Review: Dragon Age: Inquisition

Dragon Age Inquisition (1)Das zu Electronic Arts gehörende Entwicklerstudio Bioware steht schon seit sehr langer Zeit für qualitativ äußerst hochwertige Spiele. Mit Dragon Age: Inquisition stellt Electronic Arts den nunmehr dritten Teil der berühmtberüchtigten Rollenspielreihe in die Ladenregale.

Dragon Age Inquisition (2)Wie vor zwei Jahren versprochen, setzen die Entwickler bei ihren neuen Rollenspielen auf die Frostbite-Engine von Dice, um den Spielwelten einen neuen Glanz zu verleihen. Dabei möchte man sich The Elder Scrolls V: Skyrim zum Vorbild nehmen und eine Welt randvoll mit Nebenmissionen, Weitläufigkeit und einer Atmosphäre füllen, die kein Spieler vermissen möchte. In der Tat gibt es dabei insgesamt zehn Gebiete, die wir erkunden dürfen und welche sich auch stark unterscheiden. So sehen wir an der Sturmküste ein Gebiet mit vielen schroffen Felskanten und nur wenig Vegetation, im Westgrate eine Wüste mit nichts außer Sand, im Fahlbruch eine eher unheimlich wirkende Landschaft, welche nicht gerade einladend aussieht, und die Smaragdgräber, welche nur so vor Flora strahlen. Somit entpuppt sich der neue Teil weit mehr als sein Vorgänger als ein Rollenspiel für Entdecker mit einer abwechslungsreichen und vor allem weitläufigen Spielwelt. Die Spielgebiete sind übrigens im bekannten Ferelden und im benachbarten Kaiserreich Orlais angesiedelt. Die zehn Landschaften werden nach und nach freigeschaltet und somit haben wir am Ende auch tatsächlich die Möglichkeit, sämtliche Gebiete zu erkunden. Hier können wir an dieser Stelle schon sagen, dass die Entwickler in puncto Abwechslungsreichtum und Atmosphäre ihrem großen Vorbild sehr nahekommen.

Epischer Einstieg

Dragon Age Inquisition (3)Schon bei der Mass-Effect-Trilogie wusste Bioware, wie man den Spieleinstieg durchaus episch gestalten kann. Hier hat man auf das geschickte Händchen vertraut und einen durchaus gelungenen Einstand gefunden. Zu Beginn des Spiels findet ein Attentat auf eine Konklave statt, auf welcher sich viele wichtige Anführer des Krieges zwischen Magiern und Templern, sowie der Kirche, aufgehalten haben. Dabei werden Führungspersonen aller Parteien ausgelöscht. Unser Charakter überlebt natürlich den Hinterhalt und wird ohne Erinnerungen an diesen ins Spiel geworfen. Der Anschlag auf die Konklave hat den Waffenstillstand zwischen Templern und Magiern beendet und der Krieg eskaliert endgültig. Negativ müssen wir hervorheben, dass der Einstieg nichts für Einsteiger ist. In den vorherigen Teilen wird der Krieg zwischen den Parteien langsam aufgebaut und wir erfahren Schritt für Schritt, wie es zu den Ereignissen am Spielanfang kommt. Neulingen wird einfach eine Story vorgesetzt und können mit bekannten Charakteren aus den ersten Spielen nichts anfangen. Hier empfiehlt sich natürlich, die Serie von Anfang an zu erleben oder auf Dragon Age Keep zurückzugreifen. Dieses Feature erlaubt uns, die Geschichte der ersten beiden Teile in einer kurzen Zusammenfassung zu erleben und wichtige Entscheidungen nach unseren eigenen Wünschen zu beeinflussen.

In und neben der Handlung

Dragon Age Inquisition (4)Wie für Bioware typisch, ist nicht nur die Handlung der elementare Punkt, sondern auch die Nebenmissionen tragen zum Spielerlebnis bei. Da gibt es zum Beispiel unsere Begleiter, von denen einige von Beginn an mit uns zu Felde ziehen, während andere optional rekrutiert werden können. Jeder einzelne Charakter hat seine eigene Geschichte zu erzählen, wie er sich der Inquisition anschloss. Dabei erfahren wir so manch interessantes Detail über sie und erwecken die Welt immer mehr zum leben. Das ein oder andere mal machen es uns unsere Kameraden nicht einfach bei der Wahl, welchen wir mitnehmen wollen. Auch hier fällt uns eine kleine Schwäche auf: Nicht alle Charaktere wurden mit gleich viel Liebe und Umfang gestaltet, wie es noch im Vorgänger der Fall war. Somit hat uns zum Beispiel Sera wesentlich mehr zu erzählen als der grimmige Zwerg Varric. Hier bleiben uns also einige Charaktere mehr, andere wiederum weniger in Erinnerung. Gerade Mass Effekt zeigt doch, wie jeder Charakter einen denkwürdigen Auftritt hat. Auf der anderen Seite gibt es die Nebenmissionen, welche aber kaum erwähnenswert sind. Die Hauptstory behandelt die Bedrohung eines Dimensionsrisses am Himmel, der Dämonen in die Spielwelt schickt. Jeder der Parteien will sich dafür die Schuld in die Schuhe schieben; die Spannung dementsprechend aufgerieben.

Der Held und seine Basis

Dragon Age Inquisition (5)Wie bereits erwähnt, überleben wir das Attentat knapp und haben keine Erinnerung, haben uns aber ein Souvenir eingepackt – ein geheimnisvoller Splitter in unserer Hand, mit welchem wir die Dimensionsrisse schließen können. Mehr gibt es nicht zu sagen, da unser Charakter blass bleibt. Wir haben nie die Möglichkeit, richtig böse zu sein, da alle Entscheidungen, die in diese Richtung gehen, eher hart und gerecht, als wirklich grausam sind. Im Allgemeinen ist Inquisition im Gegensatz zu Dragon Age: Origins lieber und netter und nicht mehr so düster und tragisch. Bei der Charaktererstellung haben wir die Wahl zwischen den Klassen Krieger, Magier und Schurke. Bei den Völkern stehen Menschen, Elfen, Zwerge und Qunari zur Auswahl. Die Möglichkeit eines Zwergenmagiers bleibt uns verweht, da Zwerge immun gegen Magie sind. Unterschiede gibt es nicht nur im Kampf, sondern auch in verschiedenen Dialogen. Somit können wir als Magier in einem Gerichtsverfahren gegen einen anderen Zauberer entscheiden, dass dieser milde davonkommt und nur die magischen Fähigkeiten als Strafe verliert. Wollen wir uns zurückziehen, können wir uns in unsere Basis verkriechen. In dieser können wir Aufträge erledigen ohne einen Finger zu krümmen, Waffen und Rüstungen schmieden lassen, Machtpunkte für neue Gebiete ausgeben und unsere Burg ausbauen.

Mitten im Kampf

Dragon Age Inquisition (6)Im Kampf müssen wir selten auf die Taktikansicht zurückgreifen, da unsere Kameraden klug agieren. Fällt ein Mitstreiter, wird er vom Magier wiederbelebt, falls dieser Wiederbelebung gelernt hat. Das geschieht, ohne dass wir Befehle geben müssten. Auch werden Verbündete automatisch, falls gelernt, mit speziellen Zaubern belegt, um den Widerstand zu erhöhen. Es gibt keine Heilungsmagie mehr, was die Relevanz von Tränken erhöht. Die Gefechte an sich sind einfacher gestrickt, als noch in Origins. So halten wir die linke Maustaste gedrückt und der Held schlägt durchgehend auf seinen Gegner ein. Die neue Grafik sorgt dafür, dass das Spiel dynamischer ist und Feinde eine gewisse Vielfalt hergeben. Jeder Gegner wird frontal angegriffen und nach einer gewissen Zeit fällt dieser schon um. Das klingt zwar langweilig, ist es aber absolut nicht! Gerade die Kämpfe gegen Drachen sind hammerhart und wir müssen dabei oft pausieren, um uns eine neue Taktik einfallen zu lassen. Fernkämpfer sollten einen großen Abstand halten, was sie nicht automatisch akzeptieren wollen. Mit im Spiel ist auch ein Mehrspielermodus, in welchem wir mit vier menschlichen Spielern gegen Gegnerwellen antreten müssen. Hier hat man sich ein wenig an Mass Effect 3 bedient. Die Kämpfe machen zwar sehr viel Spaß, lassen jedoch auch etwas Abwechslung vermissen.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Wie wohl jedes Open-World-Rollenspiel hat auch Dragon Age: Inquisition seine Stärken und Schwächen. Ich bekomme eine wunderbare Spielwelt mit einem knackigen Kampfsystem serviert und komme dazu noch in den Genuss einer wunderschönen Grafik und einer absolut überzeugenden Story. Schwächen findet man hingegen nur im Detail und somit finde ich den Mehrspielermodus etwas zu unattraktiv, um mich langfristig daran zu fesseln. Die Begleiter sind in wenigen Fällen etwas öde und das Kampfsystem hier und da mal etwas eintönig. Im Großen und Ganzen ist das Spiel jedoch eines der besten Titel, die ich in letzter Zeit getestet habe und zeigt mir erneut, dass Bioware nicht umsonst meine aktuelle Lieblingsvideospielschmiede ist. Die Story hat ihren absoluten Reiz und wird wunderbar dargestellt, manche Gegner sind wirklich knackig und rauben das ein oder andere mal meinen letzten Nerv (vielleicht liegt es auch am Schwierigkeitsgrad) und gerade die einzelnen Interaktionen zwischen Nichtspielercharakteren und meinem Helden sind absolut klasse und lassen die Spielwelt sehr lebendig wirken.

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Age: Inquisition!

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