Review: Hamatora: The Animation (Vol. 1)

Hamatora - The Animation (Vol. 1) (1)Wer in Hamatora: The Animation ein- und durchsteigen will, sollte sich zuvor mindestens den ersten Band der Manga-Reihe durchgelesen haben. Es wird viel Fachwissen vorausgesetzt, welches im Anime nicht sonderlich tiefgehend erklärt wird. Eigentlich kein sehr guter Start!

Hamatora - The Animation (Vol. 1) (2)Während Hamatora: The Comic im Jahr 2013 beginnt, ist Hamatora: The Animation bereits im Jahr 2014 angesiedelt. Entsprechend schwierig wird es für Neulinge, die Charaktere richtig einzuordnen. Außerdem weiß man als Nichtkenner des Franchises nicht, was innerhalb dieses einen Jahres passiert ist. Trotz anfänglicher Verwirrungen ist die Ausgangslage jedoch fast dieselbe. Naisu leitet in der japanischen Stadt Yokohama die Detektei Hamatora. Allerdings kann er sich kein eigenes Büro leisten. So und nicht anders kam es dazu, dass er sich in einem Café eingenistet hat. Der Begriff Büro ist für die Detektei allerdings übertrieben, denn ein einzelner Tisch kann wohl nur schlecht das Büro einer engagierten Detektei darstellen. Gemeinsam mit seinen beiden Kollegen Murasaki und Hajime löst er in Yokohama einen Fall nach dem anderen. In ihrem ersten Fall sollen sie einen Tresor bewachen, dessen Inhalt für die Bösewichte in der ersten Episode anscheinend von Bedeutung sind. Es kommt dazu, dass der Tresor geöffnet werden muss, doch welche Entdeckung sie machen, solltet ihr am besten mit eigenen Augen erleben. Der zweite Fall dreht sich hingegen ums Mobbing und in der dritten Folge auf der Blu-ray Disc wird der wohl wichtigste Hintergrund von Hamatora: The Comic beziehungsweise Hamatora: The Animation ins Rampenlicht gerückt. Es geht ums Minimum.

Minimum

Hamatora - The Animation (Vol. 1) (3)Mit Minimum ist hier eine spezielle Fähigkeit gemeint, welche die verschiedenen Charaktere in Hamatora: The Animation auszeichnen. Selbst die Protagonisten Naisu und Murasaki sind mit solchen Fähigkeiten ausgestattet, welche sie an der Facultas-Akademie erlangt haben. So ist es der Detektei auch möglich, gegen gefährliche Gegner, sogenannte Minimum Holders, anzutreten. Darauf läuft es wie im Manga nämlich auch im Anime hinaus. Die Action wirkt stellenweise zwar übertrieben, doch liegt der Fokus sowieso auf der Aufklärung und den Dialogen. Diese sind recht humorvoll geschrieben, doch auf Seiten der Bösewichte können diese eine ungeheure Tiefe erlangen. So oder so: Obwohl einige Fakten mit der Zeit leicht geklärt werden, bietet der Anime keinesfalls die Einleitung, welche wir im Manga erfahren. In den meisten Fällen würden wir dann direkt vom Kauf des Anime abraten, doch wer sich die erste Volume des Animes in der limitierten Erstauflage zulegen will, erhält den ersten Band kostenlos obendrauf. Das ist ein feiner Zug seitens Kazé Anime und gefällt uns sehr gut. Falls ihr allerdings noch ein wenig zu den enthaltenen Episoden oder den Charakteren erfahren wollt, dürft ihr euch über ein kleines Booklet freuen, welches ebenfalls der ersten Volume beiliegt – ebenso wie zwei Karteikarten zu je einem Protagonist. Digitales Bonusmaterial fehlt.

Maximum

Hamatora - The Animation (Vol. 1) (4)Auf der technischen Seite verfügt Hamatora: The Animation optisch über ein wunderschönes Bild in der Full-HD-Auflösung. Sämtliche Konturen fallen scharf aus. Hintergründe wirken so, als ob man sie direkt von der Realität übernommen und mit reichlich Farbe aufgepuscht hätte. Vor allem in Innenräumen hat man das Gefühl, dass die Texturen photorealistisch ausfallen. Unterlegt werden sämtliche Szenen mit einer gelungenen Hintergrundmusik. Kämpfe werden mit bedrohlichen Klängen unterlegt und in den lustigen Momenten erklingen fröhliche Melodien. Hamatora: The Animation liegt auf der Blu-ray Disc sowohl in der herausragenden japanischen Synchronisation vor, als auch in einer guten deutschen Übersetzung. Hier wartet beispielsweise die Stimme von Matti Klemm auf euch, während in der japanischen Fassung Ōsaka Ryōta dem Charakter Naisu seine Stimme leiht, der beispielsweise auch schon für den Charakter Nanashi in Akiba’s Trip: Undead & Undressed verantwortlich war. Die deutsche Fassung kann ohne deutsche Untertitel angeschaut werden, doch wer die japanische Fassung genießen möchte, muss mal wieder Untertitel zwangsweise in Kauf nehmen. Im Jahr 2015 ist das antiquiert und muss wirklich nicht mehr sein. Trotzdem ist der überwiegende technische Aspekt grundlegend herausragend gelungen und verbessert das Gesamterlebnis erheblich.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Der Anime Hamatora: The Animation ist eine nette Ergänzung zum Manga, doch als eigenständige Produktion kann der Titel einfach nicht funktionieren. Grundlegende Fakten werden so gut wie gar nicht erklärt und wenn man eine Sekunde lang nicht aufpasst, kann man mitunter schon den Anschluss verpassen. Warum man sich nicht einfach am Manga orientiert hat, ist mir ein Rätsel. Ich finde es gut, dass die Fälle wohl eigenständig aufgebaut sind, doch es fehlt einfach eine Einleitung für jeden, der den Manga noch nicht gelesen hat und vielleicht auch nicht lesen will. Da hilft es Kazé Anime in meinen Augen nur wenig, den Manga in der Limited Edition der ersten Volume kostenlos beizulegen. Das ist wirklich ein netter Zug und wer sowieso beide Medien konsumieren will, wird sich sicherlich sehr darüber freuen, doch am undurchsichtigen Anime ändert sich daran nichts. Ich hoffe sehr, dass sich die Handlung mit den nächsten Volumes schnell einpendeln wird und zumindest über einzelne Fragmente Charaktere und Handlung deutlich besser erklärt beziehungsweise charakteririsiert werden.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Hamatora: The Animation (Vol. 1)!

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