Review: Rory McIlroy PGA Tour

Rory McIlroy PGA Tour (1)Das muss man sich einmal vor Augen führen: Zwischen 1998 und 2013 schmückte der berühmte Golfprofi das Cover von Electronic Arts’ Sportspielreihe PGA Tour. 2014 kündigte der Videospielkonzern die Partnerschaft und machte so den Platz frei für Rory McIlroy.

Rory McIlroy PGA Tour (2)Die Hintergründe über die Vertragskündigung dürften vermutlich im Privatleben von Woods liegen. Während in Deutschland solch ein Skandal nur wenig Aufsehen erregt, ist es im stark konservativen Amerika wieder eine andere Geschichte. Egal wie der Konzern die Vertragskündigung nach außen kommuniziert – wir freuen uns darüber, dass nach einem Jahr Pause wieder ein neues PGA Tour in den Händlerregalen steht. Statt Tiger Woods prangert nun der nordirische Profigolfer Rory McIlroy auf dem Cover, der aufgrund seines recht jungen Alters von derzeit 26 Jahren natürlich noch nicht so viele Siege und Erfolge feiern konnte, wie sein Videospielvorlagenvorgänger. Frischen Wind bringt der Nordire auf jeden Fall mit ins Spiel. Sobald wir dieses nämlich starten, bekommen wir zunächst eine Einführung in die Steuerung spendiert. In der Vergangenheit waren wir zwar starke Verfechter der Wii-Fassungen und bis zum heutigen Tage hoffen wir immer noch darauf, dass Electronic Arts umdenkt und der Wii U zumindest ein genauso tolles Golfspiel schenkt wie der Vorgängerkonsole, doch auch die Steuerungsmöglichkeiten der PlayStation-4-Version gehen fließend einfach von der Hand – nur eben weniger instinktiv wie auf dem einstigen Nintendo-Flagschiff. Wir können zwischen den Methoden Arcade, Classic und Tour wechseln und erleben sie jeweils unterschiedlich.

Für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis

Rory McIlroy PGA Tour (3)Im Modus Arcade führen wir Schläge so aus, dass wir den linken Stick zurückziehen und mit ihm nach vorne preschen, wenn wir abschlagen wollen. Der Tour-Modus achtet zudem darauf, in welcher Intensität beziehungsweise wie lange wir den Schläger zurückhalten. Der Classic-Modus richtet sich voll und ganz an Knöpfchendrücker. Hier muss an bestimmten Stellen der eingestellte Knopf gedrückt werden, damit McIlroy und seine Kameraden die Bewegungen ausführen und der Golfball schließlich im Loch versenkt wird. Letzteres ist übrigens die sicherste Variante, da sie am genauesten funktioniert. Damit wir auch jederzeit sehen, wo der Ball hinfliegt, gibt es wie gehabt einen Zielbogen, doch das heißt nicht, dass dieser es uns zu leicht macht. Schließlich müssen Windrichtung und -stärke ebenso einberechnet werden, wie das Gefälle des Golfplatzes. Besonders beim Putten muss man schon sehr genau darauf achten, dass man die Neigungen korrekt abschätzt, damit man nicht dutzende Male das Loch verfehlt. In diesen Momenten ärgert allerhöchstens die Kamera, da besonders bei einer gesunden Entfernung vom Fernsehbildschirm die Endmarkierung kaum bis gar nicht zu erkennen ist. Da helfen die zwei zusätzlichen Zoom-Stufen nur bedingt. Oft haben wir uns dabei ertappt, vom gemütlichen Sofa aufzustehen, um die Markierung millimetergenau am Fernseher zu suchen.

Millimetergenaues Golfen

Rory McIlroy PGA Tour (4)So lustig dieser Fall auch ist: Bei den damaligen Wii-Fassungen, wo das Problem aufgrund der fehlenden HD-Möglichkeit nicht so häufig bestand, wäre das nicht ganz so ärgerlich gewesen, da man ja ohnehin schon herumsteht. Apropos HD: Die PlayStation-4-Fassung ist hier ein zweischneidiges Schwert. Bei den verschiedenen Challenges, wo die Umgebung in Neonfarben getaucht wird, läuft das Spiel im Normalfall absolut flüssig und sieht gestochen scharf aus. Wird aber auf den normalen Golfplätzen, welche zum Teil realen Vorbildern nachempfunden sind, das Publikum am Rande dargestellt, wirkt die Umgebung leider nicht mehr ganz so taufrisch, wie sie eigentlich sein sollte. Treppchenbildung ist hier eines der Ärgernisse, welche die Optik stören kann. Ebenfalls störend sind die fehlenden Untertitel. Wir bemängeln dies, da der Titel abermals nur in englischer Sprache bei uns erschienen ist. Da die amerikanischen Kommentatoren gerne mal ein wenig nuscheln, schadet das mitunter der Atmosphäre, wenn man sie gerade in einem spannenden Augenblick nicht versteht. Jüngere Spieler, die des Englischen noch gar nicht mächtig sind, werden trotz der jahrelangen Kritik daran so wieder einmal von Publisher sehr bewusst ausgeschlossen. Eine Spielanleitung ist in physischer Form ebenfalls nicht vorhanden, weshalb man fürs Nachschlagen ins Internet gucken muss.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Seit 2009 habe ich jeden Teil der Reihe gespielt, bis Electronic Arts damit begonnen hat, Nintendo nicht mehr zu unterstützen. Ich verstehe bis zum heutigen Tage – abgesehen vom wirtschaftlichen Aspekt – nicht warum, denn besonders die Serienteile, die auf der Wii erschienen sind, wurden über die Jahre immer und immer besser. Beim NMag habe ich Traumwertungen für die Reihe vergeben, denn verfügte die Serie mit jedem neuen Serienteil über mehr Inhalt und eine noch genauere Steuerung. Seit drei Jahren habe ich die PGA Tour gemieden, einmal freiwillig und einmal zwangsweise, da die Serie ein Jahr pausiert hat. Bei genauerer Betrachtung ist Rory McIlroy PGA Tour ein Rückschritt. Mir gefällt zwar auch die PlayStation-4-Fassung, doch finde ich es ziemlich langweilig, einfach nur Knöpfchen zu drücken oder die Sticks des Controllers zu bewegen, anstatt zu versuchen, die Bewegungen so gründlich es geht in der Realität umzusetzen. Wer aber noch nie mit der Wii Hand an die Reihe gelegt hat, wird sich an der Aufmachung von Rory McIlroy PGA Tour allerdings absolut nicht stören und höchstens fehlende Inhalte beklagen, die beim letzten Teil auf der Xbox 360 noch vorhanden waren. Der Titel verfügt aber immerhin über eine nette Auswahl an Plätzen und vor allem die neuen Challenges, bei denen noch mehr Geschick gefragt ist, haben es mir persönlich angetan. Dass die Optik, die teils mit angenehmen Nachtclubsounds unterlegt wird, nicht immer ganz dem Bild entspricht, mit dem Electronic Arts wirbt, ist mir persönlich dabei egal. Das Erlebnis des Golfen ist im Kern und um den Kern herum vorhanden und wird mich sicherlich einige Wochen an den Bildschirm fesseln. Vermutlich mit einem guten Freund, der beim Lesen dieser Zeilen jetzt an die gemeinsame Zeit auf der Wii zurückdenken wird und gerne schmunzeln darf.

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Rory McIlroy PGA Tour!

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