Review: Liar Game (Band 10)

Liar Game (Band 10)Mit dem zehnten Band kommt die Zielgerade dieser Manga-Serie zwar schon fast in greifbare Nähe, zunächst sollte allerdings noch die aktuell laufende Fehde gegen Yokoya gelegt werden. Schließlich haben es Nao und Akiyama im Liar Game schon zu weit geschafft, als dass sie es sich jetzt noch nehmen lassen könnten, hinter die finsteren Machenschaften der Liar-Game-Verwaltung zu kommen. Jene Verwaltung hat sich dafür im vorherigen Band etwas ganz besonders einfallen lassen: Eine simulierte Epidemie sollte die Teilnehmer schon vor der vierten Runde direkt etwas dezimieren. Aber keine Angst, die Verlierer sterben hier nicht etwa einen fürchterlichen Tod, sondern sind bis zu ihrem Lebensende nur hoch verschuldet – für viele Menschen ist dies aber noch immer das schlimmere Übel. Zwar nehmen nicht alle Charaktere wirklich freiwillig am Liar Game teil; einen Hang zum finanziellen Wohlstand teilen sie dennoch allemal. Das wird besonders deutlich, als Shinobu Kaitani auch einer Figur außerhalb der Stammbesetzung die eine oder andere interessante Seite einräumt. Weniger, um sie interessanter wirken zu lassen, sondern eher, damit seine Taten und Motivationen für die Leser nicht mehr irrational und dagegen etwas verständlicher transportiert werden. Wirklich aufgesetzt kam uns diese Passage zum Glück nicht vor.

Schockierend Ehrlich

Obwohl Nao selbst eigentlich keinerlei fiese Tricks auf Lager hat, schafft sie es dennoch regelmäßig ihre Gegenüber aus der Fassung zu bringen. Durch ihre unübertreffliche Ehrlichkeit stößt sie selbst unter den Gegnern oft auf blankes Entsetzen – niemand würde sich so aufopfernd um die Errettung aller aus dem Liar Game kümmern. Da trifft sie mit ihrer Art nur auf taube Ohren, was sie verständlicherweise immer wieder aufs Neue frustriert. Dennoch erfüllt sie ihren Zweck neben dem kalt kalkulierenden Akiyama. Bei der Suche nach der unfehlbaren Methode, auch diese Runde zu kontrollieren, gewinnen glücklicherweise auch ihre Vorzüge an elementarer Wichtigkeit. Und diese Methode fällt dann auch wieder gewohnt genial aus, sodass sich schon einmal alle interessierten Leser auf nicht nur eine Überraschung gefasst machen dürfen. Dagegen ist die zweckmäßige visuelle Umsetzung der Liar-Game-Reihe schon lange kein Geheimnis mehr – ebenso wenig wie die daraus resultierende Konzentrierung auf eine spannende Story und auf die fesselnde Erzählweise im konstanten Maßstab Band für Band. In den letzten der insgesamt 208 Seiten gibt es noch einen kleinen Ausblick auf die folgende Entwicklung des Liar Games, die einige Änderungen mit sich bringen wird. Fans dürfen gespannt sein!

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas’ Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Ein weiteres Kapitel des Liar Games geht zu Ende, dieses mal aber wirklich. Hatte ich in der letzten Zeit noch das nicht unbegründete Gefühl, dass Shinobu Kaitani das eine oder andere Kapitel zwangsweise strecken musste, zeigt vor allem das Ende plakativ, dass damit nun Schluss ist und alte Höhen erneut erreicht werden wollen. Das heißt natürlich nicht, dass der Jubiläumsband Nummer Zehn langweilig ist – die üblichen Geniestreiche sind natürlich auch hier wieder vorprogrammiert. Was das Setting und die immer gleiche Spielstruktur angehen, so wurden die Gemüter der Leser aber in letzter Zeit doch arg strapaziert. Umso erfreulicher ist, dass ich mich nun wieder auf etwas Neues freuen kann!

Vielen Dank an Egmont Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Liar Game (Band 10)!

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