Review: Kidnapping Freddy Heineken

Kidnapping Freddy Heineken (1)Am 9. November 1983 wurde der Brauereimagnat Alfred Heineken von den Kriminellen Cor van Hout, Willem Holleeder, Jan Boellaard, Frans Meijer und Martin Erkamps entführt. Der Film Kidnapping Freddy Heineken von Regisseur Daniel Alfredson basiert auf dem Ereignis.

Kidnapping Freddy Heineken (2)Einer ehrlichen Arbeit gehen die fünf genannten Entführer 1983 nicht mehr nach. Sie haben sich zwar auf das Gaststättengewerbe konzentriert, doch nachdem ihr Unternehmen Konkurs anmelden musste, finden sie sich im harten Alltag der Arbeitslosigkeit wieder. Sie benötigen dringend Geld und vermitteln illegale Beschäftigte für den Bausektor. Über Wasser können sie sich damit aber nicht halten, weshalb sie sich an die Bank wenden, um an ein Darlehen zu gelangen. Sie können dem Bankier zwar eines ihrer Gebäude aus ihren Immobiliengeschäften anbieten, doch dieser kann das Gebäude nicht als Versicherung akzeptieren. Der Grund dafür ist denkbar einfach. Die Bande hat das Gebäude an eine Gruppe Punks vermietet, die vom Bankier gar als Kommune bezeichnet werden, doch zahlen diese ihre Miete nicht und halten das Haus im Grunde besetzt. Als die Bande zu ihrer alten Tätigkeit zurückkehrt, greifen sie mit harten Bandagen durch und versuchen die Punks eigenständig zu entfernen. Allerdings tritt die Polizei ebenfalls in den Krawall mit ein, wodurch die Freunde verhaftet werden. So beschließen sie an einem Abend, dass sie ins organisierte Verbrechen eintreten müssen, um das große Geld zu machen. Während einer Bootsfahrt treffen sie gemeinsam die Entscheidung, dass sie eine berühmte Person entführen müssten. Die Wahl fällt auf Alfred Heineken.

Wasserdichte Entführung

Kidnapping Freddy Heineken (3)In der ersten halben Stunde des Films werden sowohl die Charaktere ausgiebig vorgestellt, als auch die Entführung des Bierbarons geplant. Je näher sie der Vollendung ihres Plans kommen, desto mehr bemerken sie, dass sie für eine durchgeplante Entführung erst einmal Eigenkapitel investieren müssen. Sobald sie das Geld aufgetrieben haben, gelingt es ihnen, am Abend des 9. Novembers 1983 Alfred Heineken zu entführen. Zunächst scheint der Plan ein wenig schief zu laufen. Zunächst werden sie von einem Taxi verfolgt und dann spricht einer von ihnen mit Heineken versehentlich auf Niederländisch, statt wie vereinbart nur auf Englisch mit ihm zu kommunizieren. Der Mittelteil des Films erstreckt sich über einen Zeitraum von circa drei Wochen; genau die Zeit, die Heineken in einem schalldichten Raum am Ende einer Werkstatt zusammen mit seinem ebenfalls entführten Chauffeur ausharren musste. Für die Freunde wird es zunehmend schwieriger, ihre normalen Leben weiterzuführen. Ständig werden sie in den Nachrichten mit der Entführung von Heineken konfrontiert. Jedes falsche Wort außerhalb der Werkstatt könnte irgendjemanden auf ihre Spur bringen und durch kleine Fehler wird langsam auch die Polizei auf sie aufmerksam. Abschließend wird dargstellt, wie die Entführer die 35 Millionen Gulden erpressen können und schließlich versuchen, vor der Polizei zu fliehen.

Wahre Begebenheit

Kidnapping Freddy Heineken (4)Ob sich tatsächlich alle dargestellten Begebenheiten genauso in der Wirklichkeit abgespielt haben, wird sich heute leider nicht mehr feststellen können. Alfred Heineken starb 2003 an einer Lungenentzündung und Cor van Hout wurde im selben Jahr ermordet. Die restlichen Teilnehmer an der Entführung sind bisweilen bis heute noch an kriminellen Machenschaften beteiligt. Ein genaueres Bild aller Tatsachen einzufangen, wäre zwar die Krönung für einen Film, der auf einer wahren Begebenheit basiert, doch könnte mitunter so auch die Spannung zu kurz kommen. Diese ist nämlich durchweg vorhanden. Zwar baut der Film die Action in der ersten Hälfte ab, kann aber durch den psychischen Druck, der auf den Charakteren lastet, auch in dieser Kategorie punkten. Das liegt vor allem an zwei Schauspielern. So tritt im Film der etwas in die Jahre gekommene, aber immer noch überzeugende Anthony Hopkins als der entführte Alfred Heineken auf. Willem Holleeder wird von Sam Worthington verkörpert, der laut eigener Aussage den lebenden Holleder getroffen hat, um die Rolle besser einfangen zu können. Gedreht wurde der Film aus organisatorischen Gründen nicht nur in Amsterdam, sondern auch in New Orleans. Trotzdem wir ein authentisches Bild der niederländischen und sehr einzigartigen Stadt eingefangen, welches dem Film in puncto Atmosphäre sehr gut tut.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Hin und wieder trinke ich sehr gerne mal ein Bier von Heineken und wenn man sich das Logo des Biers betrachtet, sollte man künftig an Alfred Heineken denken. Dieser hat sich in seinem Leben nämlich vor allem der Werbung des Konzern gewidmet, am heutigen Logo mitgewirkt und das Bier schließlich zu einer großen Weltmarke ausgebaut. Da ich erst ein paar Jahre nach der Entführung geboren wurde, habe ich über diesen Vorfall erst erfahren, als der Film von Splendid Film veröffentlicht worden ist. Vielleicht mag der Film an ein paar Stellen nicht authentisch wirken, wie sich die Entführung wirklich abgespielt hat, doch hat dies dem Film absolut nicht geschadet. Er ist von vorne bis hinten spannend. Das liegt zunächst am Action-Anteil, der dennoch auf einem sehr humanen Niveau bleibt und trotzdem überzeugen kann. Des Weiteren kann der psychische Druck, der auf den Entführern lastet, weiter in die Handlung ziehen. Die ganzen 95 Minuten lang wurde mir nicht langweilig und wer Filme mit seichter Action mag, wird hier sehr glücklich werden.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Kidnapping Freddy Heineken!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s