Review: The Last Stand

The Last Stand (1)In Terminator 3: Rebellion der Maschinen stand Arnold Schwarzenegger 2003 letztmals in einer Hauptrolle vor der Kamera. Während seiner Amtszeit als Gouverneur war er nur in kurzen Gastauftritten zu sehen. Nach zehn Jahren Pause mimt er diesmal einen Sheriff.

The Last Stand (2)Ray Owens war einst bei der Drogenfahndung von Los Angeles, doch nachdem er dort das Leid, das Blut und die Toten über war, hat er sich auf das Land zurückgezogen. Seitdem ist er als Sheriff in der kleinen Stadt Sommerton tätig, in der es jedoch sehr ruhig zugeht und er dort nur mit kleineren Delikten und Einbrüchen zu tun hat. Das ändert sich jedoch an seinem freien Tag, denn anstatt das Wochenende zu genießen, machen ihn zwei mysteriöse Trucker im Diner Gedanken und am nächsten Morgen wird dann auch noch der örtliche Farmer und Milchlieferant tot aufgefunden. Um dem ganzen Trubel noch die Krone aufzusetzen, passiert in Las Vegas, also weit entfernt von Sommerton und der mexikanischen Grenze, ein weiteres Unheil. Der berüchtigte Drogen- und Kartellboss Gabriel Cortez soll zwar vom FBI in den Todestrakt verlegt werden, doch bei der Eskortierung wird der Gefangenentransport durch einen Kran gekapert und Cortez gelingt die Flucht. Um Schutz vor der Bundespolizei zu erhalten, nimmt er Agent Ellen Richards als Geisel, was dem FBI-Koordinator Agent John Bannister jedoch nicht daran hindert, dennoch die Verfolgung durch den Westen Amerikas aufzunehmen. Anstatt mit einem Flugzeug oder Helikopter zu fliehen, nutzt Cortez eine gestohlene Corvette ZR1, um Mexiko zu erreichen. Sein Weg führt ihn durch Sommerton!

Mehrere Höhepunkte

The Last Stand (3)The Last Stand nutzt bei seiner Erzählweise geschickt die Reißverschlusstechnik. Das heißt, dass wir insgesamt drei Handlungsstränge erfahren, die immer mehr zusammenlaufen. Auf der einen Seite erfahren wir die Sichtweise von Owens (Arnold Schwarzenegger), der in der Kleinstadt eigentlich seinen frühen Lebensabend verbringen will und jetzt damit konfrontiert wird, die bereits verarbeitete Vergangenheit wieder aufleben zu lassen. Auf der anderen Seite steht Agent Bannister (Forest Whitaker), der die Verfolgung von Cortez in die Wege leitet. Cortez (Eduardo Noriega) befindet sich dazwischen. Ihm ist es wichtig, die Heimreise durch die Vereinigten Staaten nach Mexiko antreten zu können. Wie genau das jedoch mit den bereits erwähnten Truckern und dem Mord an einem Farmer zu tun hat, verraten wir euch an dieser Stelle nicht. Am Ende kann man sich aber sicher sein, dass Regisseur Kim Jee-woon, der mit The Last Stand sein US-amerikanisches Debüt feiert, das alles so gewollt hat und die drei Handlungsstränge sinnvoll miteinander verknüpft. Fast durchgehend besteht der Film aus Höhepunkten, wie einer Verfolgungsjagd durch ein Maisfeld, die Verteidigung der Stadt und unerwarteten Unterstützern von Cortez, die eine Straßensperre in Windeseile durchbrechen. Die Action sticht zwar heraus, doch darf man den Humor des Films nicht unterschätzen.

Ein Schuss Selbstironie

The Last Stand (4)Der Film bleibt fast durchgehend ernst, doch hin und wieder lockern coole Sprüche das Geschehen wieder auf. Hier möchten wir insbesondere anmerken, dass sich The Last Stand wie eine Selbstironie von und für Arnold Schwarzenegger anfühlt. Sowohl der kalifornische Ex-Gouverneur, als auch der Sheriff haben schon seit ewigen Zeit nicht mehr auf den Putz gehauen und bekommen in The Last Stand jetzt die Gelegenheit. Nicht umsonst fühlt sich Owens an einer Stelle im Film alt. Alt wirkt jedoch auch das Szenario. Das meinen wir im positiven Sinne! Der Streifen erinnert uns zunehmend an die gute Action der Achtziger Jahre und durch den Regisseur aus Südkorea, der schon mit A bittersweet Life und I saw the Devil Erfolge feiern konnte, wundert uns das nicht. Verpackt bekommen wir den Film im typischen 16:9-Format (2,40:1), in 1080p und in brachialem DTS-HD 7.1 Master Audio – sowohl im Original, als auch in der deutschen Synchronisation. Einzig und allein die Tonabmischung stört uns, da Soundeffekte wie quietschende Reifen, Motorengeräusche und Schusswechsel viel zu laut sind. Der Griff zur Fernbedienung ist besonders bei einem Action-Film, wo immer wieder Dialoge eingestreut werden, besonders nervig. Neben dem 108 Minuten langen Film, erhalten wir zudem noch circa 90 Minuten informatives Bonusmaterial. So muss das sein!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ungeschnittenen Blu-ray-Fassung): Lange habe ich auf den Moment gewartet, Arnold Schwarzenegger erneut in einer Hauptrolle in einem Film zu sehen. The Last Stand erzählt vielleicht keine originelle Story und die Action könnte ich so bereits schon vor zwanzig Jahren gesehen haben. Das macht mir aber nichts, denn wo heutige Filme des Genres dermaßen übertrieben wirken, bleibt bei The Last Stand alles auf einem humanen Niveau – zumindest wenn man von den teils exzessiven Tötungsszenen der Feinde absieht. Es ist jedoch schön, den Österreicher wieder in einem Action-Film zu sehen und ich denke, dass seine Fans auch nicht wirklich mehr vom ihm erwarten. Trotzdem finde ich es erstaunlich, mit wie viel Aufwand solch ein Action-Film der alten Schule noch gemacht wird. Anstatt teure Computereffekte in den Film einzuspielen, genügt es hier zum Beispiel für eine Szene, gleich ein 24 Hektar großes Maisfeld zu kaufen, nur um eine Verfolgungsszene dadurch zu drehen. Wahnsinn! Oder man baut eine halbwegs zerfallene Stadt neu auf und besorgt echtwirkende Requisiten in Massen, nur um einmal kurz eine ganze Lagerhalle voller Waffen zu zeigen. Mir persönlich hat The Last Stand trotz seiner wenigen Makel sichtlich gefallen und kann ihm jeden Schwarzenegger-Fan empfehlen!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Last Stand!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s