Review: Godzilla vs. Destoroyah

Godzilla vs. Destoroyah (1)Godzilla vs. Spacegodzilla knüpft 1994 leider nicht an den finanziellen Erfolg vorheriger Titel an. Da man bereits beim Dreh zu Godzilla vs. Mechagodzilla II mit dem Gedanken liebäugelt, die Heisei-Reihe um die Riesenechse zu beenden, setzt man dies Ende 1995 endlich um.

Godzilla vs. Destoroyah (2)Godzilla vs. Destoroyah knüpft an die Geschehnisse der vorherigen beiden Filme an. Gojira hat Supesugojira besiegt, doch Ruhe kehrt damit auf der Erde nicht ein. Obwohl man meinen könnte, dass Gojira mit seinem Sohn Gojira junia nun in Abgeschiedenheit leben können, ist das Schicksal nicht auf Seiten der Familie. Gojira taucht plötzlich in Hongkong auf und wütet in der chinesischen Hafenstadt. Dort fällt auf, dass Teile von Gojiras Körper glühen. Schnell wird der junge Wissenschaftler Kenichi Yamane zurate gezogen. Dieser ist der Enkel von Doktor Yamane, der vor vierzig Jahren daran gearbeitet hat, Gojira zu bekämpfen. Mit der Zeit kommen die Wissenschaftler der G-Force zum tragischen Schluss, dass Gojiras Herz einem Kernkraftwerk gleicht. Bis zu 1200 Grad soll sein Körper aushalten können, bevor Gojira eine Kernschmelze auslösen wird und damit die Erde vernichten könnte. Das Problem besteht darin, dass dieser Wert innerhalb von nur einer Woche überschritten sein wird. Man arbeitet entsprechend an einem Notfallplan, um die drohende Apokalypse abzuwehren. Zur gleichen Zeit arbeitet die Reporterin Yukari Yamane daran, Informationen zur Arbeit von Doktor Kensaku Ijuin herauszufinden. Dieser soll nämlich an einer Waffe arbeiten, welche eine ähnliche verheerende Wirkung wie der Oxygen-Zerstörer von 1954 haben soll.

Kampf an vielen Fronten

Godzilla vs. Destoroyah (3)Aus keinem anderen Grund werden Bodenproben aus dem Meer analysiert, wo vor mehr als vierzig Jahren Gojira zum ersten Mal besiegt wurde. Es stellt sich heraus, dass sich über die Jahre hinweg ein Mikroorganismus gebildet hat, der ausgerechnet jetzt dazu im Stande ist, zu mutieren. Plötzlich tauchen in der japanischen Hauptstadt Tōkyō mittelgroße Krabbenwesen auf. In der Zwischenzeit hat die G-Force die Entwicklung am Kampfflugzeug Super X-3 nach den Erfahrungen mit Mekagojira und Moguera abgeschlossen. Da Gojira zwischenzeitlich auf ein Kernkraftwerk zurast, wird die Super X-3 mit Einfriergeschossen beladen, um Gojira für eine Zeit lang im Meer eingefroren festzuhalten. Um den Krabbenwesen Herr zu werden, wird sowohl die Polizei als auch die militärische Abteilung der G-Force hinzugerufen. Dies nützt jedoch alles nichts – die mutierten Krebse sind gegen fast alle Waffen resistent und als das Aufgebot der Menschen zu mächtig wird, wird auch die Gegenseite mächtiger. Die Wesen mutieren zum großen Mutanten Desutoroia, der im Stande ist, die Stadt in Schutt und Asche zu legen. Abermals sind die Menschen auf die Hilfe von Gojira angewiesen. Um den Kampf gegen Desutoroia einzuleiten, kommt ihnen Gojira junia gerade recht. Dieser soll seinen Vater nach dessen Auftauen in die Bucht von Tōkyō zur alles entscheidenden Schlacht bewegen.

Verknüpfungen zweier Generationen

Godzilla vs. Destoroyah (4)Godzilla vs. Destoroyah beendet 1995 grundsätzlich den japanischen Mythos um die Echse Gojira. Zumindest fast – aus Spoiler-Gründen, die hier verschieden ausgelegt werden könnten, wollen wir jedoch nichts verraten. Gelungen ist dem Filmteam hinter Takao Okawara jedoch die Verknüpfung des letzten Heisei-Films mit dem Auftakt von Godzilla – Das Original. Das bezieht sich nicht nur auf die Nennung von Tatsachen. Emiko Yamane wird beispielsweise wieder von der Schauspielerin Momoko Kōchi verkörpert, die kurz vor ihrem Tod 1998 ein weiteres Mal nach über vier Jahrzehnten in ihre alte Rolle schlüpft. Außerdem sucht man 1995 im Archiv von Tōhō nach dem Originalfilm, um in wenigen Rückblenden auf originales Material zurückgreifen zu können. Eingefärbt werden diese Szenen jedoch nicht und bleiben somit als Stilmittel in Form von Erinnerungen in gewisser Weise nostalgisch. Nostalgie können wir fast zwanzig Jahre nach der Uraufführung des Films ebenfalls sein. Röhrenmonitore und das alte Apple-Symbol lassen grüßen. Das Bild der Blu-ray Disc ist in 1080p dennoch gut, wirkt in einigen Momenten jedoch etwas blass. Für Fans ist es jedoch abermals ärgerlich, dass nur die englische und die deutsche Tonspur auf dem Datenträger (in wenigen Szenen fehlt sogar die Lippensynchronität) enthalten sind; den japanischen Ton gibt es nur über den Importweg.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Godzilla vs. Destoroyah schließt die Geschichte um die Riesenechse Gojira 1995 vorerst ab. Es gibt zwar einen Anhaltspunkt, wie diese Geschichte weitererzählt werden könnte, doch möchte ich diesen nicht vorwegnehmen. Die Handlung des Films orientiert sich eigentlich an der Grundstruktur eines typischen Films des Kaiju-Genres, doch verbindet er gekonnt die Handlung des ersten Films der Shōwa-Reihe mit dem letzten Film der Heisei-Serie, indem man auf Motive wie den Oxygen-Zerstörer zurückblickt und am Ende dieselbe Botschaft vermittelt, wie schon beim ersten Godzilla-Film. Wie Ishirō Honda trifft auch Takao Okawara die Entscheidung, mit Godzilla vs. Destoroyah die Haltung gegen Atomenergie einzunehmen. Inhaltlich mag Godzilla vs. Destoroyah kein Meisterwerk sein, aber alleine für seine Intention und Erinnerung ans Original, sollte jeder Fan der Riesenechse auch dem letzten Film der Heisei-Reihe eine Chance geben.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Godzilla vs. Destoroyah!

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