Review: Prisoners of the Sun

Prisoners of the Sun (1)Hin und wieder kommt es vor, dass ein Film gedreht und sogar die Nachbearbeitung komplett fertiggestellt wird; der Streifen dann aber jahrelang unveröffentlicht bleibt. Der bereits 2006 gedrehte Prisoners of the Sun ist solch ein Film, der erst in diesem Jahr veröffentlicht wurde.

Prisoners of the Sun (2)Die Handlung des Films setzt vor ungefähr fünftausend Jahren ein. Außerirdische haben die Erde erreicht und verhelfen dem ägyptischen Volk zu einer Hochkultur. Göttergeschichten von Osiris und Ra sind Jahrhunderte hinweg überliefert worden, doch eine Legende bleibt die ganzen fünftausend Jahre verschollen. Der Pharao stahl demnach den Himmelsschüssel, um die Außerirdischen in der Pyramide, dem Grab von Prinzessin Amanphur, einzuschließen. In der Grabkammer sind das Heiligste jedoch nicht die Überreste von Prinzessin Amanphur! Da die Außerirdischen die Pyramide mitkonstruiert haben, befindet sich in der Grabkammer noch ein Tor, welches sich jedoch nur dann öffnen wird, wenn fünftausend Jahre vergehen und die Gestirne wieder in derselben Position stehen wie in jener Nacht. Die Legende berichtet davon, dass alle Ungläubigen von Feuer hinweggefegt werden, während die Anhänger von Osiris von der Macht verschont bleiben. Wie es der Zufall so will, stehen die Sterne im Jahr 2006 in der richtigen Position. Der Nachteil daran ist jedoch, dass die Pyramide verschollen ist. Professor Hayden Masterton und sein Team, bestehend aus weiteren Wissenschaftlern, arbeiten gegen die Zeit. Ganze drei Tage haben sie; die Pyramide zu öffnen und das Tor zu finden. Ärgerlich, dass dem Professor jetzt ein Mord angehängt wird und der Himmelsschlüssel verschwindet.

Fallen einer Pyramide

Prisoners of the Sun (3)Schnell werden alle wichtigen Personen in die Handlung eingeführt. Der Professor wird von einem alten Freund, Professor Mendella, begleitet. Da dieser jedoch an einer Herzkrankheit leidet, muss dessen Student Doktor Doug Adler einsteigen. Zudem besteht Masterton darauf, dass eine Tochter Sarah beim Öffnen der Pyramide dabei ist. Weiterhin wird die Truppe von einem Medium und dem Militär begleitet. Zu guter Letzt gibt sich auch noch der Erpresser, der mit dem Stab des Professors den eigentlichen Eigentümer des Himmelsschlüssels getötet hat, zu erkennen, um sich der Expedition anzuschließen. Während die illustre Gruppe in die Pyramide vordringt, machen sie immer mehr Bekanntschaft mit Fallen. Hornissen, die seit Jahrhunderten nur darauf warten, wieder einen Menschen zu stechen, sind nur der Anfang. Weitere Fallen, wie verschlossene Türen, die hinuntersausen, wenn man einen Goldschatz von einem Podest entfernt, hätten verhindert werden können, wenn man sich nur einmal im Leben die ersten zehn Minuten von Jäger des Verlorenen Schatzes angeschaut hätte. Dazu gesellen sich weitere Fangfallen, herunterfallende Deckensteine und lose Bodenplatten. Mit dem Krach in der Pyramide wird außerdem ein Wächter aus seinem tausendjährigen Schlaf geweckt, der sich der Gruppe in den Weg stellt. Die Gefahren nehmen und nehmen nicht ab.

Dreiergespann

Prisoners of the Sun (4)Nachdem wir John Rhys-Davies zuletzt in Planet der Monster gesehen haben, wo er nur eine viel zu kurze Nebenrolle eingenommen hat, freuen wir uns darüber, dass er diesmal wieder in einer der drei Hauptrollen (Masterton) zu sehen ist. Dazu gesellen sich David Charvet, der in die Rolle von Adler schlüpft und Carmen Chaplin, Enkelin von Filmlegende Charlie Chaplin. Letztere sehen wir in Prisoners of the Sun als Sarah Masterton. Während Rhys-Davies und Chaplin durch ihre Schauspielkünste überzeugen, bewegt sich Charvet ein wenig unter dem Niveau. Er sondert sich jedoch stark von den Nebendarstellern ab, die zum Teil doch laienhaft wirken. Laienhaft wirken jedoch vor allem die Computereffekte. Einige machen für das Jahr 2007 zwar einen guten Eindruck, doch größtenteils wirken diese so, als wären sie schon sechs Jahre zuvor möglich gewesen. An der eigentlichen Bildqualität kann man jedoch so gut wie nichts bemängeln. Das Bild in 1080p wirkt meistens sehr scharf und sehr kontrastreich. Die Requisiten wirken zudem oft hochwertig. Nicht sonderlich hochwertig ist jedoch die deutsche Synchronisation. Alle Sprecher verrichten ihre Arbeit zwar gut, doch geht von Emotionen und Ausdruck viel verloren. Möchte man sich Prisoners of the Sun anschauen, sollte man die englische Sprachfassung auswählen, da die Künstle des Walisers hier einfach grandios sind.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Handlung von Prisoners of the Sun klingt im ersten Moment wie der Film Stargate aus dem Jahr 1994 beziehungsweise dessen Fortsetzung als Fernsehserie in den Folgejahren. Entsprechend vorbelastet bin ich an den Film herangegangen, der mich jedoch schnell eines Besseren belehrte. Zwar scheinen beide Filme diverse Parallelen, wie gleiche Stereotypen, zu haben, doch das war es dann eigentlich auch schon. Prisoners of the Sun entwickelt relativ schnell eine eigene Handlung, die dann nur noch wenig mit Außerirdischen zu tun hat. Es geht mehr um das Abenteuer, einen noch unbekannten Ort zu erforschen und den Gefahren, die mit dem einhergehen, auszuweichen. Das ist durchaus spannend, zumal es zum Ende des Films auch Wendungen und sogar lose Enden gibt, die vielleicht sogar noch auf einen Nachfolger hoffen lassen. Als großer Fan von John Rhys-Davies (ich habe den Schauspieler bereits selbst getroffen), ist es für mich immer wieder ein Genuss, seine walisisch-geprägte Stimme zu hören. Aus keinem anderen Grund empfehle ich auch die englische Originalfassung. Hier gehen nicht wie in der deutschen Synchronisation Emotionen verloren, die wichtig für die Persönlichkeiten der Charaktere sind. Prisoners of the Sun ist ein Abenteuerfilm, den man sich an einem verregneten Nachmittag sehr gut anschauen kann – einen abendfüllenden Blockbuster darf man jedoch nicht erwarten.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Prisoners of the Sun!

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