltlichen Herausforderungen oder gar Innovationen. Da jedoch auch dieser Titel selbst nach dem Abspann ein ungeheueres Suchtpotential bietet, dauert es wieder etliche Stunden, bis man den Controller beiseite legen kann und jedes Geheimnis gelüftet hat. Wenn dann Ende des Jahres noch der dritte Teil als günstiger Zusatzinhalt erscheint, dann bin ich mit Lego der Hobbit fast rundum zufrieden!

Vielen Dank an Warner Bros. Interactive für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Lego Der Hobbit!

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