Review: Godzilla: Tokyo SOS

Godzilla - Tokyo SOS (1)Endlich besinnt sich ein Film der Millennium-Reihe an einen vorherigen Godzilla-Film dieser Serie. Gemeint ist natürlich der direkte Vorgänger, Godzilla against Mechagodzilla, an den Godzilla: Tokyo SOS ein Jahr später, genauer gesagt im Jahr 2003, nahtlos anknüpft.

Godzilla - Tokyo SOS (2)Der Kampf zwischen Gojira und seinem metallenen Pendant Mekagojira hat fatale Spuren hinterlassen. Nicht nur Teile der japanischen Hauptstadt Tōkyō sind zerstört; auch Kiryū, wie Mekagojira betitelt wird, hat schwere Schäden davon getragen. Seit einem Jahr arbeiten die führenden Wissenschaftler Japans an der Reinstandsetzung von Mekagojira. Seit dieser Zeit wurde Gojira nicht mehr gesehen, weshalb es auch auf politischer Ebene eine heftige Debatte um die Reparatur gibt. Der ehrliche Steuerzahler soll für den baldigen Einsatz von Mekagojira aufkommen. Die aufgebrachten Gelder können jedoch ebenso gut für den Wiederaufbau der Hauptstadt gebraucht werden, da Japan ohnehin vor keiner direkten Bedrohung mehr stünde. Weit gefehlt! Eines Tages wird die Riesenschildkröte Kameba an der Küste angespült und es sieht so aus, als würde sich Japan, insbesondere Tōkyō, erneut zum Schlachtfeld entwickeln. Die Regierung entscheidet, dass das Militär in die Reparatur von Kiryū investieren soll, doch ist das Budget begrenzt. Mekagojira kann deshalb nicht mit der mächtigen Absolute-Zero-Kanone bestückt werden, da der große Kristall, der dazu nötig wäre, nicht beschafft werden kann. Man improvisiert und stattet den Maschinendrachen mit alternativen Waffen aus, die Gojira endlich Einhalt gebieten sollen; trotz der bevorstehenden Risiken des Einsatzes.

Kniff der Filmgeschichte

Godzilla - Tokyo SOS (3)An der grundlegenden Handlung scheint sich erst einmal nichts verändert zu haben. Die Story wird jedoch wie schon in Godzilla vs. Spacegodzilla mit einem bestimmten Fantasy-Element aufgebohrt. Dabei bezieht sich Godzilla: Tokyo SOS wie sein Vorgänger unter anderem auf den Film Mothra bedroht die Welt aus dem Jahr 1961. Man hat sich für Godzilla: Tokyo SOS jedoch einen ähnlichen Kniff wie bei Godzilla vs. Destoroyah einfallen lassen. Der Charakter Doktor Shinichi Chūjō kommt nämlich in beiden Filmen vor und wird zudem noch von ein- und demselben Schauspieler verkörpert. Die Jahre sind auch an Hiroshi Koizumi leider nicht vorbeigegangen, doch unterstützt der gealterte Schauspieler die Handlung so doppelt. Wer Mothra bedroht die Welt nicht gesehen hat, da der Film hierzulande immer noch auf eine Veröffentlichung auf DVD wartet, muss nicht verzagen. Sämtliche Hintergründe, die für das Verstehen der Story von Godzilla: Tokyo SOS nötig sind, werden geklärt. Chūjō wird von den beiden Priesterinnen aus dem genannten Filmklassiker angesprochen und erfährt, dass es falsch von den Menschen war, die Knochen des ersten Gojiras für das mechanische Abbild zu verwenden. Die Priesterinnen bitten Chūjō, Neffen Yoshito und Enkel Shun, alles dafür zu tun, damit Mekagojira zerstört wird. Stattdessen soll Mosura die Menschen beschützen.

Folgenschwere Entscheidung

Godzilla - Tokyo SOS (4)Diese Entscheidung, mit denen die drei Charaktere und später der Premierminister (erneut gespielt von Akira Nakao) konfrontiert werden, sorgt bis zur Mitte des Film für Unbehagen. Schließlich steht die gesamte Menschheit auf dem Spiel, da Mekagojira die vermutlich letzte Waffe im Kampf gegen den Koloss ist. Die zweite Hälfte des gerade einmal 95-minütigen Films steht dann im Zeichen der Monsterkämpfe. Hier tritt Gojira gegen Mosura an und auch Mekagojira wird für einen letzten Kampf reaktiviert. Zudem tauchen zwei weitere Monster auf, über die wir hier aus Spoiler-Gründen jedoch nichts verraten wollen. Auch wenn wir uns wieder einmal ein paar längere und spektakuläre Kampfszenen gewünscht hätten, kann man sich die Kämpfe in Godzilla: Tokyo SOS trotzdem ruhigen Gewissens ansehen. Es lässt sich aber festhalten, dass erneut die Charaktere im Vordergrund stehen und weniger der Star des Films. Käufer der Blu-ray-Fassung freuen sich dennoch über ein gutes Bild und auch einen guten Ton, sowohl in der deutschen Synchronisation, als auch im japanischen Originalton. Besonders die Musik unterstützt die Intention des Films, die Arroganz der Menschen und die falsche Verwendung von Atomkraft zu kritisieren. Wer auf Bonusmaterial hofft, wird wie schon bei den vorherigen Veröffentlichungen wieder nur mit Filmtrailern abgespeist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich bin sehr froh darüber, dass Regisseur Masaaki Tezuka an Godzilla against Mechagodzilla angeknüpft hat. Vermutlich hätte ich den Film sonst wieder als lahmen Versuch betitelt, die Riesenechse neu zu definieren. Jetzt kann man sich zumindest auf die Ereignisse von Godzilla against Mechagodzilla stützen und auch wenn wir uns bereits in der fünften Zeitlinie aller Godzilla-Filme befinden, finde ich es gut, dass man sich ebenfalls an einen weiteren Film, Mothra bedroht die Welt, orientiert und gar einen Schauspieler nach über vierzig Jahren dazu bewegt, wieder mitzumischen. Das sind Momente, die unglaublich wichtig für die Atmosphäre eines Films sind, wenn man schon die Kampfszenen wieder einmal auf das Nötigste reduziert. Das ist nämlich auch das einzige, was ich an Godzilla: Tokyo SOS bemängeln möchte. Der eigentliche Star oder genauer gesagt die Stars des Films (der Originaltitel kommt ohne Mosura und Mekagojira nicht aus) kommen in meinen Augen zu kurz. Ich möchte sehen, wie die Miniaturstädte zerstört werden und alle Angriffe in ihrer vollen Pracht bestaunen. Der rasche Veröffentlichungszyklus sämtlicher Filme innerhalb der Millennium-Reihe tut dem Franchise wirklich nicht gut. Jetzt blicke ich jedoch gespannt auf den Abschluss dieser Serie; Godzilla: Final Wars, ich bin bereit!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Godzilla: Tokyo SOS!

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