Review: Liar Game (Band 13)

Liar Game (Band 13)Der Band mit der verhängnisvollen Nummer Dreizehn weist hoffentlich nicht auf ein schlechtes Omen hin, denn aktuell sieht es im Gefecht der Sitzgelegenheiten alles andere als rosig für Teamkameraden Nao und Akiyama aus. Inzwischen haben sich neben den schon ausgeschiedenen Statisten noch drei Teams herauskristallisiert, die sich eine Chance auf den Sieg ausmahlen dürfen. Untereinander wird sich natürlich kaum über den Weg getraut, zum Überstehen der Ausscheidungsrunden sind zumindest zeitlich befristete Bündnisse aber bitter nötig. Ohne diese können die regelmäßigen Abstimmungen über das Entfernen der Stühle nicht gewonnen werden und die Teams verlieren wortwörtlich immer mehr Grund und Boden. Zum Verhindern sind Doppel- und Dreifachstrategien schon das Mindeste, womit sich die intelligenten Drahtzieher hinter den Teams Akiyama und Yokoya auseinander setzen müssen. Dagegen ist Nao stets die einzige, die aufopferungsvoll und solidarisch umherstreift und daran glaubt, den Sieg in der Zusammenarbeit aller zu finden. Bei ihr regiert Herz gegen Verstand, das wird in diesem Band besonders klar. Welche Seite allerdings gewinnt, stellt sich erst heraus, sobald sich mindestens zwei Parteien einsichtig zeigen und dieselben Ansichten teilen.

Das Zünglein an der Waage

So schlauer die Menschen allerdings werden, umso schwieriger scheint es für sie, diesen eigentlich simplen Zusammenhang zu verstehen. Das ewige Hin und Her, in dem letztlich keine Gruppe die Führung für sich entscheiden kann, geht also weiter. Das ist im Grunde schon ein passender Ausdruck für den aktuellen Verlauf der Manga-Reihe. Die Rahmenhandlung bewegt sich nicht wirklich vom Fleck, sondern dreht sich weiterhin um die eigene Achse, ebenso wie sich die Teilnehmer der stuhlbasierten Reise nach Jerusalem auch nur in einem immerwährendem Kreis bewegen. Zwar endet nach diesem Band der aktuelle Handlungsstrang, was die Vorfreude auf Kommendes steigert. Ermüdungserscheinungen sind nach dreizehn Bänden natürlich dennoch nicht zu vermeiden. Liar Game hat sich wohl mit seinem episodischen Charakter abgefunden, womit eine übergreifende Geschichte wohl nur am Ende oder eben zwischen den einzelnen Kapiteln erzählt wird. Der Fokus liegt in den ausgetüftelten Einzelgeschichten, die den Leser kurzfristig in den Bann ziehen sollen. Zum Abkühlen wartet auf den letzten Seiten noch Kaitani Shinobu höchstpersönlich auf die Leser, um humoristisch über seine Anfänge als Künstler in der umkämpften Manga-Industrie zu berichten.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Um die gehirnakrobatischen Gedankenspiele vollständig nachvollziehen zu können, braucht es wohl wirklich ein Genie wie Akiyama. Das gewöhnliche Volk – wozu sich wohl oder übel nahezu jeder Leser zählen muss – lässt sich dann lieber von den regelmäßigen Erklärungen der Pläne ermuntern. Die anderen Figuren wollen ja schließlich auch erfahren, was um sie herum eigentlich gerade passiert. Auch wenn die meisten Leser sicherlich nicht immer ganz durchsteigen werden, ist das kontinuierliche Mitfiebern mindestens genauso unterhaltsam. Erst recht, wenn einschlägige Wendungen fast schon seitenweise auftreten, lassen wir uns jedes mal gerne aufs neue Überraschen, das gilt auch für die Zukunft.

Vielen Dank an Egmont Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Liar Game (Band 13)!

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