Review: Dragon Ball Z: Extreme Butōden

Dragon Ball Z Extreme Butoden (1)Als die 285. Episode von Dragon Ball Z ausgestrahlt wurde, haben Fans weltweit die Hände ausgestreckt, um Son Gokū ihre Energie zu spenden, damit dieser die Genkidama auf Majin Bū Junsui abfeuern kann. So episch ist Dragon Ball Z: Extreme Butōden aber nicht geworden.

Dragon Ball Z Extreme Butoden (2)Hätte man dem Erfinder von Dragon Ball, Toriyama Akira, 1984 mitgeteilt, dass sein damals noch junger Manga mehr als dreißig Jahre später in vielfältiger Form immer noch fortgeführt wird, hätte er sicherlich nur den Kopf geschüttelt. Mit Fug und Recht kann man Dragon Ball als sein Lebenswerk bezeichnen, welches sich zu einer der erfolgreichsten Franchises aller Zeiten entwickelt hat. Das Dragon-Ball-Franchise kommt mittlerweile nämlich auf reichlich viele Bände, ganze fünf Anime-Serien, eine taiwanesische und gar eine (sehr miserable) US-amerikanische Realverfilmung und natürlich einige Videospiele, die hierzulande aber erst seit Ende der Neunziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts regelmäßig erscheinen. Dragon Ball Z: Extreme Butōden erzählt die Story von Dragon Ball Z aus verschiedenen Blickwinkeln nach. Das Beat ’em up beschränkt sich dabei allerdings auf die wichtigsten Kämpfe zwischen den aberwitzigen Protagonisten und den durchtriebenen Antagonisten. Der Auftakt des Kampfspiels markiert das Treffen zwischen Son Gokū und seinem Bruder Radittsu. Auseinandersetzungen mit Furīza, den Cyborgs, Seru und schließlich der Kampf gegen die böse Form von Majin Bū dürfen in dieser Aufzählung ebenfalls nicht fehlen. Ausschweifend wie in der Anime-Serie werden die dort epischen Reibereien in Extreme Butōden allerdings nicht.

Schwankende Saiyajin

Dragon Ball Z Extreme Butoden (3)Die Kämpfe dauern nur wenige Minuten oder gar Sekunden und sind damit schnell abgearbeitet. Die Dialoge kommen zwischen den Kämpfen leider viel zu kurz und erlauben uns keinerlei tiefgründige Einblicke in die Story. Während die Handlung deshalb wohl nur von Fans der Vorlage verstanden werden kann, wird jeder Spieler mit der für das Genre sehr wichtigen Steuerung schnell zurechtkommen. Man kann einfach wie wild auf die Tasten hämmern, um Schläge, Tritte und Fernkampfgeschosse auf die Gegner loszulassen. Hin und wieder durchdringt der Feind diese Verteidigung zwar, doch kaum haben wir uns von seinem Schlag erholt, können wir den Gegner weiter bearbeiten und ins virtuelle Jenseits befördern. Der Schwierigkeitsgrad von Extreme Butōden ist also durchweg zu einfach ausgefallen, da knifflige Kombinationsangriffe fehlen und Fernkampfattacken zu mächtig sind. Kaum zu glauben, dass hier das erfahrene Entwicklerstudio Arc System Works am Werk war, die uns schon mit der Guilty-Gear-Serie und der BlazBlue-Reihe anspruchsvollere Kampfspiele beschert haben. Dafür bietet der Titel einen halbwegs großen Umfang, denn nach erstem Abschluss der Story können wir die Geschichte auch aus den Blickwinkeln anderer Charaktere erleben. Allerdings steigt der Schwierigkeitsgrad dabei nicht an die Geschichte wird auch nicht besser präsentiert.

Knockout

Dragon Ball Z Extreme Butoden (4)Des Weiteren bietet der Titel einen Abenteuermodus. Dieser entführt uns in eine alternative Handlung, in der Zeit und Raum mal wieder bunt gemischt werden, sodass sich hier auch Charaktere bekämpfen dürfen, die sich in der Manga-Reihe nie begegnet sind oder sich zumindest nie bekämpft haben. Wenn wir StreetPass für das Spiel aktivieren, dürfen wir unterwegs Kärtchen mit anderen Spielern teilen. Sammeln wir sieben Stück davon, erscheint der sagenumwobene Drache Shenron, von dem wir uns Items wünschen dürfen, die wir im Abenteuermodus einsetzen dürfen. Eine sehr nette Fanservice-Idee, die aber nicht essentiell genug ins Spiel einfließt. Optisch erinnert der Titel zwar stark an die Anime-Vorlage und wird mit dem Tiefeneffekt des 3DS sogar ein wenig bereichert, doch bleiben die viel zu wenigen Arenen viel zu leblos. Selbst Street Fighter II: The World Warrior aus dem Jahr 1991 für das Super Nintendo wusste uns hier sehr viel mehr zu begeistern. Die musikalische Untermalung ist zweckmäßig, bleibt den Tracks aus der Serie aber unterlegen. Ein weiter Wermutstropfen ist der fehlende Online-Modus; die Kämpfe mit Freunden können nur lokal ausgetragen werden. Wer mit Son Gokū und Co deutlich mehr Spaß haben will, sollte zu einem der vielen anderen Beat ’em ups des Franchises greifen oder gar einer anderen Serie den Vorzug geben.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Seit Kindheitstagen bin ich ein großer Fan des Dragon-Ball-Franchises und ich werde es wohl auch immer sein. In dieser Zeit habe ich gute und schlechte Titel des Franchises spielen dürfen. Den Tiefpunkt markiert jetzt allerdings Dragon Ball Z: Extreme Butōden. Der Titel enttäuscht mich wirklich fast durchgehend. Die Kämpfe sind viel zu kurz und die Kombinationsangriffe sind in der Genre-Landschaft nichts weiter als ein schlechter Scherz. Da ich ein Fan von Beat ’em ups bin und gerne mal die eine oder andere Tastenkombination auswendig lerne, stößt mich die Steuerung des Spiels hier einfach nur an den Kopf. Ein wildes Hämmern auf die Aktionsknöpfe kann nicht im Sinne des Erfinders gewesen sein. Dazu gesellt sich die maue Präsentation des Dragon-Ball-Universums. Diese macht den Titel nur für beinharte Fans interessant, da Hintergründe nicht erklärt werden und die Dialoge viel zu schnell und zu steril abgearbeitet werden. Extreme Butōden wirkt so, als ob der Titel noch ein paar Wochen Entwicklungszeit gebraucht hätte, aber vorschnell auf den Markt geworfen wurde. Selbst Fans des Vorlage sollten sich zweimal überlegen, ob sie nicht lieber zu einer der vielen Alternativen greifen möchten.

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