Review: Sabotage

Sabotage (1)Zehn Millionen US-Dollar – die hätte jeder von uns gerne auf dem Konto. Im Film Sabotage bekommt Arnold Schwarzenegger alias Breacher die Gelegenheit, diesen Betrag einzusacken und genau dann sabotiert jemand aus seinem Team die komplette geheime Abmachung.

Sabotage (2)Sabotage erzählt eine Handlung, die man so sicher in abgewandelter Form schon diverse Male in Film und Fernsehen gesehen hat. Breacher ist Leiter eines Teams der Drug Enforcement Administration. Kollegin Lizzy hat sich in die Villa eines Drogenbarons eingeschleust. Um in die gut bewachte Festung jedoch Verstärkung zu beordern, benötigt es in diesem Falle einfach nur rohe Gewalt. Brachial stürmen Breacher und der Rest des Teams das Gelände und machen sich im Gebäude auf, die Straftäter aufzuspüren und zu erledigen. Das Team ist aber darüber informiert, dass im Kellergeschoss hunderte Millionen Dollar lagern. Eigentlich ist das Geld ab sofort Eigentum des Staates, doch zehn Millionen Dollar mehr oder weniger, so denken sie, fällt der Drug Enforcement Administration bestimmt nicht auf. Also verstecken sie das Geld sicher, doch als sie in der Nacht heimlich zurückkehren, sind die Millionen verschwunden. Es bleibt unklar, wie das Geld nun verschwinden konnte. Die nächsten sechs Monate werden für das Team dennoch zur Hölle, denn die fehlenden Millionen sind sehr wohl jemanden aus der Chefetage aufgefallen. Aus Washington D.C. kommt der Auftrag, dass Breacher und sein Team vorerst nicht operieren dürfen und überwacht werden müssen. Sein Team besteht die Geduldsprobe, doch nach diesem halben Jahr wird Breachers Team der Reihe nach dezimiert.

Rustikales Schlachtschiff

Sabotage (3)Die Szenen des Films bauen logisch aufeinander auf und erzählen die Story stringent bis zum Abspann. Regisseur David Ayer hat dabei besonderen Wert auf die Gestaltung des Charakters Breacher gelegt. Schwarzenegger ist nicht mehr der Jüngste und obwohl dieser für viele noch immer der Action-Held der Achtziger und Neunziger Jahre ist, müssen Fans wie schon in The Last Stand mit einem Schlachtschiff leben, das seine besten Tage bereits hinter sich hat. Das merkt man leider auch den vielen Action-Szenen an. Während die ersten zwei Filmdrittel mit wenig brachialer Kunst auskommen und nur ein paar Gefechte in Form von Schusswechseln zeigen, geht es erst gegen Ende des Films ordentlich zur Sache. Das liegt daran, dass sich der Film in der ersten Hälfte mehr als ein Thriller und weniger als ein Action-Streifen anfühlt. So nimmt sich die Story in aller Seelenruhe die Zeit, wichtige Charaktere einzuführen und alle nötigen Randfiguren mit der Zeit aus dem Drehbuch zu schreiben. Breachers Figur ist sehr tragisch gestaltet, da wir schon in der ersten Szene mitbekommen, dass ihm mindestens eine teure Person genommen wurde. Er lebt in einem rauen Umfeld, weshalb auch die sprachliche Gestaltung der Dialoge mit seinem Team schon auf einer fäkalen Ebene funktionieren. Dem entgegen stellt sich Agentin Caroline, die partnerlos lebt und daher innerlich zerrüttet wirkt.

Verwirrungen in 110 Minuten

Sabotage (4)

Welche Intention der Film nun wirklich hat, lässt sich nur erahnen. Neben dem Filmende gibt es auf dem Datenträger noch ein alternatives Ende, welches mit zwei möglichen Ausgängen recht unterschiedliche Wirkungen erzeugen kann. Vermutlich ist es aber nur die ewige Story von der Rache, die Ayer in seinem Film vorstellen will. Sinn ergibt das alternative Ende aber nur, wenn man sich die (ebenfalls auf der Disc enthaltenen) entfallenen Szenen anschaut. Hier schlummert sogar ein ganzer Plot, der im Film nirgends erwähnt wird. Aus Caroline wird da noch ein viel zerbrechlicher Mensch und aus Breacher wird jemand ohne Gewissen. Das ist zwar nett anzusehen, unterstreicht jedoch einmal mehr die Ahnungslosigkeit des Regisseurs, der wohl nicht wusste, welchen Charakter Schwarzenegger bis kurz vor Filmstart eigentlich verkörpern soll. Entsprechend lahm fällt auch das Bonusmaterial aus. Die entfallenen Szenen und das alternative Ende sind eine sehr nette Dreingabe, doch die Interviews und das Making-of sind wirklich nur für beinharte Fans von Action-Filmen, die sich über jede auch noch so uninteressante Anmerkung zu einem Film freuen. Der Film mag zwar durchgehend Standard-Kost im Action-Segment sein, doch auf technischer Ebene kann man nichts bemängeln. Der Ton in DTS-HD 7.1 Master Audio und das knackige Bild in 1080p runden das Paket gut ab.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Wenn ich an die Action-Filme der letzten dreißig Jahre zurückdenke, dann erinnere ich mich sehr oft an Filme mit Schwarzenegger. An diese Tugenden will Sabotage einfach nicht anschließen. Schwarzenegger ist heute in Filmen einfach nicht mehr der lässige Draufgänger. Er steht am Anfang einer Entwicklung, wie sie schon Clint Eastwood oder anderen Legenden aus Hollywood durchmachen mussten. Daran störe ich mich auch gar nicht, doch verkauft man Schwarzenegger immer noch als den großen Action-Held schlechthin und dann passiert in den ersten achtzig Minuten gar nicht so viel. Die Story dümpelt vor sich hin und nimmt die Form eines gemütlichen Thrillers ein. Das zieht sich gefühlt in die Länge, lässt mich aber schnell alles vergessen, wenn die Verfolgungsjagd quer durch Atlanta beginnt. Hier kann die Action-Legende immer noch zeigen, was in ihm steckt. Trotzdem weiß Regisseur Ayer nicht, wie man einen Charakter vernünftig gestaltet. Er hat zuvor auch gerade bei nur drei Filmen Regie geführt. Daher bleibt zu hoffen, dass er in Zukunft tiefgründigere Figuren kreiert, denn sonst geht es mit dem Hollywood-Action-Genre weiterhin abwärts. Sabotage lässt sich zwar wirklich hervorragend an einem der berühmten verregneten Sonntagnachmittage ansehen, doch mehr als solides Mittelmaß wartet hier nicht.

Vielen Dank an Splendid Film für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Sabotage!

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