Review: Ninja Apocalypse

Ninja Apocalypse (1)Wenn man durchs Kaufhaus schlendert, in der Tonträgerabteilung landet und die Blu-rays in den Regalen durchstöbert, entdeckt man Filme mit wahnsinnig tollen Covern. Steckt man den Film zuhause ins Abspielgerät, merkt man aber, dass der Film gar nicht so wahnsinnig toll ist.

Ninja Apocalypse (2)Mit diesem Problem hat Ninja Apocalypse von Regisseur Lloyd Lee Barnett zu kämpfen. Der Produktion aus dem Jahr 2014 merkt man allen Ecken und Enden an, dass sie nur mit einem sehr dünnen Budget auskommen musste. Die Makel sind bereits bei der Handlung deutlich zu erkennen. Ninja Apocalypse spielt in der Zukunft eines Landes, welches im Film an keiner einzigen Stelle genannt wird. Der Ausnahmezustand wird durch die Regierung erlassen und es folgt kurz darauf ein Krieg, der wohl die ganze Welt in Mitleidenschaft zieht. Die Menschen hausen in Atombunkern, um dem Fallout zu entgehen. Darauf wird zumindest an der einen oder anderen Stelle im Film hingewiesen, denn zeitlich ist die Story nach dem großen Krieg angesiedelt. Die überlebenden Menschen leben verstreut über das Land in Clans zusammen, die untereinander verfeindet sind. Ninja-Meister Fumitaka, der im zwanzigsten Untergeschoss eines solchen Bunkers haust, kann diese Streitigkeiten nicht mehr ertragen. Er lädt sämtliche Clan-Führer in den Bunker ein, um über den Frieden zu verhandeln. Zu dieser Verhandlung ist auch Cage, der Anführer des so genannten verlorenen Clans, eingeladen. Cage wird dazu bestimmt, vier seiner besten Leute mit auf die Reise zu nehmen. Begleitet wird er deshalb von seinem Bruder Surge, dem taubstummen Sky, dem Kämpfer Trillion und der Kriegerin Mar.

Das einhundertste Untergeschoss

Ninja Apocalypse (3)Wer jetzt denkt, dass der Film eine Reise zum Ninja-Meister markiert, auf der die Gefahren nur so aus allen verseuchten Erdlöchern kriechen, der irrt. Wenige Minuten nach Filmauftakt landet der verlorene Clan nämlich schon im Atombunker. Während der Verhandlung wird Fumitaka nämlich umgebracht und sofort fällt der Verdacht auf Cage und seine Leute. Diese fliehen natürlich direkt vor den anderen Clans, um nicht als blutige Opfer zu enden. Ohne Blut kommt Ninja Apocalypse allerdings nicht aus. Ständig trifft die Truppe auf andere Clans, die nicht nur mit Katana, Shuriken und Wurfmessern ausgestattet sind. Der Fallout hat auch dafür gesorgt, dass die Menschen übernatürliche Fähigkeiten erlangen und sich nun auch mit Blitzen und Feuerbällen gegenseitig umbringen können. In der Mitte des Films wird es dann noch kurioser. Zwar entdeckt die Gruppe einen Fahrstuhl in die Freiheit, doch prompt geht die Fahrt in die einhundertste Unterebene. Dort erfahren sie von Hiroshi, Fumitakas Nachfolger, dass er Beweise für Cages Unschuld habe. Sie müssen nur den Weg nach draußen finden und ihn aufsuchen. Blöd nur, dass aus der einhundertsten Unterebene bisher noch kein lebender Mensch entkommen ist. Grund dafür sind die Zombies, die dort vor sich hin vegetieren und von Trillion als solche erkannt werden. Dumm nur, dass ausgerechnet er zuerst gebissen wird.

Begrenzte Mittel

Ninja Apocalypse (4)Man muss sich nichts vormachen. Die Handlung hat zwar durchaus Potential, doch Barnett ist es mit einem kleinen Budget einfach nicht vergönnt, einen ansehnlichen Film zu erschaffen. Die Story würde für ein nettes Hack-and-Slay-Videospiel reichen, doch als Film selbst für den Heimkinobereich ist das unterirdisch. In nahezu jeder Szene kann man erahnen, wie es mit der Gruppe weitergeht – abgesehen vom unspektakulären Endkampf, wo der Film doch noch mit einem interessanten Storytwist aufwartet. Hinzukommen die hölzernen Dialoge und Sprüche, sowie dämliche Selbstopferungsversuche, die uns nur ein müdes Lächeln entlocken können. Seine ganz kleinen Sternstunden hat Ninja Apocalypse höchstens in den Kämpfen. Nein, besonders gut choreographiert sind diese vorne und hinten nicht. Schauspieler wie Christian Oliver, der schon in deutschen Top-Produktionen (Achtung: Ironie!) wie Der Bergdoktor oder Alarm für Cobra 11 mitgespielt hat, sind für derlei Kämpfe absolut nicht geeignet. Trotzdem ist es erfrischend, von der selten spannenden Hetzjagd durchs Gebäude Blutspritzer zu sehen. Sämtliche Klingen bleiben dabei übrigens trocken, was für heiteren Gesprächsstoff an einem Filmabend mit Freunden sorgt. Ninja Apocalypse sollte man übrigens unbedingt mit Freunden oder Bekannten zusammen anschauen, denn geteiltes Leid ist schließlich halbes Leid!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Unter objektiven Wertungskriterien kann man Ninja Apocalypse ruhigen Gewissens in die Tonne treten. Die Filmhandlung bleibt weit hinter meinen Erwartungen zurück und ist von Beginn an sehr durchschaubar. Nur der Twist am Ende kommt doch ein wenig überraschend und gibt Ninja Apocalypse eine kleine eigene Note. Wer darauf hofft, dass tiefgründige Dialoge vorherrschen, wird ebenfalls enttäuscht. Das Setting würde es durchaus hergeben; nur geht es Barnett wohl nur darum, den Filmdreh so schnell wie möglich zu einem Ende zu bringen. Dabei hat er sich wohl gedacht, dass es hölzerne Dialoge wohl auch tun werden. Im Grunde passt das ja auch alles super zusammen. An keiner Stelle merkt man, dass man sich besonders viel Mühe gegeben hat. Wenigstens sind die Kämpfe zwischen den Clans ganz nett inszeniert, aber bei weitem unter dem Niveau, welches man wirklich erwarten könnte. Ninja Apocalypse muss oder sollte man am besten nicht gesehen haben. Wenn man sich aber (immerhin kurze) 84 Minuten lang vom Alltag ablenken will, sollte man den Film unbedingt mit jemandem zusammen anschauen; dann ist die Qual bei Weitem nicht ganz so schlimm.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Ninja Apocalypse!

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