Review: Rampage: Capital Punishment

Rampage - Capital Punishment (1)Dass Uwe Boll in seinen Filmen gerne mal persönlich wird und genau das ausspricht, was der eine oder andere von uns denkt, ist nicht ungewöhnlich. Dieses Mal bringt er seine Meinung sogar in einer Nebenrolle auf den Punkt und unterstreicht die Aussage von Bill Williamson.

Rampage - Capital Punishment (2)Der gefährliche Bill Williamson ist nach wie vor am Leben. Im Vorgängerfilm Rampage hat dieser in einer Kleinstadt für Angst und Schrecken gesorgt. Er ist Amok gelaufen und hat einen unschuldigen Menschen nach dem anderen auf offener Straße erschossen. Zwei Jahre nach den Vorfällen war es ruhig und die Angehörigen der Opfer lebten in Ungewissheit, wie es um Williamson steht. Diese wünschen sich nämlich nichts sehnlicher, als dass dieser von der Polizei geschnappt und schlussendlich getötet beziehungsweise hingerichtet wird. Dann taucht vor einem Jahr im Internet plötzlich ein Video auf. In diesem erklärt der Täter, dass in jedem Jahr Millionen von Menschen geboren werden, die dafür sorgen würden, dass auf der ganzen Welt die Nahrungsmittelkapazitäten ausgeschöpft werden. In seinen Augen hätten die kein Recht zu leben, weshalb er seine Anhänger dazu aufruft, ihn zu unterstützten und andere Menschen umzubringen, damit es mit dem Planeten wieder aufwärts geht. Da muss man als Zuschauer ordentlich schlucken. Makaberer wird es bereits in der nächsten Szene. Hier sitzt Williamson am heutigen Tag in einer Seitengasse und wartet nur darauf, dass Menschen über den Bürgersteig gehen, damit er sie der Reihe nach abschießen und von der Straße schleppen kann. Eines Tages beschließt Williamson allerdings, dass er endlich gehört werden will.

Hören und gehört werden

Rampage - Capital Punishment (3)Um endlich gehört werden zu können, kommt ihm nur eines der wichtigsten Medien unserer Zeit in den Sinn – das Fernsehen! Er sucht den örtlichen Fernsehsender auf, der zwar klein ist, für seine Ansprüche aber genügen muss. Dort angekommen, schießt er wahllos auf die Mitarbeiter des Senders – ohne mit der Wimper zu zucken! Ein paar lässt er am Leben, um ein paar Geiseln zu haben. Besonders wichtig ist Williamson, dass der Journalist Chip Parker unter den Geiseln ist. Er stellt ihm ein Ultimatum von einer Stunde. In dieser Zeit muss Parker dafür sorgen, dass ein Video von einer DVD landesweit ausgestrahlt wird. Zudem soll Parker mit ihm ein Interview führen, denn ansonsten würde er alle Geiseln kurzerhand erschießen. Währenddessen taucht vor dem Gebäude des Fernsehsenders die Polizei auf, die sich um Williamson kümmern soll. Dieser hat aber Überwachungskameras installiert und kann jeden Schritt der Polizei überwachen. Sowohl außerhalb und innerhalb des abgeschotteten Studios spitzt sich die Lage zu. Während Parker sowohl in Dialogen, als auch in Monologen, auf die ganzen Fehler der westlichen Welt (vor allem mit den Vereinigten Staaten von Amerika rechnet er ab) hinweist, wächst bei Parkers Vorgesetzten die Geldgier. Nach Ausstrahlung des Videos hat der Sender nämlich einige Millionen Dollar verdient. Schöne neue Welt!

Auf den Punkt gebracht

Rampage - Capital Punishment (4)Regisseur Uwe Boll spielt im Film Parkers Vorgesetzten, der beim Anschauen des Videos kommentiert, dass der Mann doch völlig im Recht sei, um die Bedeutung seiner Aussage, die im Film getroffen werden soll, einmal mehr zu betonen. In Rampage: Capital Punishment rechnet Boll, wie schon erwähnt, besonders mit den Vereinigten Staaten ab. Er geht auf die verschiedenen Massaker ein, die an Schulen verübt worden sind. Vor allem das Waffengesetz der Vereinigten Staaten kritisiert er, da nur durch diese harmlosen Gesetze Menschen wie der terroristische Williamson an Waffen gelangen können. Ein wichtiger Punkt sind Kriege, die geführt werden. Selbst vor dem Amerikanischen Bürgerkrieg macht Boll keinen Halt und stellt Geld vor die Bedürfnisse von Menschen. Wenn man sich den Audiokommentar, der in deutscher oder englischer Sprache anwählbar ist, anhört, bemerkt man schnell, dass Boll diese Meinung auch wirklich selbst vertritt. Er bringt Missstände wie das Gefängnis in Guantánamo oder den Umgang mit dem Whistleblower Snowden direkt auf den Punkt. Hetze ist das nicht, aber eine Meinung, die gehört werden sollte. Natürlich reichen die verschiedenen Faktoren tiefer, als dass sie Boll erklärt, doch besonders unter diesem Aspekt macht jede einzelne Szene von Rampage: Capital Punishment Sinn; die Gewaltszenen werden sinnvoll geschönt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Uwe Boll wird oft persönlich und fällt seine Aussagen direkt; das kennt man schon von unzähligen seiner anderen Werken. Aber nachdem ich Rampage bis heute leider nicht gesehen habe, bin ich froh darüber, dass ich zumindest Rampage: Capital Punishment sehen durfte, um einen Einblick in Bolls Meinung über ernste Themen, die uns alle angehen, zu erhalten. Man möchte Boll und somit dem Charakter Williamson dem ganzen Film über nur zu sprechen, doch wichtig ist auch, dass man sich abseits des Films tiefer mit der Materie befasst, alle Faktoren mit einberechnet und vor allem selbst eine Meinung bildet. Viele Aussagen sind nämlich dadurch, dass Williamson Amok läuft, hart an der Grenze zur Hetze. Rampage: Capital Punishment bleibt somit ein Werk, welches in einem Dialog immer mal wieder zitiert werden sollte, da man doch viele Missstände über einen Kamm schert und auf den Punkt bringt. Abgesehen davon kann die Handlung des Films bis zum Ende sehr gut unterhalten, da sie spannend erzählt wird und Schauspieler wie Brendan Fletcher, Lochlyn Munro und Mike Dopud ihr Handwerk verstehen. Nur Uwe Boll als Schauspieler – das will nicht so recht funktionieren und ist vor allem in der deutschen Synchronisation sehr trashig. Das weiß der Regisseur jedoch selbst und nimmt sich im Audiokommentar einmal mehr aufs Korn und wer Filme von ihm kennt, weiß, dass man besonders den Audiokommentar nicht verpassen darf. Der ist nämlich wieder einmal wirklich sehr interessant ausgefallen und gibt tiefe Einblicke in die kostengünstige Filmproduktion!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Rampage: Capital Punishment!

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