Review: Zombiber

Zombiber (1)Wer sich fernab der Blockbuster auch für Nischentitel interessiert, wird sicherlich gerne mal durch die Tonträgerabteilung in Kaufhäusern schlendern und kuriose Filme entdecken. Einer dieser Kuriositäten ist sicherlich der Film Zombiber von Regisseur Jordan Rubin.

Zombiber (2)Jenn wurde von ihrem Freund Sam mit einer anderen Frau betrogen, doch da dieser nicht mit ihr Schluss machen möchte, hält er den Kontakt zu Jenn. Daraufhin beschließt Jenns Freundin Mary, sie und ihre gemeinsame Verbindungsschwester Zoe zu einem Wochenende außerhalb der Stadt und in der freien Natur zu verbringen. Die einzige Kommunikation nach außen ist der Festnetzanschluss in der Blockhütte ihres Cousins, was vor allem Zoe und Jenn zusetzt, da diese sich ins finstere Mittelalter, sprich die Zeit vor Instagram und Co, zurückversetzt fühlen. Nach kurzem Hin und Her versuchen die Mädchen ihren Spaß am See zu haben und von der Männerwelt abzuschalten. Die Idylle wärt jedoch nicht lange, denn am Abend tauchen an der Blockhütte nach vier Stunden Fahrtzeit ihre Freunde Tommy und Buck auf, die sogar Sam mit auf den Trip genommen haben. Während Buck sofort über seine Freundin Zoe herfällt, kann auch Tommy seine Finger nicht bei sich behalten und verschwindet daraufhin mit Mary gleich ins Hinterzimmer. Während ihre gemeinsamen Freunde Geschlechtsverkehr ausüben und die Situation für Jenn und Sam nicht noch peinlicher werden kann, ist die Situation zwischen den beiden angespannt. Jenn lässt sich allerdings nicht mehr auf Sam ein und zieht es vor, lieber zu duschen. In der Dusche macht sie eine folgenschwere Entdeckung. Der Horror beginnt!

Nagetier-Horrorfilm

Zombiber (3)Unter Geschrei verlässt Jenn das Badezimmer, um ihre Freunde zu warnen. Die überwältigen den scheinbar tollwütigen Biber mit einem Baseballschläger. Anstatt wieder nach Hause zu fahren, wollen sie das Wochenende dennoch in den Bergen und am See verbringen. Hätten sie lieber auf Jenn gehört, denn während sie im See baden, schrecken sie die restlichen Biber auf, die ebenfalls schon zu kleinen Monstern mutiert sind. Die restliche Geschichte können sich Fans von Horror-Filmen sicherlich denken, doch um die Spannung nicht zu nehmen, wollen wir euch an dieser Stelle nicht zu viel verraten. Wie bei einer guten Zombie-Apokalypse sind die Biber gänzlich mutiert und nagen alles an, was ihnen in die Quere kommt. Das Bein von Buck, der Hund von Zoe, Telefonleitungen und ganz klassisch Bäume und Holz. Ihr habt sehr wohl richtig gelesen! Die Biber sind dermaßen intelligent, dass sie auch die Telefonleitung in der Blockhütte kappen und dasselbe Spiel sogar bei ihren Nachbarn wiederholen. Gemeinsam mit dem Jäger Smyth wollen die jungen Leute aus der Wildnis entkommen, doch kaum haben sie den nächsten Schritt geplant, bemerken sie, dass die Biber ihnen mal wieder voraus sind. Das ist dermaßen hanebüchen, dass es auch schon wieder richtig lustig und unterhaltend ist. Dazu kommt, dass die Zombiber ihre Krankheit an andere Lebewesen weitergeben können.

Gute alte Tugenden

Zombiber (4)Welche abstrusen Gestalten dadurch herauskommen können, solltet ihr am besten selbst im Film erleben. Gut gefällt uns dabei, dass man sich bei der Maske einigermaßen viel Mühe gegeben hat und die optische Präsenz der monströsen Elemente gar nicht so schlecht ist. Die Biber sind übrigens keine miesen Computereffektspielereien, sondern kleine Puppen und Maschinen. Man fühlt sich direkt wieder in die Achtziger Jahre versetzt. Trotzdem könnte das erste Drittel des Films für den einen oder anderen Zuschauer anstrengend sein. In achtzig Prozent aller Dialoge geht es nur um Geschlechtsverkehr. Das nimmt in den anderen beiden Filmdritteln zwar nicht ab, fällt dann aber nach der Eingewöhnungszeit gar nicht mehr auf. Einen Oscar für die schauspielerische Leistung bekommt keiner der Darsteller. Die meisten Schauspieler tun ihr Bestes, doch überzeugen kann eigentlich nur Cortney Palm in der Rolle von Zoe. Von Anfang bis Ende macht Zoe so einiges durch; ihre Entwicklung ist allerdings glaubhaft und jederzeit nachvollziehbar. Sowohl in der guten deutschen Synchronisation, als auch in der englischen Originalfassung, kann der Film in 1080p und im 16:9-Format (1,85:1) mit einem guten Bild punkten. Nur gelegentlich stören ein paar wenige Unschärfe-Effekte. Wer sich tatsächlich auf Zombiber einlässt, weiß 78 Minuten lang genau, was er da bekommt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Als ich zum ersten Mal von Zombiber gehört habe, war mir schon klar, dass hier kein Top-Hit der Filmwelt auf mich warten würde. Bei solch einem Filmtitel weiß man schließlich schon vorher, was man bekommt. Aufgrund dieser Tatsache war mir bewusst, auf was ich mich hier einlasse und kann deswegen nicht vom Film enttäuscht sein. Sicherlich sind die Dialoge platt und mit fortschreitender Laufzeit werden die Situationen immer abstruser. Die Biber beißen sich langsam durch das Holz, die Blockhütte fängt durch einen Kurzschluss (natürlich erzeugt von einem Biber) Feuer und in Anbetracht der wenigen Optionen, die den Charakteren bleiben, wollen diese lieber noch ein weiteres Mal miteinander schlafen, als sich zu retten. Solche und andere Momente sind aber prägnant für Zombiber und machen den Film deswegen zu einem Genuss für Fans des guten Trash-Fans. Bis zu einem bestimmten Grad nimmt sich Zombiber ernst, doch irgendwann fällt die mutige Fassade des Drehbuchautors und der wahre Schrecken ist im Grunde nur für die besten Lachanfälle zuständig, die ich seit langem bei einem Horror-Film hatte. Man muss dem Film eine Chance geben, doch wenn ihr ihn euch tatsächlich anschauen wollt, trommelt lieber noch schnell eure besten Freunde zusammen und genießt einen unvergesslichen Abend!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Zombiber!

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