Review: Tōkyō Ghoul – Vol. 1

Tokyo Ghoul (1)Wenn man jung ist, kann man sich nichts sehnlicher vorstellen, als mit der Frau auszugehen, für die man schon sehr lange schwärmt. Der Student Kaneki Ken kommt in diese Situation, doch anstatt den Himmel zu genießen, durchlebt er in Tōkyō Ghoul die Hölle auf Erden.

Tokyo Ghoul (2)Die Bevölkerung von Hauptstadt Japans wird seit geraumer Zeit von mysteriösen Vorfällen erschüttert. Sogenannte Ghule wüten in Tōkyō und ziehen Menschen bei lebendigem Leib die Haut ab, um sich an ihren Innereien zu laben. Vor dieser Kulisse beziehungsweise kurz nach dem letzten Vorfall, der aufgedeckt wurde, findet die Handlung von Tōkyō Ghoul statt. Es beginnt mit dem eingangs erwähnten Date von Kaneki Ken und seiner Begleiterin Kaneshiro Rize. Zunächst verläuft dieses gewöhnlich oder zumindest ohne irgendeinen Zwischenfall. Sie verabreden sich in einer Buchhandlung, da sie den gleichen Lieblingsautoren haben und sich sehr für Romane interessieren. Anschließend gehen sie noch gemeinsam in ein Restaurant, in dem sich Ken seiner Essgewohnheiten hingibt. Rize hingegen rührt ihr Essen gar nicht erst an. Dennoch genießt sie die Anwesenheit von Ken, der sich bereits wie im siebten Himmel fühlt. Nach ihrem Date erfährt Ken von Rize, dass sie in der Nähe des letzten Vorfalls lebt und sie Angst hat, nach Hause zu gehen. Ken willigt ein, sie nach Hause zu begleiten. Dabei vertraut er ihr intime Geheimnisse an, die er bisher nur seinem besten Freund Nagachika Hideyoshi erzählt hat. Als Ken Rize schließlich näherkommt, beißt sie ihn auf einer Baustelle, wodurch Ken fast stirbt. Nur durch Glück wird Rize von einem herabfallenden Stahlträger getroffen.

Hybridwesen

Tokyo Ghoul (3)Ken weiß nicht wie ihm geschieht und verliert das Bewusstsein. Er bekommt nur rudimentär mit, was um ihn herum eigentlich geschieht. Als er im Zimmer eines Krankenhauses wieder aufwacht, realisiert er langsam, dass er nur durch das Implantieren von Organen überlebt hat. Er ist nun zur Hälfe Mensch und zur Hälfte Ghul. Ken befindet sich zwischen den Stühlen, denn zum einen versteht er sich immer noch als Mensch und möchte entsprechend human und vor allem moralisch handeln. Zum anderen hat er als Ghul seinen Appetit auf normales Essen verloren und spürt den Drang, Menschen aufzuschlitzen, um seinen eigenen Hunger zu stillen. Je mehr er sich weigert, seine Moralvorstellungen aufzugeben, desto wahnsinniger wird er. So und nicht anders kommt es dazu, dass er auf der Suche nach einem Opfer auf einen Ghul stößt, der den Mord bereits begangen hat. Die Freundschaft wehrt aber nicht lange, denn kurz darauf tritt der brutale Nishio Nishiki ins Rampenlicht und tötet seinen Artgenossen. Kirishima Tōka rettet Ken aus der Situation und wenig später erwacht er schließlich in einem Café, welches als getarnter Unterschlupft von gutmütigen Ghulen dient. Hier wird Ken von Tōka und ihrem Arbeitgeber in die Subkultur der Ghule sehr behutsam eingeführt. Vor allem wie das Problem mit der Nahrungsaufnahme für Ken gelöst werden soll, wird in Café Anteiku erläutert.

Einblick in die Fraktionen

Tokyo Ghoul (4)Die ersten drei Episoden des Anime, welche auf der Blu-ray der ersten Volume enthalten sind, behandeln vor allem die Grundlagen, wie ein Ghul in Tōkyō überleben kann. Zudem werden die Fraktionen vorgestellt. Zum einen verschiedene Ghule, die unterschiedliche Auffassungen vertreten und zum anderen eine Spezialeinheit, die Jagd auf die Ghule macht, um Tōkyō zu einem sichereren Ort zu machen. Die Handlung bleibt durchgehend sehr spannend und durch einige Überraschungen bricht der Storyfluss in keiner Minute ab. Optisch ist der Anime in der Blu-ray-Fassung gestochen scharf und spielt bei Entfernungen mit diffusem Licht, um auf die Charaktere besser einzugehen. Diesen werden sowohl in der deutschen Synchronisation, als auch in der japanischen Originalfassung von berühmten Sprechern Leben eingehaucht. In der deutschen Tonfassung ist unter anderem die Stimme von Ricardo Richter zu hören und in der japanischen Synchronisation ist Hanazawa Kana eine der Synchronsprecherinnen. Die Musik des Anime bleibt in der Regel düster, da die Handlung ebenfalls nur wenig Platz für heitere Momente lässt. Bonusmaterial gibt es in digitaler Form leider nicht. Dafür winkt ein Booklet mit Hintergrundinformationen, Episodenguide und Interview uns zu. Die ersten sechstausend Käufer, die sich die erste Volume zulegen, erhalten außerdem den praktischen Schuber gratis.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Der Anime Tōkyō Ghoul erzählt in den ersten drei Episoden den Auftakt einer hoffentlich sehr spannenden Geschichte. Mich hat die Handlung um den jungen Kaneki Ken nämlich bereits überzeugt und ich hoffe sehr, dass der Anime die gute Qualität in puncto Spannung und Unterhaltung halten kann. Die Idee hinter dem Hybridwesen ist vielleicht nicht neu, doch funktioniert der Anime auf dieser Grundlage sehr gut. Ken steht ständig zwischen den Stühlen zwischen Menschlichkeit und dem Dasein als blutrünstige Bestie. Unaufhaltsam werde ich durch die verschiedenen Fraktionen in die Welt von Tōkyō Ghoul eingeführt, wodurch ich für beide Seiten Verständnis erlange. Ich bin sehr gespannt darauf, wie die Serie in den nächsten neun Episoden fortgesetzt wird und vielleicht sogar Fragen aufwirft, mit denen ich jetzt noch nicht rechne. Da man im Interview bereits darauf verwiesen hat, dass alleine in der ersten Folge zwei Drittel des ersten Manga verarbeitet worden sind, bin ich mir fast schon sicher, dass man diese kurze Serie zu einem befriedigenden Ende führen wird.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tōkyō Ghoul!

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