Review: Meister aller Klassen

Meister aller Klassen (1)Meister aller Klassen ist für Regisseur und Hauptdarsteller Jackie Chan einer der wichtigsten Filme in seiner Karriere. Obwohl es sich bei diesem Film bereits um seine dritte Regiearbeit handelt, ist Meister aller Klassen Chans erster von vielen Filmen bei Golden Harvest.

Meister aller Klassen (2)Meister aller Klassen erzählt die Geschichte zweier Freunde, die in einer Kampfkunstschule ihre Fähigkeiten in Kung Fu üben. Während Tiger sich seinen Fertigkeiten bewusst ist und deswegen auch von seinem Meister für den anstehenden Löwentanz ausgewählt wird, ist sein Freund Dragon zwar auch ein geübter Kampfkünstler, jedoch wesentlich bescheidener. Am Tag des Löwentanzes fällt Tiger jedoch von einem Gerüst und über einen Eimer, den Dragon angeblich dort abgestellt haben soll. Tiger fällt für den Löwentanz aus, weshalb Dragon von Meister Tien als Ersatz und als Strafe auserkoren wird. Sie machen sich auf zum Löwentanz, während Tiger in der Schule seine Wunden kurieren soll. Der Löwentanz entbrennt und selbst Dragon scheint der Herausforderung gewachsen zu sein. Beim Löwentanz bemerkt er jedoch, dass sein Kontrahent im Kostüm des schwarzen Löwen sein guter Freund Tiger steckt. Von dieser Überraschung gebeutelt, verliert Dragon den Löwentanz und das Preisgeld erhält nicht die Tien-Schule, sondern deren stärkster Mitbewerber. Warum sich Tiger von der Konkurrenz zu dieser Tat verführen hat lassen, bleibt in Meister aller Klassen im Dunkeln. Fakt ist jedoch, dass die Geschichte am Abend durch einen Zufall mit einer Prostituierten ans Licht kommt. Tien wirft Tiger aus der Schule, der sich daraufhin bei der dubiosen Konkurrenz bewirbt.

Verwechslungen

Meister aller Klassen (3)Anstatt eine Stelle als Kung-Fu-Lehrer anzutreten, soll er der Schule dabei helfen, einen von der Polizei verhafteten Kampfkünstler zu befreien. Während Tiger trotz Bedenken einwilligt, muss sich Dragon in der Tien-Schule dem Zorn seines Meisters aussetzen. Auf kurz oder lang beschließen Dragon und Tien jedoch, dass man Tiger zurückholen muss und Hass niemanden etwas nützt. Also macht sich Dragon auf die Suche nach Tiger, während dieser eine Straftat nach der anderen begeht. Da Tiger ständig mit seinem weißen Fächer prahlt, verwickelt er damit unbewusst seinen Freund in die Angelegenheit. Das Markenzeichen beider Kämpfer ist nämlich der großer weißer Fächer. Selbst Polizeichef Sang Kung ist überzeugt, dass Dragon der gesuchte Tiger ist. Durch diese ungünstigen Zufälle gerät Dragon immer wieder in sehr abstruse und aberwitzige Situationen, für die sein Freund verantwortlich ist. Selbst mit den beiden Kindern des Polizeichefs gerät Dragon zusammen. Von diesen Familienverhältnissen weiß Dragon jedoch nichts und beschwert sich – ohne Namen zu nennen – immer mal wieder über den Sohn, während er mit dem Vater spricht und beleidigt ihn dadurch indirekt. Das ist wirklich sehr witzig und Fans von Klamauk-Kung-Fu-Filmen kommen hier eindeutig auf ihre Kosten. Der Humor wird also auch in Jackie Chans (erst) dritter Regiearbeit hervorgehoben.

Meister aller Choreographien

Meister aller Klassen (4)Dabei bleibt es jedoch nicht, denn vorwiegend handelt es sich bei Meister aller Klassen (der Film wird manchmal auch als The Young Master betitelt) immer noch um einen Martial-Arts-Film. Von diesen gibt es sogar reichlich. Während beim Löwentanz noch leichte Kost gezeigt wird, steigert sich der Martial-Arts-Anteil bis zum Finale exponentiell. Zwischendurch gibt es Kämpfe, wo mit Bänken gekämpft wird. Am Ende wartet ein Kampf auf uns, der fünfzehn bis zwanzig Minuten einnimmt und großartig choreographiert ist. Natürlich wirkt der Kampf übertrieben, da man mit Drahtseilen arbeitet, aber sowohl Tritte, als auch Schläge und Schreie wirken in dieser Kombination klasse. Nicht ganz so gut ist das Bild des Films aus dem Jahre 1980 gealtert. Auch wenn der charmante Soundtrack das Bild unterstützt, wirkt es an einigen Stellen gequetscht, in anderen Szenen etwas grobkörnig. Hier hätte man das Bild für die Blu-ray-Fassung ruhig überarbeiten können. Wer sich den 107 Minuten langen Filmen ansieht, muss mit dreizehn Minuten unsynchronisierten Szenen mit Untertiteln leben. Die Schnitte beziehen sich meist auf die Kämpfe, weshalb die Story auch in der deutschen Schnittfassung durchaus nachvollziehbar ist. Bonusmaterial liegt in Form eines Workshop mit Jackie Chan, einem Interview Ing-Sik Whang und einem Audiokommentar von und mit Bey Logan vor.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Handlung von Meister aller Klassen ist zwar nicht sonderlich originell und sie gibt es so ähnlich sicherlich in vielen Filmen dieser Zeit, aber sie reicht dafür aus, um die sehr witzigen Geschehnisse, in die Jackie Chan alias Dragon ständig hineintappt, hervorragend einzuleiten. Diese humorvollen Szenen werden dabei immer mit Martial-Arts-Elementen aufgepeppt und bieten somit sowohl für Klamauk-Fans, als auch für Kampfkunstliebhaber gute Unterhaltung. Weniger interessant ist das Bonusmaterial, denn wer sich schon einige Jackie-Chan-Filme der Digitally-Mastered-Dragon-Edition-Reihe angeschaut hat, der wird bereits wissen, dass Chan sehr gerne und ausschweifend über seine Schnitttechnik philosophiert und wie sich diese vor allem vom Schnitt des US-amerikanischen Kinos absetzt. Das Bonusmaterial bietet nur beim Interview mit Ing-Sik Whang wirklich nennenswerte Informationen, da es einen kurzen, aber recht guten Einblick in die Entstehung von diversen Hongkong-Filmen am Ende der Siebziger Jahre bietet. Trotzdem sollte man sich Meister aller Klassen vor allem aufgrund des furiosen Endkampfes anschauen. Fast zwanzig Minuten lang fliegen hier die Fetzen und der Kampf wird dabei kein Stück langweilig, da man auch hier wieder mit dem typischen Humor arbeitet.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Meister aller Klassen!

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