Review: Fantasy Life

Fantasy Life (1)Den Arbeitsmarkt aus Fantasy Life hätten wir auch gerne hier in Deutschland – unbegrenzte Jobs und jederzeitige Berufswechsel sind dort keine Hirngespinste, sondern virtuelle Realität! Dabei scheint Reveria erst mal eines von vielen klassischen Rollenspielkönigreichen zu sein.

Fantasy Life (2)Schon im Charakter-Editor dürfen wir uns zwischen zwölf Berufen, die hier als Leben betitelt werden, entscheiden. Mit einem davon dürfen wir direkt in Fantasy Life starten. Sich hier für ein eher untypisches Berufsfeld zu entscheiden, bringt sogar im Gegensatz zur echten Welt kaum negative Konsequenzen mit sich. Kaum jemand würde heutzutage noch freiwillig ein Leben als Schürfer, Holzfäller oder Angler wählen. Wem es bei solchen Beruf schon in den Fingern kratzt, kann sich hier dafür entscheiden. Glücklicherweise können die handwerklich veranlagten Berufungen alle sehr bald gewechselt und eigenständig ausprobiert werden, sodass der Erkundung der kunterbunten Fantasy-Welt Reveria gar nichts mehr im Wege steht – jeder Spieler geht dabei seinen eigenen Weg: Was der Schürfer mit Leichtigkeit in der Mine fördert, kauft der Alchemist lieber im Laden. Er versteht sich dafür hervorragend in der Herstellung von überlebenswichtigen Heiltränken, die ihm wiederum Abenteuer wie Soldaten und Paladine regelrecht aus den Händen reißen. Falls unter euch echte Geizkragen stecken, könnt ihr sogar alle Berufe selbst meistern, um als Alleinversorger in die Geschichtsbücher von Reveria einzugehen. Der Wechsel zwischen den Leben zieht zudem keinen Verlust der elementaren erworbenen Fähigkeiten mit sich. Zeitsparend und vor allem sehr angenehm!

Lebenslust

Fantasy Life (3)Arbeit macht hier richtig Spaß. Beim Holzhacken oder Fischen werden wir aber nicht selten von feindlichen und angriffslustigen Gegnern wie Getier gestört. Auch nicht schlecht, denn deren Hinterlassenschaften können wir nach dem Kampf einfach auf dem Markt verhökern. Das eigene Leben steht dabei aber immer im Vordergrund. Deswegen sind die Gebiete auch hauptsächlich mit zahllosen Sammelobjekten ausgeschmückt, als rollenspielklassisch mit kategorischen Bossgegnern. Irgendwo unter dieser spielstarken Oberfläche verläuft auch eine Geschichte, die uns durch das gesamte Königreich treibt. Mit jedem Story-Kapitel öffnen sich neue Gebiete, womit die Beschäftigung mit der Hauptquest ratsam ist. Sie selbst ist zwar nicht die interessanteste, die wir im Genre jemals erlebt haben, doch wirkt sie aber niemals störend und sorgt für etwas Abwechslung – erst recht durch die schönen Schauplatzwechsel. Diese neuen Gebiete bringen natürlich wieder neue Gegenstände, Gegner und Personen samt Quests mit sich, die uns alle in unseren Berufen voran bringen. Daraus entsteht eine teuflische Motivationsspirale, die mühelos ein paar dutzend Stunden anhalten kann, ohne langweilig zu werden. Dafür ist das ganze Konzept einfach zu stimmig! Unzählige kleine Erfolgen und Belohnungen, die sich sofort in irgendeiner Weise positiv äußern, sind sehr, sehr verlockend.

Schamlos schönes Spiel

Fantasy Life (4)Wenige Entwickler verstehen sich in der Kombination aus Erzählen und Präsentieren so gut wie Level-5. Es macht einfach Spaß, die unterschiedlichen Figuren bei ihrem wuseligen Fantasy-Life-Leben zu begleiten. Kleine Anekdoten folgen Schlag auf Schlag – es ist total offensichtlich, dass hier dieselben Autoren sitzen, die auch schon grandiose Abenteuer wie Teile der Professor-Layton- oder Inazuma-Eleven-Reihe geschrieben haben. Viel Text sollten wir als Spieler also nicht abgeneigt sein. Das ganze funktioniert natürlich auch nur aufgrund der überragenden deutschen Lokalisierung, in die merklich Herzblut geflossen ist. Dasselbe gilt fast eins-zu-eins für die grafische Präsentation. Abwechslungsreiche Gebiete und quietschbunte Innenausstattungen reizen das Auge immer wieder aufs Neue. Trotz der enormen Größe lädt Fantasy Life auch gerne für die eine oder andere Runde zwischendurch ein. Gemeisterte Fertigkeiten, Gegenstände und aktuelle Aufgaben sind jederzeit zur Überprüfung zugänglich und werden übersichtlich präsentiert. Wer unter der immensen Größe dieses Titels nicht zusammenbricht, nimmt sich dann Zeit für die Einrichtung seiner Wohnung oder dem Pflegen seines Haustiers. Zu tun gibt es immer genug, doch das tolle am Leben ist doch, dass wir nur das machen, was uns im Leben auch wirklich am besten gefällt!

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas Fazit: Noch nie war Arbeiten so schön! Die charmante Spielwelt lockt mit einem abgestimmten Spielkonzept, das seinesgleichen sucht. Hier kann sich jeder auf seine individuelle Art und Weise verwirklichen und wenn man etwas Abwechslung sucht, wechselt man einfach schnurstracks den Beruf. Abgerundet wird das ganze von einer liebenswerten Präsentation und einem stringenten Erfolgs- und Belohnungssystem, bei dem einfach nur noch pure Freude vermittelt wird. Zum Glück bleiben erlernte Fähigkeiten über die verschiedenen Leben erhalten, sodass man sowohl ständig neue Dinge ausprobieren kann und vieles unterwegs einfach mitnimmt, aber dennoch den Fokus auf einer bestimmten Berufsgruppe ruhen lässt. Für mich ist Fantasy Life eindeutig der Überraschungshit des Jahres 2014. Für einen Unterhaltungswert wie ihn Fantasy Life ihn bietet, gebe ich gern mein herkömmliches Leben auf.

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