Review: Tari Tari (Vol. 2)

Tari Tari - Vol. 2 (1)Die erste Volume von Tari Tari führte uns in das Leben der fünf Jugendlichen ein, welche die Chor-und-manchmal-Badminton-AG gegründet haben. In ihrer Arbeitsgemeinschaft erleben sie etliche Hochs und Tiefs und lernen sich dabei folgerichtig noch deutlich besser kennen.

Tari Tari - Vol. 2 (2)Wir erinnern uns an die ersten Episoden des Anime Tari Tari. Konatsu Miyamoto ist zwar ein sehr lernbegieriges Mädchen, doch hat sie sich und den Schulchor im letzten Jahr bei einem Auftritt blamiert. Sie durfte zwar im Schulchor verweilen, aber nicht mehr mitsingen. Als sie davon erfuhr, hat sie den Chor verlassen und zusammen mit ihren zwei Freundinnen Wakana Sakai und Sawa Okita, sowie mit ihren Mitschülern Taichi Tanaka und Atsuhiro Maeda eine eigene Arbeitsgemeinschaft, die Chor-und-manchmal-Badminton-AG, gegründet. Damit ist die Konrektorin zwar nicht einverstanden, doch kann sie nichts weiter dagegen tun, als den Wunsch der Gruppe zu akzeptieren. Schließlich braucht eine AG laut Schulregeln nämlich nur fünf Mitglieder! Unter ihnen entwickeln sich freundschaftliche Verhältnisse und zusammen möchten sie gemeinsam Spaß am Singen haben und beim nächsten Auftritt zeigen, dass sie es auch ohne Chor schaffen, solch eine Leistung zu erbringen. Die Gesangsproben dümpeln ein wenig vor sich hin, da jeder mit bestimmten Ereignissen im eigenen Leben konfrontiert wird. Konatsu ist dabei jedoch die einzige, die in den vorliegenden fünf Episoden fast gänzlich in den Hintergrund rückt. Sie ist zwar immer noch elementarer Bestandteil der Handlung, doch für Taichi, Atsuhiro und vor allem für Sawa und Wakana wird sehr viel Platz eingeräumt.

Facettenreiche Einblicke in die Freundschaft

Tari Tari - Vol. 2 (3)Endlich erfahren wir auch etwas über Atsuhiros Vergangenheit. Dieser wohnte nämlich zwölf Jahre in Österreich, genauer gesagt in Wien. Bereits in der ersten Szene der fünften Episode erhalten wir einen kleinen Rückblick in diese Zeit, wo er sich mit einem Jungen angefreundet hat. Selbst in der japanischen Synchronfassung ist diese Szene in Deutsch gesprochen. Man merkt den japanischen Dialekt zwar heraus, aber trotzdem möchten wir Synchronsprecher Natsuki Hanae für diese Leistung unsere Hochachtung ausdrücken. Taichi wiederum will in der Badminton-Profi-Liga spielen und trainiert dafür jeden Tag sehr hart. Wakana kann ihr Leben dafür nicht so richtig genießen. Ständig wird sie wegen der Leidenschaft zur Musik mit ihrer Vergangenheit und ihrer verstorbenen Mutter konfrontiert. Sie gibt sich selbst die Schuld, dass sie gestorben und wie sie mit ihr vor ihrem Tod umgesprungen ist. Obwohl ihr Vater ihr den nötigen Halt gibt, sind die Szenen sehr emotional und berühren uns sehr. Sawa hingegen ist ihres Vaters überdrüssig geworden. Zusammen mit ihrem Pferd Sabure trainiert auch sie jeden Tag sehr hart, da sie nach der Schule ein Jockey werden möchte. Ihr Vater ist dagegen, da er lieber will, dass sie sich um den Tempel kümmert oder Beamtin wird. Die Lage eskaliert, als Sawa beginnt, ihre Gesundheit zu vernachlässigen. Jede Story bleibt dabei sehr tiefgründig.

Animationen, Emotionen und Kompositionen

Tari Tari - Vol. 2 (4)An der Gestaltung des Covers hat man bei der zweiten Volume von Tari Tari im Vergleich zu der ersten Ausgabe zum Glück nichts verändert. Soll heißen, dass das Inlay mit horizontalem Cover auskommt, anstatt mit einem vertikalem, wie es sonst bei Blu-ray-Veröffentlichungen der Fall ist. Auf dem Cover zu sehen ist Sawa, die mit ihrem Blick in die Ferne schweift und somit in die ungewisse Zukunft blickt. Auf diesem Weg wird auf die Tiefgründigkeit der Figur und der Hintergrundgeschichte hingewiesen. Wer mehr über die Charaktere erfahren will, freut sich, dass wieder ein Booklet beiliegt, in welchem ein paar Charaktere kurz und knapp mit Zeichnungen und Szenenausschnitten aus dem Anime vorgestellt werden. Beim Betrachten der künstlerischen Werke merkt man direkt, dass man sich bei Tari Tari sehr viel Mühe gegeben hat. Die Hintergründe wirken realitätsnah. Dass man die Charaktere den Hintergründen und Panoramen anpasst, gefällt uns zudem sehr gut. Mit ihren Animationen können sie uns in jeder Episode, die jeweils circa 23 Minuten in Anspruch nehmen, außerdem begeistern. Ihre Gefühle und Emotionen können wir glaubhaft nachvollziehen. Der Anteil an Musik nimmt nicht ab. Man beschränkt sich fast gänzlich auf das Lied Kokoro no Senritsu, da der Song in Tari Tari einen ganz besonderen Stellenwert einnimmt und bezaubern kann.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Von der ersten Minute an hat mich der Anime Tari Tari gepackt. Das liegt weniger an der durchaus vorhandenen Spannung, welche der Anime aufbaut, sondern mehr an den vielschichtigen Charakteren. Egal ob nun Sawa, Konatsu, Wakana, Taichi oder Atsuhiro in den Mittelpunkt gerückt wird – jeder Charakter hat ein glaubhaft nachvollziehbares Leben, in welches ich mich hineinversetzen und zudem sehr hineinsteigern kann. Dabei bleiben viele Szenen melancholisch oder fröhlich, weshalb das natürlich unfreiwillig mit Emotionen verbunden ist. Ich fiebere regelrecht mit Sawa mit, wenn sie ihren Traum, Jockey zu werden, verfolgt und nehme insgeheim Anteilnahme am Leid von Sawa. So manche könnten es jedoch schade finden, dass das eigentliche Ziel, den Wettbewerb zu gewinnen, etwas unterpräsent vorgestellt wird. Ich denke jedoch, dass es dem Anime gut getan hat, deutlich mehr Zeit in die Ausarbeitung der Charaktere zu legen. So habe ich alle fünf Folgen der zweiten Volume regelrecht am Stück verschlungen und freue mich jetzt schon auf die (leider) schon letzte Ausgabe von Tari Tari!

Vielen Dank an Anime House für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Tari Tari (Vol. 2)!

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