Review: Disgaea 5: Alliance of Vengeance

Disgaea 5 - Alliance of Vengeance (1)Disgaea 5: Alliance of Vengeance erscheint wie Disgaea D2: A Brighter Darkness exklusiv für Sonys Heimkonsole. Für Fans des stagnierenden Taktik-Rollenspiel-Genres stellen diese Spiele schöner Weise mit einem weltweitem Release eine gewisse Zuflucht dar.

Disgaea 5 Alliance of Vengeance (3)Das liegt unter anderem daran, dass Entwickler Nippon Ichi Software die Spiele zwar mit neuen Features und kleineren Änderungen ausstattet, aber von der Grundidee des klassischen Genres nicht abweichen will. Wie schon die Vorgänger findet auch dieses Abenteuer in den sogenannten Netherworlds statt, welche die Spielwelten und Level darstellen. Vom totalitären Eroberer Void Dark bedroht, schließen sich Overlord Seraphina und der Dämon Killia mehr oder weniger freiwillig im Kampf gegen das Böse zusammen. So bedrohlich scheint die ganze Sache erst einmal gar nicht, denn nicht nur unsere Figuren, sondern auch die Gegner scheinen ihre Aufgaben nicht unbedingt ernst zu nehmen und generell einen an der Klatsche zu haben. Seraphina war einst dem Bösewicht Void Dark versprochen, konnte der Hochzeit aber entgehen und plant seither ihren Rachefeldzug, was sich praktischerweise gut mit der Rettung der Welt kombinieren lässt. Warum Killia ihr folgt, weiß er anfangs selbst nicht so genau, solange er demonstrativ seine warmen Mahlzeiten während eines Kampfes zu sich nehmen kann, ist ihm seine Umwelt in den ersten Spielstunden noch herzlich egal. Während sich im Laufe des Spiels eine Menge weiterer Figuren mit unterschiedlichen Designs und Absichten unserer Gruppen anschließen, ist das Thema der Rache das, welches sie alle verbindet.

Der Taktiker an der Front

Disgaea 5 Alliance of Vengeance (4)Bis sie sich Void Dark gegenüberstellen können, ist es allerdings noch ein weiter Weg und unzählige Netherworlds warten darauf, von den üblen Schergen gesäubert zu werden. Die einzelnen Stages präsentieren sich in der bekannten Iso-Perspektive, die sich frei drehen lässt. Unseren Kämpfern erteilen wir Runde für Runde unsere Befehle, wodurch sie die recht klassischen Manöver wie Angriff, Magie und natürlich Bewegung in Form von abgezählten Schritten ausführen. Wie es sich für ein rundenbasiertes Taktik-Rollenspiel dieser Art gehört, erschließt sich der spielerische Tiefgang hauptsächlich in einer großen Anzahl Menüs und Statuseigenschaften, dessen Existenz wir uns beim Auswählen unserer Laufrouten und Angriffsziele stets ins Bewusstsein rufen sollten. Neben wichtigen Storyfiguren, rekrutieren wir Mitstreiter unterschiedlichster Klassen und Rassen. Erwähnenswert ist dabei, dass es für viele Klassen zweierlei Ausführungen gibt – einmal die männliche und einmal die weibliche Variante. Abhängig vom Geschlecht besitzen Magier beispielsweise einen höheren Grundangriff mit einem hohen Mana-Verbrauch, während das weibliche Pendant etwas schwächere Zauber für weniger Kosten beschwören kann. Dieses Konzept zieht sich durch viele bekannte und neuartig-interessante Charakter-Klassen und sorgt für eine weitere Variable im weiten Feld der Personalisierungsmöglichkeiten.

Die Leiden des jungen Prinny

Disgaea 5 Alliance of Vengeance (5)Die Motive und Einstellungen unserer Hauptfiguren sind zwar mit ihrem Schwerpunkt auf Rache nicht unbedingt innovativ, ein ausdrucksstarker Humor mit viel Situationskomik und einigen schrägen Momenten lässt uns das aber schnell vergessen. Optionale Dialoge verstärken diese Elemente und geben den Figuren einige plastische Eindrücke mehr, als wir zu Spielbeginn gedacht hätten. Diese Leichtigkeit spiegelt sich auch in Gameplay-Elementen wieder. Einzigartig ist die Fähigkeit des Hebens und Werfens, wodurch wir Figuren abseits jeglicher physikalischer Gesetzmäßigkeiten einfach über das eckige Spielfeld ein Vielfaches weiter werfen, als sie zu Fuß zurücklegen könnten. Wenn wir unsere Figuren zu regelrechten Türmen aus mehr als drei Figuren stapeln, können wir der Mobilität in diesem doch eher behäbigen Genre neue Dimensionen verleihen. Auch wieder mit an Bord sind die den Overlords unterstellten Geschöpfen namens Prinnies, für die es in den Netherworlds wohl keine Grundgesetze gibt. Als Kanonenfutter für Seraphinas Wuttiraden in den Zwischensequenzen und als wurffähige Kamikaze-Bomben in den Kämpfen (warum sie bei Gegner-Kontakt explodieren weiß eigentlich niemand so genau) sind sie allerdings gut zu gebrauchen. Da können sich die Mogrys aus Final Fantasy glücklich schätzen, denn die Helden dieser Spiele haben im Vergleich nämlich überhaupt keinen Humor.

Die japanische Stil-Friteuse

Disgaea 5 Alliance of Vengeance (2)Insgesamt überzeugt das Spiel grafisch hauptsächlich durch seine Design-Entscheidungen, wunderbar hätten wir uns das Spiel auch auf der PlayStation Vita oder dem Nintendo 3DS vorstellen können. Kaum ein Element im Spiel würde auf einem Handheld schlechter funktionieren. Im Gegenteil, ein solches Genre mit dieser Spielstruktur sollte eigentlich ursprünglich einen Platz auf mobilen Geräten haben. Die prägnante Anime-Optik setzt durch einen beachtenswerten Farbreichtum erinnerungswürdige Akzente. Das Charakterdesign aller Figuren stammt ebenfalls aus entsprechender Richtung und dürfte Frischlinge, die dieser asiatischen Bild-Ton-Kombination nicht gewohnt oder gewachsen sind, schon in den ersten Spielminuten erschlagen. Falls diese Spieler aber über das doch recht aufdringliche und freizügige Design hinwegsehen können, werden sie schnell bemerken, dass diese in Harmonie mit dem Humor stehen. Ein weiteres Zeugnis der kompromisslosen Präsentation ist die musikalische Untermalung. Schmetternde Chöre gehen Hand in Hand mit entspannten Jazz- und Gesangeinlagen. Ein sanfter Einstieg mittels optionalem Tutorial ist dabei genau das richtige. Stück für Stück wird dem Spieler die ansehnliche Anzahl an Spielelementen näher gebracht, womit das Gefühl der Überforderung keine Gefahr für den Spielspaß darstellt. Englisch-Kenntnisse sind dabei allerdings Pflicht, auf Deutsch gibt es das Spiel nicht.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit: Das neuste Disgaea setzt seine Schwerpunkte genau an den Punkten an, an denen Fans von rundenbasierter Taktik sie auch wirklich haben wollen. Nach einem sanftem Einstieg, der Neulinge von Disgaea den taktischen Führungsstab regelrecht in die Hand legt, entfaltet sich das vielseitige Kampf- und Spielsystem mit zahlreichen Elementen, die Strategen ohne Zweifel langfristig an den Fernseher fesseln werden. Auch wenn ich das Spiel gerne auf einer mobilen Plattform gespielt hätte, verlor ich mich trotzdem in den unzähligen Kampf-, Fähigkeits-, und Ausrüstungsmenüs, die eine gewisse Suchtgefahr ausstrahlen.

Vielen Dank an NIS America für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Disgaea 5: Alliance of Vengeance!

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