Review: Soul Eater (Vol. 4)

Soul Eater (Vol. 4) (1)Viele Fans werden Soul Eater wohl schon längst gesehen haben, aber nun bietet sich erstmalig die Gelegenheit, die gesamte Anime-Serie in Form der DVD-Veröffentlichung des letzten Volumes vollständig und gebündelt zu erleben.

Soul Eater (Vol. 4) (2)In der Shibusen geht es heiß her. Die Hauptaufgabe dieser außergewöhnlichen Schule in Nevada liegt natürlich immer noch in der Bekämpfung des Bösen und der Abwehr von Monstern. Nun verdichten sich aber die Anzeichen, dass auch innerhalb dieser Organisation der eine oder andere finstere Plan geschmiedet wird. Als hätten Soul und Maka zusammen mit den anderen Schülern nicht schon genug zu tun, um den Kishin – ein gottähnliches Wesen, welches unaufhörlich den Wahnsinn in der Welt verbreitet – aufzuhalten, müssen sie sich nun auch noch mit Intrigen innerhalb der Schule herumschlagen. Zu allem Überfluss verschwindet auch noch Doktor Franken Stein, das geistige Genie der Shibusen. Vom Wahnsinn ließ er sich übermannen, dem nur wenige Menschen mit besonders starken Seelen widerstehen können. Der Wahn selbst wird auch zum Motto der Antagonisten, denn für sie bietet er auch seine Vorteile. Im Einklang mit dem Wahnsinn verspürt man keinerlei Angst, Furcht und generell keine negativen Emotionen. Alles scheint mühelos verstanden zu werden. Diese Meinung wird auch vom Kishin Ashura vertreten; die negativen Auswirkungen dieser Manipulation der Massen will er natürlich nicht wahrhaben. Lieber nimmt er siegessicher den Kampf mit der Shibusen auf – siegessicher sind hier aber beide Parteien.

Starke Feindbilder

Soul Eater (Vol. 4) (3)Um den finalen Entwicklungen der Story nicht im Wege zu stehen, fährt der Comedy-Anteil zum Schluss hin etwas zurück, ist aber stets präsent. Alle Figuren besitzen ihre Eigenheiten, verbergen unter ihrer Slapstick-Oberfläche aber auch ungeahnte Tiefen, was besonders im Finale ersichtlich wird. Sie alle bedienen sich am ungezügelten Humor der kompromisslosen Japaner, der in westlichen Kreisen wohl weitaus mehr als nur den Stempel des schwarzen Humor verpasst bekommen würde. Selbst vor den unterhaltsamen Feindbildern wird nicht halt gemacht – sie verlieren zwar deswegen etwas von ihrer angsteinflößenden Seite, die machen sie aber durch ihre Taten dann mehr als wieder wett. Das verdanken wir nicht zuletzt dem Animationsstudio Bones, welches schon mit Darker than Black oder Fullmetal Alchemist gezeigt hat, wie die modernen Standards der Anime-Unterhaltung wortwörtlich auszusehen haben. In Soul Eater besonders, entfalten die zeitlosen Animationen ihrer markanten Wiedererkennungswert. Dazu zählen natürlich auch die hämischen Gestirne, die das ganze Geschehen von oben herab müde belächeln – eben so wie wir Zuschauer. Die ideal ausgewogene Kombination aus alledem macht Soul Eater zu einem beispiellosen Abenteuer-Anime, für den es schwer wird, jemandem nicht zugefallen.

Synchronisation mit Vorbildcharakter

Soul Eater (Vol. 4) (4)Die deutsche Synchronisation lässt vergleichbare aktuelle Anime-Lokalisationen mühelos hinter sich zurück. Aber egal ob auf Deutsch oder Japanisch mit Untertiteln: Die Witze bleiben erhalten und die unglaublich sympathischen Figuren verlieren niemals an Charisma. Dafür sind wohl auch die Sprecher verantwortlich. Auf deutscher Seite waren unter anderem Martin May und Fabian Harloff beteiligt, die beide zum Beispiel schon in Naruto mit von der Partie waren und so schon die einen oder anderen Erfahrungen im Anime-Segment sammeln konnten. Daneben stecken die Sprecher nun schon knapp fünfzig Folgen in der Haut der Charaktere, was – wie zu hören – lange genug ist, um vollends in ihren Rollen aufzugehen. Zur Ergänzung unterstreicht das ganze noch einmal der passende Soundtrack. Meist agiert er nur als atmosphärische Untermalung, bestimmte Tracks stechen dafür umso mehr hervor und sind dann besonders einprägsam. Das Opening und Ending kennen wir zwar noch aus der dritten Volume, aber leider bleibt uns der Einblick in die japanischen Songtexte immer noch verwehrt, da die Lieder nur mit den ostasiatischen Schriftzeichen untertitelt wurden. Zum Schluss gibt es natürlich noch das inzwischen fest etablierte Wendecover, um dem prägnanten FSK-Aufdruck zu entgehen. Das lässt uns auch ein wenig die fehlenden Bonusinhalte verschmerzen.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Das Finale des Anime-Epos war zufriedenstellend, aber genretypisch eben relativ vorhersehbar und ein wenig eingefahren. Aufregung unter Fans gab es aber dennoch, denn die Leser des Mangas – also des Originalwerks – sind von den inhaltlichen Abweichungen der Verfilmung schon etwas erbost. Für alleinige Kenner der Fernsehserie dürfte das aber nicht ins Gewicht fallen, die bis zur letzten Folge solide Umsetzung dank des Studio Bones macht auch wieder einiges wett. Besonders klasse finde ich das Charakterdesign. Mein absoluter Favorit bleibt natürlich Doktor Stein, der mit seiner Mischung aus Genialität und Wahnsinn einfach nur cool ist. Wie es immer so ist mit Sachen, die einem gefallen, schmelzen auch hier die Folgen in beträchtlicher Zeit nur so dahin. Zurück bleiben aber die Erinnerungen an eine einzigartige Serie, der es gelang, mich durchweg mit Humor zu belustigen oder eben mit seiner Handlung bei der Stange zu halten.

Vielen Dank an Polyband für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Soul Eater (Vol. 4)!

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