Review: Mythica – Weg der Gefährten

Mythica - Weg der Gefährten (1)Mythica – Weg der Gefährten ist ein Fantasy-Film aus dem Jahr 2015 von Regisseurin Anne K. Black. Er dreht sich um den Werdegang einer jungen Frau, die vom Stand einer Sklavin zu dem einer Heldin aufsteigt. Gepaart wird die Handlung mit vielen fantasievollen Elementen.

Mythica - Weg der Gefährten (2)Der Orden der Kleriker, in welchem die Priesterin Teela dient, wird von einer Horde Orks mit einem Oger im Schlepptau überfallen. Die Geistlichen haben gegen die Übermacht der Orks keine Chance. Entweder werden sie auf der Stelle exekutiert oder von den feindlichen Wesen entführt. Während des Kampfes wird Teela vom Obersten des Ordens auserkoren, einen wohl magischen Stein in ein entferntes Kloster zu bringen. Teela gelingt es, aus dem Getümmel zu fliehen, doch anstatt sich zum Kloster aufzumachen, schlägt sie einen anderen Weg ein. In der nächsten Stadt hingegen lebt die junge Sklavin Marek, die sich mit ihrer Rolle allerdings nicht so ganz abfinden möchte. Hinter dem Rücken ihres Besitzers experimentiert sie mit Pulvern und Kräutern; sie erlernt die Kunst der Alchemie. Von Gojun Pye, einem Magier, der sich in der Stadt niedergelassen hat, wird sie motiviert, ihr wahres Potenzial zu erkennen. Von ihren Emotionen überwältigt versucht sie aus der Stadt zu fliehen, doch wird sie von einer Gruppe Gauner überfallen. Zum Glück ist der Stadtsoldat Thane in der Nähe, der trotz Trunkenheit noch immer kämpfen kann und Marek so zur Flucht verhilft. Als sie die Stadt verlassen will, trifft sie auf einem Heuwagen den Schurken Dagen, der sie allerdings beraubt. Kurz darauf werden Marek und Dagen von Stadtsoldaten eingefangen und direkt wieder getrennt.

Vier Helden müsst ihr sein

Mythica - Weg der Gefährten (3)Mareks Besitzer ist erzürnt über ihre Flucht und als sie ihm sein Geld nicht aushändigen kann, will er sie schlagen und sich ihr entledigen, damit sie ihr Dasein in Zukunft im Freudenhaus der Stadt verbringen darf. Durch diese Tat wird Mareks volles magisches Potenzial entfacht. Sie entlädt einen dunklen Zauberspruch auf ihren Besitzer. Nach dessen Tod wird sie von den Stadtbewohnern als Mörderin angeklagt, doch schafft sie es gerade rechtzeitig in die nächste Stadt und ins dortige Wirtshaus. Dort trifft sie auf die Priesterin Teela, die nach Gefährten für die Rettung ihres Ordens sucht. Die Belohnung von zweihundert Silberstücken scheint jedoch zu wenig für die Helden zu sein, die sich dort Tag ein, Tag aus betrinken. Marek, die gerade ihr magisches Talent entdeckt hat, ist da allerdings anderer Ansicht und bittet der Priesterin ihre Hilfe an. Sofern Marek noch zwei Gefährten auftreiben kann, darf sie sie auch begleiten. Da fallen ihr direkt zwei alte Bekannte ein. Der desertierte Thane wird mittlerweile von zwei Stadtsoldaten außerhalb der Stadtmauern in einem Gefängnis gefangen gehalten und Dagen fühlt sich in der Freiheit wieder heimisch und durchkämmt ein Schlafzimmer nach dem nächsten, um die holde Weiblichkeit zu beglücken. Marek gelingt es, eine Gruppe zu bilden. Zu viert machen sie sich auf, um den Orden zu retten und so Teelas Schwester zu befreien.

Zwischen zwei Vorbildern

Mythica - Weg der Gefährten (4)Die Story ist für einen Film nicht sonderlich originell. Daraus macht auch der Text auf der Verpackungsrückseite keinen Hehl. Man hat sich bewusst an Pen-and-Paper-Rollenspielen wie Das Schwarze Auge oder Dungeons and Dragons orientiert. Andererseits möchte man hier auch an große Vorbilder wie Der Herr der Ringe oder Game of Thrones anknüpfen. Das ist pures Wunschdenken, denn während in den beiden Fantasy-Epen großartige Schauspieler mitwirken, sind es in Mythica – Weg der Gefährten eher Kandidaten, die im besten Falle auf dem Weg dorthin sind. In Melanie Stone und Nicola Posener schlummert unserer Meinung nach Potenzial, zumal Posener bereits in Paladin: Der Drachentöter überzeugen konnte. In einer kurzen Nebenrolle tritt sogar Kevin Sorbo als Gojun Pye in Erscheinung. Retten kann er die Schauspielerriege mit Sätzen, die in zwei Minuten abgehandelt sind, allerdings nicht. Die Story scheint in der ersten Filmhälfte tatsächlich an Tiefgang zu gewinnen, doch zum Ende hin fällt sie fast stufenlos auf ein Minimum. Vor allem der Kampf gegen den bösen Oger leidet darunter, da dieser mit einfachen Kamera-Einstellungen schwach ausfällt. Das Ende bleibt zudem halbwegs offen. Der Auftrag ist dann zwar irgendwie erfüllt, doch wie es mit den Abenteurern weitergeht, erfahren wir dann auch noch in zwei weiteren Filmen. Na toll!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Wenn man sich eine Szene von Mythica – Weg der Gefährten ansieht, dann weiß man auch schon, wie der ganze Rest des Films ausfällt. Das Werk von Regisseurin Anne K. Black ist definitiv nicht schlecht, doch hat man jederzeit das Gefühl, dass sich Black viel zu sehr an großen Vorlagen bedient und einzelne Elemente zusammenklatscht. An manchen Stellen wirkt das einfach nur aufgesetzt und an anderen wiederum unweigerlich komisch. Trotzdem merkt man dem Film jederzeit, dass man sich wirklich Mühe gegeben hat, auch wenn die Qualität zum Ende der 93 Minuten Laufzeit doch schon stark schwindet. Es wäre durchaus mehr möglich gewesen, wenn man sich in der Vorproduktion noch mehr Gedanken gemacht hätte. Inhaltlich und optisch mag der erste Teil der Trilogie nicht sonderlich ausgereift sein, doch an einem verregneten Sonntagnachmittag kann man sich diesen Film dennoch ohne Bedenken anschauen. Unterhalten kann er nämlich tatsächlich von Anfang bis Ende – trotz der genannten schmerzhaften Defizite.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Mythica – Weg der Gefährten!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s