Review: Return of the Warrior

Return of the Warrior (1)Im Jahr 2005 drehte der thailändische Regisseur Prachya Pinkaew den Film Tom Yum Goong, der hierzulande als Revenge of the Warrior bekannt ist. Der Film war so erfolgreich, dass er unbedingt einen Nachfolger drehen wollte. Im letzten Jahr bekam Pinkaew seine Gelegenheit.

Return of the Warrior (2)Tom Yum Goong 2, der in Deutschland unter dem Namen Return of the Warrior erschien, ist die direkte Fortsetzung des Films aus dem Jahr 2005. Wie in der Realität sind auch im Film acht Jahre vergangen. Die Handlung von Return of the Warrior spielt vor dem Hintergrund eines südostasiatischen Landes namens Katana, welches seit vielen Jahren einem Bürgerkrieg ausgesetzt ist. Durch das Einmischen verschiedener südostasiatischer Staaten, darunter auch das Königreich Thailand, ist Katana bereit, Frieden zu schließen. Das Land soll in eine Ost- und in eine Westhälfte aufgeteilt werden. Unterzeichnet werden soll der Vertrag allerdings in der thailändischen Stadt Phuket, also fast neunhundert Kilometer von der Hauptstadt Bangkok entfernt, wo die Geschichte um den Protagonisten Kham beginnt. Etwas außerhalb der Stadt lebt Kham zusammen mit seinem Elefanten Khon in Frieden und im Einklang mit der Natur. Die Tage verbringt er mit dem Trainieren der Dorfkinder in den Kampfkünsten. Die Eltern der Kinder respektieren das jedoch ebenso wenig wie Kham ihre Auffassung übers Kämpfen. Sein Bruder spielt ihm währenddessen einen Streich nach dem anderen. Als er eines Tages nach Hause kommt, warten dort Geschäftsleute auf ihn, die ihm Khon für Geld abkaufen wollen. Als er ihnen höflich mitteilt, dass Khon unverkäuflich ist, drohen ihm die Männer.

Unter Mordverdacht

Return of the Warrior (3)Für kurze Zeit muss Kham noch einmal sein Zuhause verlassen, doch als er zurückkehrt, ist sein Elefant verschwunden und sein Bruder niedergeschlagen. Er beschließt, nach Bangkok zu reisen und den Entführer zur Rede zu stellen. Als Kham ihn endlich ausfindig gemacht hat, ist von dem Elefanten jedoch keine Spur. Noch dazu ist der Entführer bereits tot! Als die beiden Nichten des Mannes im Büro auftauchen, fällt der Verdacht natürlich auf Kham, da dieser die Wachen allesamt zusammengeschlagen hat. Er verschwindet schnell aus dem Haus, während die Polizei schon im Anmarsch ist. Geschnappt wird er trotzdem, doch nicht von irgendwem. Den Interpol-Beamte Sergeant Mark kennt Kham noch von früher und dieser weiß, dass Kham kein Mörder ist und lässt ihn laufen. Blöd nur, dass das die Nichten gesehen haben und kein Vertrauen mehr zur Polizei haben. Später treffen sich Kham und Mark wieder und klären die Situation im Stillen. Mark erzählt Kham, dass auf den Präsidenten von Katana während der Zeremonie ein Anschlag verübt werden soll und er nur deswegen in Bangkok sei. All das scheint jedoch mit Khams Elefanten Khon zusammen zu hängen. Als plötzlich das Gebäude von den beiden Nichten und kurz darauf von hunderten Bikern gestürmt wird, flieht Kham, um den sicheren Tod zu entgehen und um sich auf die Suche nach Khon zu machen.

Etwas Sinn und wenig Logik

Return of the Warrior (4)Die ersten zwanzig Minuten von Return of the Warrior werden unglaublich gut präsentiert. Der Erzählrhythmus stimmt ebenso wie die Schauspieler. Neben Tony Jaa, der Kham spielt, ist auch Petchtai Wongkamlao einmal mehr von der Partie. Beide Darsteller geben Return of the Warrior eine ganz eigene Note, die aber von den mäßigen Schauspielkünsten von Robert Fitzgerald Diggs und einigen unwichtigen Nebendarstellern ständig nicht als solche erkennbar ist. Zudem fühlen sich die Martial-Arts-Szenen des Films zu übertrieben beziehungsweise viel zu langatmig an. Erst der Kampf zwischen Marrese Crump und Tony Jaa zeigt, wie man gute Action in Szene setzt. Übertriebene Szenen wie die, in der Tony Jaa (an einem Seil befestigt) an der angeblich höchsten Brücke Südostasiens einmal drumherum geschleudert wird, sind sicher nett gemeint. Aufgrund des geringeren Budgets sehen diese Szenen aber nicht packend aus. Auf dem Weg zum Ende des Films gibt es immer wieder ein paar kleinere Twists, welche aber damit zu kämpfen haben, überhaupt einen Sinn zu ergeben. Meistens muss man nämlich erahnen, warum der freundliche Charakter auf einmal auf der Gegenseite steht oder wie man einen Fall von einem Wolkenkratzer überleben kann. Return of the Warrior ist beileibe kein schlechter Film, doch bleibt er leider etwas hinter seinen hoch angesetzten Ambitionen zurück.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Dass ich mich mit thailändischen Filmen etwas schwer tue, habe ich in einigen Reviews sicherlich das eine oder andere Mal erwähnt. Trotzdem habe ich Return of the Warrior eine Chance gegeben, da mich der Trailer doch ein klein wenig angesprochen hat. In den ersten zwanzig Minuten des Films werde ich auch nicht enttäuscht, doch dann hat Return of the Warrior ständig mit Höhen und Tiefen zu kämpfen. Tony Jaa und Petchtai Wongkamlao bereichern den Film ständig mit interessanten Dialogen, netten Sprüchen und passenden Synchronsprechern, sofern man sich den Film in deutscher Sprache anschauen beziehungsweise anhören möchte. Die thailändische Fassung ist aber auch nicht zu verachten, da es hier Szenen gibt, wo ein Charakter als Dolmetscher für den Bösewicht agiert – in der deutschen Fassung unterstützt der eigentliche Dolmetscher den Fiesling in seiner Argumentation. Aufgrund der unterschiedlichen Positionen macht das in der deutschen Version aber kaum Sinn. Mit Sinn und Logik nimmt es der Action-Streifen aber auch nicht so genau. Sämtliche Szenen müssen so im Film sein, damit er verständlich ist – daran gibt es nichts zu rütteln. Aber warum manche Szenen inhaltlich einfach mal die Story umschmeißen und es dann nicht ganz erklären, ist doch ziemlich unlogisch. Wenn man den Vorgänger schon mochte, wird man mit dem zweiten Teil sicherlich auch noch Spaß haben!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Return of the Warrior!

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