Review: Dragon Hero

Dragon Hero (1)Mit dem Film Dragon Hero aus dem Jahr 1979 versucht Regisseur Lo Wei die Karriere seiner Neuentdeckung Jackie Chan zu fördern. Er möchte ihn sogar zum Nachfolger von Bruce Lee machen, doch krankt der Streifen an recht lahmen Kampfszenen und sehr müden Gags.

Dragon Hero (2)Die Handlung von Dragon Hero dreht sich um den recht jungen Kampfschüler Tang How Yuen. Nach dem Tod seiner Eltern wird er von einem Meister des Kung-Fu und dessen Frau aufgenommen und fortan erzogen. Zudem tritt Tang How Yuen in dessen Kampfschule ein, wo er bis ins Erwachsenenalter trainiert, um seinen Zieheltern ein guter Sohn und seiner Stiefschwester ein guter Bruder zu sein. Das Leben verläuft in gewohnten Bahnen, doch dann taucht in der Kampfschule der heimtückische Kampfmeister Quen auf. Er fordert Tang How Yuens Meister zum Zweikampf, da sich dieser als bester Künstler in den Kampfkünsten kürt. Der Kampf verläuft jedoch nicht fair, obwohl der Ziehvater des Protagonisten unterliegt und kurzerhand aufgibt, greift ihn Quen unerbittlich weiter an. Die Folge ist, dass er das Schild der Kampfschule als Preis verlangt und die Schule daraufhin verlässt. Allerdings spuckt Tang How Yuens Meister Blut und stirbt wenige Stunden später am Abend in den Armen von Frau und Tochter. Sein letzter Wunsch ist, dass sein bester Schüler Tang How Yuen, sich um seine Hinterbliebenen kümmern möchte. Natürlich willigt er ein, doch schwört er ebenfalls Rache. Für eine direkte Auseinandersetzung ist Tang How Yuen aber noch zu schwach, denn sein Gegenspieler ist viel zu stark. Die Jahre vergehen und erst am dritten Todestag des Meisters hat seine Familie den gefürchteten Quen ausfindig gemacht. Die Rache steht kurz bevor!

Verschenktes Potenzial

Dragon Hero (3)Dragon Hero möchte jedoch nicht nur eine Rachegeschichte erzählen, denn die ist nach etwa der Hälfte des Films schon fast vorbei. Der tragische Charakter Quen kommt ebenfalls nicht zu kurz. Bereits am Anfang des Films nimmt sich seine Frau, die früher mit Tang How Yuens Meister befreundet war, nach dessen Tod, hervorgerufen durch ihren Ehemann, das Leben. Von Schuldgefühlen geplagt möchte er nun ein besseres Mensch werden. Wie genau seine Sühne aussieht, verraten wir an dieser Stelle nicht. Dafür hat auch seine Familie ein Problem mit einem verfeindeten Klan. Die Fehde wird im gesamten Film jedoch nicht gänzlich geklärt, weshalb es schade ist, dass hier durchaus Potenzial verschenkt worden ist. Die Handlung von Dragon Hero hat dieses an vielen Ecken nämlich sehr wohl! Der Rachepakt ist der Auftakt zu einer Story, die eine ganz andere Wendung nimmt und trotzdem bodenständig bleibt. Unter anderem kommt es zum Einsatz von Gift und der Ermordung eines Jungen. Ränkespiele im Machtgefüge der Klans führen schlussendlich zum großen Finale zwischen Jackie Chan und diversen Schlägern. Gerade in den letzten Minuten kann Dragon Hero zeigen, zu was Lo Wei fähig ist, wenn er nur die richtigen Szenen dreht. Sowohl die Story, als auch die Kämpfe in Dragon Hero, lassen nämlich vor allem in der ersten Filmhälfte sehr zu wünschen übrig.

Technisches Desaster

Dragon Hero (4)Zu wünschen übrig lässt auch das Bild; sogar das Bild der Blu-ray-Fassung ist sehr schlecht gealtert. Hervorgerufen durch falsche Lagerung oder den Einsatz schlechter Kameratechnik, verschwimmen viele Bilder. Das fällt besonders bei den Außenaufnahmen in der chinesischen Landschaft auf. Hier wellt sich das Bild unschön nach links und rechts. Erst wenn die Kamera fest verankert ist, fallen diese Probleme kaum mehr auf. Dafür macht sich in diesen Szenen zusätzlich helles Flackern bemerkbar. Die Tonspuren in Deutsch und Kantonesisch liegen zwar beide in DTS-HD 5.1 und auch in 2.0 (Mono) DTS-HD vor, doch klingen selbst die beiden aufgewerteten Tonspuren nur wenig besser. Wohlgemerkt: Der Film wird als digital remastered beworben! Hier wäre sicherlich ein wenig mehr möglich gewesen. Selbst das Bonusmaterial, welches hier nur aus einem Interview mit Jackie Chan besteht, scheint von einer VHS auf die Blu-ray überspielt worden zu sein. Am unteren Rand sind fast durchweg die typischen weißen Streifen zu sehen, die wohl durch falsche Lagerung oder Abnutzung entstanden sind. Immerhin hebt sich der Inhalt des Interviews von den anderen Ausschnitten ab, die den Filmen der Dragon-Edition-Reihe beiliegen. Dragon Hero fehlt es also an allen Ecken und Enden am gewissen Etwas, den 98 Minuten langen Film kann man ruhig auslassen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Dragon Hero gehört zu den typischen Martial-Arts-Filme der späten Siebziger Jahre. Bis zum großen Finale gibt es hier nämlich nur durchschnittliche Kampfszenen und auch die Handlung kann ihr Potenzial nicht völlig frei entfalten. Sie ist grundsolide und hat auch einige gute Ansätze. Das Problem liegt nur daran, dass während der Produktion die Geldmittel ausgegangen sind und Regisseur Lo Wei somit einige Abstriche machen musste. Ob dies nun tatsächlich der Grund ist, warum die Handlung (insbesondere die Fehde zwischen Quen und einem verfeindeten Klan) nicht ihr volles Potenzial entfalten kann, sei einmal dahingestellt. Fakt ist, dass man hier sehr viel mehr hätte machen können. Der letzte Kampf vor Quens Kampfschule gefällt mir zwar sehr gut, da auch hier der Reihe nach fast alles in angenehmen Dialogen aufgeklärt wird, doch dafür hätte man sich nicht achtzig Minuten lang abmühen müssen. Beinharte Jackie-Chan-Fans werden sich Dragon Hero früher oder später sicherlich einmal anschauen, doch ich kann nur dazu raten, dass man ihn sich lieber später als früher anschauen sollte. In meinen Augen verpasst man in Dragon Hero sehr wenig bis gar nichts.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Hero!

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