Review: Dragonball Xenoverse

Dragonball Xenoverse (1)Bis jetzt mussten PlayStation 3 und Xbox 360 ohne vernünftige und neue Dragonball-Spiele auskommen. Magere Lizenzsoftware hat die Gemüter erhitzt, doch mit Dragonball Xenoverse hat das Warten ein Ende. Sowohl auf der letzten, als auch auf der neuen Konsolengeneration.

Dragonball Xenoverse (2)Publisher Bandai Namco hat sich um das Entwicklerstudio Dimps bemüht, welches mit der Budokai-Tenkaichi-Reihe für PlayStation 2 und Wii schon Erfolge und Erfahrung mit dem beliebten Anime-und-Manga-Franchise feiern konnte. Die Entwickler wollten sich jedoch nicht auf den alten Lorbeeren ausruhen und ein völlig neues Szenario in Angriff nehmen. Die Story behandelt drei Bösewichte, welche es geschafft haben, die Zeit zu manipulieren und so die Geschichte zu verändern. Was-wäre-wenn-Szenarien, in denen beispielsweise Son Gokū seinem Kontrahenten Freezer unterlegen oder unser Held zu spät in den Kampf gegen Vegeta und Nappa eingegriffen und sich beiden Gegnern in den Weg gestellt hätte, können wir durch die neu geschaffene Story ausleben und erleben dabei eine spielerische Variation, wie wir sie aus dem von Toriyama Akira geschaffenen Universum nicht kennen. Dabei schlüpfen wir in die Rolle eines Charakters, welchen wir erstmalig in einem Spiel der Reihe selbst erstellen dürfen und schließen uns der sogenannten Zeitpolizei an, welche vom Kaiōshin der Zeit und Trunks (aus der Zukunft) geführt wird. Unser Ziel ist es, durch die Zeit zu reisen und die Anomalien, welche die Geschichte ändern, aufzuspüren und in den aus Anime und Manga bekannten Kämpfen einzugreifen, um so unsere Freunde der Z-Truppe zu unterstützen.

Individuelle Charakter-Erstellung

Dragonball Xenoverse (3)Wie bereits erwähnt, ist die wahrscheinlich größte Neuerung die Charakter-Erstellung. Dabei stehen uns fünf Rassen zur Auswahl, welche verschiedene Eigenschaften mitbringen. Wählen wir einen Menschen, so verfügen wir über ein ausgewogenes Werte in Angriff, Verteidigung und Ki, welche sich bei den Erdbewohnern automatisch auflädt. Die wohl beliebteste Rasse, die Saiyajins, haben einen sehr starken Grundangriff, welcher sich mit Abnahme des Lebens immer weiter erhöht, jedoch müssen die Krieger vom Planeten Vegeta dabei besonders auf ihre Verteidigung achten, welche den Schwachpunkt markiert. Namekianer haben hingegen sehr viel Leben und sind stark in Ki-Angriffen, sind aber nicht so flink wie andere Rassen. Anders ist der Freezer-Klan, welcher mit hoher Geschwindigkeit und starken Ki-Angriffen aufwarten kann, doch dafür im Grundangriff recht schwach ausfällt. Zu guter Letzt steht uns noch die Majin-Rasse zur Auswahl, welche ähnlich wie die Namekianer recht langsam sind, dafür aber einen starken Grundangriff und viel Verteidigung haben. Wenn wir uns für eine dieser Rassen entschieden haben, können wir das Geschlecht wählen und unseren Charakter schließlich optisch so gestalten, wie wir es gerne hätten. Dabei stehen uns sämtliche Frisuren der bekannten Charaktere aus dem Dragonball-Universum zur Auswahl. Toller Frisörsalon!

Eine Sache des Trainings

Dragonball Xenoverse (4)Endlich in der Welt der Zeitpolizei angekommen, erlernen wir durch ein paar Tutorien die Grundsteuerung. Diese erinnert dabei sehr an die alte Budokai-Tenkaichi-Reihe, was wir als durchweg positiv betrachten. Haben wir erst einmal die Kniffe raus, wie wir uns im Kampf zur Verteidigung hinter den Gegner teleportieren, Angriffe effektiv abwehren und selber starke Kombinationen austeilen, können wir unseren Charakter ganz nach unserem Belieben anpassen und trainieren. Dazu haben wir die Möglichkeit, ganz im Stile eines Rollenspiels Level aufzusteigen, Fähigkeitspunkte in Attribute wie Angriff, Leben oder Ki zu investieren, neue Angriffsstechnicken zu erlernen, sowie bessere Kleidungsstücke erwerben und anziehen zu können. Neue Techniken bringen uns bekannte Trainer wie Kuririn oder Vegeta bei, bei welchen wir im Verlauf des Spiels in den Unterricht gehen können. Neue Kleidungsstücke erhalten wir bei sogenannten Parallel-Quests oder den Hauptmissionen. Haben wir keine Lust, uns einem Trainer zu unterstellen, können wir viele Fähigkeiten auch im Shop erwerben, was uns jedoch die imaginäre Währung namens Zen kostet. Trainer bringen uns hingegen je nach Verlauf der Story ihre Hauptfähigkeiten bei, wenn wir diese im Einzelkampf besiegen. Somit können wir von Vegeta zum Beispiel den Angriff Final Flash kostenlos verinnerlichen.

Eingriff in die Zeit

Dragonball Xenoverse (5)Wie bereits erwähnt, reisen wir in der Hauptstory durch die Zeit um Unregelmäßigkeiten zu beseitigen. Dabei weißt uns Trunks stets auf Ereignisse hin, welche die Geschichtsschreibung durcheinander bringen. So kommen wir zum Beispiel in ein Szenario, in welchem Son Gokū zu spät in den Kampf gegen die Saiyajins eingreift und deswegen kurz vor dem Exitus steht. Unsere Aufgabe ist es, Son Gokū zu unterstützen und das Gefüge der Zeit wiederherzustellen. Im Verlauf der Story erfahren wir jedoch, wer für diese Veränderungen verantwortlich und unser Hauptfeind und damit potenzieller Endgegner ist. Neben der Hauptstory können wir uns durch die bereits genannten Parallel-Quests kämpfen. In diesem kämpfen wir auf diversen Ebenen gegen verschiedene Feinde und haben auch meist Unterstützung in den eigenen Reihen. So kommt es in den meisten Fällen dazu, dass wir zu dritt gegen mindestens genauso viele oder eben noch mehr Gegner kämpfen. Dabei ist es uns überlassen, ob wir mit Freunden oder mit vom Computer gesteuerten Helfern antreten wollen. In den Parallel-Quest haben wir die Möglichkeit, Dragonballs zu finden oder neue Ausrüstungsgegenstände zu erkämpfen. Mit den Drachenkugeln können wir uns Wünsche erfüllen, wie zum Beispiel die Erstellung eines neuen Charakters, Geld oder seltene Angriffstechniken – die Motivation ist mehr als gegeben.

Gemeinsam mehr erreichen

Dragonball Xenoverse (6)Die Welt der Zeitpolizei kann nicht nur offline betrachtet werden, sondern hat seine Stärken besonders im Online-Modus. Überall sehen wir genial gestaltete und vor allem viele witzig aussehende Charaktere anderer Spieler, mit denen wir uns auch nach Belieben im Zweikampf, Vierkampf oder Sechskampf messen können. Haben wir keine Lust gegen andere Spieler zu spielen, können wir es auch gemeinsam in den Parallel-Quests versuchen und mögliche Beute untereinander aufteilen. Besonders online macht das Spielen sehr viel Spaß und bietet dabei große Herausforderungen. Hier möchten wir unser ganz besonderes Lob an die Entwickler aussprechen. Mit dem nahezu alten Kampfkonzept der Budokai-Tenkaichi-Reihe und den Elementen der aktuelleren Titel hat man ein Spiel im Dragonball-Universum geschaffen, welches die ganze letzte Konsolengeneration über fast vermisst wurde. Da Interagieren mit Freunden macht dabei wirklich viel Spaß und es lässt sich viel in den Quests erleben. Auch die Gegner sind nie zu schwach und fordern stets. Das ein oder andere mal mussten wir schließlich aus Frust die Konsole abschalten und an einem anderen Tag nochmals unser Glück probieren. An diesem Punkt wird deutlich, wie wichtig das Skillen der Fähigkeiten und das Ausrüsten richtiger Gegenstände ist. Wer das beachtet, wird sich aber schnell zurechtfinden.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): In meinem Test habe ich bereits das Lob der Redaktion an die Entwickler ausgesprochen. Das nahezu alte Kampfkonzept der Budokai-Tenkaichi-Reihe paart sich hier mit den Elementen neuerer Titel des Franchises. So hat man ein Spiel im Dragonball-Universum geschaffen, welches über die gesamte letzte Konsolengeneration von mir schmerzlich vermisst wurde. Anders kann ich es kaum beschreiben, wie sehr mir der Titel genau deswegen so gut gefallen hat. Es ist erstaunlich, dass geringfügige Änderungen eines uralten Kampfsystems eines PlayStation-2-Spiels ein modernes Spiel so dermaßen erfolgreich konzeptionieren können. Ich war vor allem sehr skeptisch, da ich als wahrer Dragonball-Fan schließlich eine ganze Konsolengeneration lang mit Titeln bedient wurde, die den Namen Dragonball nicht unbedingt würdig waren. Endlich ist mit den neuen Konsolen und dem alten Entwicklerstudio Dimps der Messias der Dragonball-Spiele wieder irdisch geworden und wahre Fans werden einen Kauf von Dragonball Xenoverse definitiv nicht bereuen.

Vielen Dank an Bandai Namco für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragonball Xenoverse!

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