Review: Tokyo Powerman

Tokyo Powerman (1)Wie schon bei Winners & Sinners erfolgt die Veröffentlichung in Deutschland auf Blu-ray im Namen von Jackie Chan. Dieser hat mit dem Film allerdings nur sehr wenig zu tun, doch wenn schon ein großer Name lockt, dann kann der Film eigentlich auch gar nicht schlecht sein.

Tokyo Powerman (2)Korrupte Polizisten gibt es überall; auch bei der Hongkong Police scheint es einen Beamten zu geben, der vor kurzem die Seiten gewechselt hat. Mit Diamanten im Wert von hunderten Millionen Dollar verschwindet er aus der chinesischen Hafenstadt und taucht im japanischen Tōkyō wieder auf. Um den Verräter zu fassen, reisen die Polizisten Muscle und Ricky nach Tōkyō, wo sie ihn kurze Zeit später zufällig in der Tōkyōter Untergrundbahn antreffen. Die Zielperson verschwindet allerdings schneller als ihnen lieb ist. Nach einer Verfolgungsjagd landen die Polizisten in einem Vergnügungspark Fujikyū Hairando, wo ihnen der Verräter entwischt. Dummerweise arbeitet dieser mittlerweile mit der Ninja-Gang zusammen, die den beiden Ordnungshütern dicht auf den Fersen sind. Ihnen gelingt es Ricky gefangen zu nehmen, woraufhin Muscle keine andere Möglichkeit sieht, Verstärkung aus Hongkong anzufordern. Es darf sich dabei jedoch nicht um Polizisten handeln, da diese sofort auffallen würden. Dem Polizisten Muscle fällt nur eine Handvoll Leute ein, die ihm jetzt noch helfen können. Er denkt an die Brüder, die mit ihm in Waisenhauszeiten durch dick und dünn gegangen sind. Das Problem besteht darin, dass sich die Freunde, nachdem Muscle Polizist geworden ist, entfremdet haben und aufgrund unterschiedlichen Ideologien nicht mehr miteinander reden.

Fünf Perspektiven

Tokyo Powerman (3)Dummerweise ist die Gang mittlerweile entzweit. Dem Polizeichef wird durch Muscle klar, dass die Waisenhausbande nur durch Fastbuck wieder zusammengeführt werden kann. Der sitzt allerdings im Gefängnis, aus dem er angeblich aufgrund einer Begnadigung durch den Gouverneur freigelassen wird. Als er dann mit dem Auto des Aufsehers abhauen will, wird er vom Polizeichef aufgeschnappt und gezwungen, ihm bei der Ermittlung zu helfen. Fastbuck willigt ein, denn drei weitere Jahre im Kittchen möchte er nun wirklich nicht riskieren. Sein erstes Ziel ist Herb, der in Hongkong einen Juwelier nach dem anderen ausraubt, indem er die Scheiben der Geschäfte mit einer kleinen Ladung Sprengstoff aufbricht. Zusammen mit Herb sucht er Rawhide auf, der jeden Zahnarzt der Stadt um den Verstand bringt, in dem er diesen seine faulen Zähne zeigt und sie anschließend ausraubt. Gemeinsam stoßen sie dann auf den in einer Nervenheilanstalt lebenden Sandy, der die Kunst der Telekinese erlernen will, aber am Unmöglichen durchweg scheitert. Die Gruppe beschließt, dass sie auch auf die Hilfe von Holzkopf angewiesen ist. Der hat sich von der Gruppe wie Muscle entfernt, da er ehrlich bleiben will und arbeitet inzwischen bei der Coca-Cola Company. Er ist allerdings strohdumm und kann in der Arbeitswelt nicht richtig Fuß fassen. Ein Glück dass Fastbuck vorbei kommt!

Details am Rande

Tokyo Powerman (4)Sammo Hung, der in Tokyo Powerman nicht nur die Rolle des Fastbuck übernimmt, sondern auch Regie führt, hat die Inspiration für diesen Film von einer japanischen Fernsehserie, die Personen aus fünf verschiedenen Blickwinkeln zeigt. Dieses Kunststück, Action und Humor aus fünf unterschiedlichen Richtungen vereint zu präsentieren, gelingt ihm nach Winners & Sinners erneut. Alle Charaktere haben ihre Eigenheiten und auch Nebencharaktere wie die Polizistin Barbara tragen dazu bei, dass sich die Geschichte nett entfaltet. Schade nur, dass Jackie Chan und Yuen Biao, welche die beiden nach Tōkyō entsandten Polizisten spielen, nur ganz am Anfang und dann gegen Ende wirklich von Bedeutung sind. Die Handlung des nur 96-minütigen Films nimmt sich nämlich vor allem die Zeit, um die fünf wichtigen Charaktere eine lustige Szene nach der anderen zu durchleben. An Action wird dabei vor allem gegen Ende des Films nicht gespart. Es gibt zwar deutlich bessere Martial-Arts-Szenen aus anderen Filmen mit Sammo Hung, doch stören tun sie zu keiner Zeit. Ein nettes Detail am Rande ist Michiko Nishiwaki, die hier immer mal wieder zwischendurch eine Kämpferin spielt, eine Koryphäe auf dem Gebiet Bodybuilding in Japan ist. Wer den Manga Dr. Slump von Akira Toriyama kennt, freut sich zudem über einen kurzen Auftritt von einem großen Arale-Kostüm.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die deutsche Veröffentlichung des Films ist eigentlich eine Mogelpackung. Auf dem Cover von Tokyo Powerman wird freudig auf das Auftauchen von Jackie Chan hingewiesen; der Film wird als Jackie-Chan-Film vermarktet. Dass dieser aber nur in wenigen Szenen, aber immerhin öfters als in Winners & Sinners, zu sehen ist, verrät uns der Packungstext nicht. Sammo Hung, der sowohl den Posten als Stunt-Koordinator, Regisseur und Hauptdarsteller innehält, wird hier die Ehre genommen. Wenn man darüber jedoch hinwegsieht und als Jackie-Chan-Fan nicht enttäuscht darüber ist, dass er nur in ein paar vereinzelten Szenen zu sehen ist, macht Tokyo Powerman unglaublich viel Spaß. Winners & Sinners gefällt mir zwar noch einen Ticken besser, doch der Film unterhält abermals mit seinen lustigen Charakteren und heiteren Momenten, in welche die Charaktere ständig blindlings hineinlaufen. Einzig und allein der Martial-Arts-Aspekt kommt in meinen Augen ein wenig zu kurz. Er wirkt teils aufgesetzt und hätte größeren Raum verdient. Wenn man aber über die vielen Dialoge lachen kann, vergisst man diesen Makel schnell. Tokyo Powerman zaubert mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht, auch wenn der Film vor allem zum Ende hin recht ernst wird und ein wenig von seiner Faszination als Komödie verliert.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tokyo Powerman!

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