Review: Selector Spread Wixoss (Vol. 1)

Selector Spread Wixoss (Vol. 1) (1)Wer sich an die letzte Episode von Selector Infected Wixoss erinnert, wird sehr wohl wissen, dass die erste Staffel des Franchises für einige der Charaktere und für den Zuschauer unerwartet böse ausgegangen ist. Die zweite Staffel soll nun endlich Licht ins Dunkle bringen.

Selector Spread Wixoss (Vol. 1) (2)Die Story von Selector Spread Wixoss, wie die zweite Staffel heißt, knüpft nahtlos an die Geschehnisse der ersten Season an. Trotz unglücklicher Umbenennung der Serie wird Vorwissen vorausgesetzt, da die Serie sich nicht die Zeit nimmt, bisherige Geschehnisse zusammenzufassen oder für das Verständnis wichtige Begriffe zu erklären. Hat man die erste Staffel nicht gesehen, wird empfohlen, diese zunächst nachzuholen. An der Ausrichtung hat sich nicht viel geändert, denn die grundlegenden Elemente sind gleich geblieben. Handlungsort ist nach wie vor das heutige Tōkyō, in welchem das titelgebende Kartenspiel Wixoss der neue Verkaufshit ist und so gut wie jeden anspricht. Es wird zwar als modernes Phänomen ähnlich wie Yū-Gi-Ō dargestellt, doch beschäftigt sich der Anime an keiner Stelle tiefgehend mit dem Spiel beziehungsweise den Kampfregeln. Viel mehr geht es um die Wünsche und Bedürfnisse der titelgebenden Selectors, die nur in Erfüllung gehen werden, wenn man oft genug gewinnt und andersherum für immer verloren sein werden, wenn insgesamt drei Kämpfe mit einer Niederlage ausgehen. Wie wir wissen, ist selbst der Erfolg beim Kartenspiel für einen Selector nicht das erhoffte Seelenheil, denn der Wunsch geht für den betroffenen Selector zwar in Erfüllung, doch während das LRIG genannte Wesen, also der Avatar der Sammelkarte, in die Rolle des Selectors schlüpft, findet sich der vorherige Besitzer als frischer LRIG auf der Karte wieder.

Feindliche Übernahme

Selector Spread Wixoss (Vol. 1) (3)So ist es auch Kurebayashi Yuzuki, einer Freundin von Hauptfigur Kominato Rūko, passiert. Diese hatte sich in ihren leiblichen Bruder verliebt und wollte, dass ihre Gefühle erwidert werden. Jetzt ist sie ihm noch ferner als zuvor und muss erleben, wie ihr ehemaliger LRIG Zeit mit ihm verbringt. Außerdem ist sie Rūkos neuer LRIG geworden, da Rūkos alter LRIG Tama verschwunden ist. Gemeinsam versuchen sie mit ihrer Freundin Uemura Hitoe das Geheimnis dahinter zu lüften. Unterstützung erhalten sie dabei von der kleinen Chiyori, die vom Kartenspiel zwar total geblendet ist, sie jedoch zu der vom LRIG Urisu kontrollierten Urazoe Iona führt, die wiederum Aoi Akira für ihre bösen Zwecke benutzt. Die Handlung bleibt also auch in den vorliegenden sechs Episoden, die zusammen eine Laufzeit von etwa 145 Minuten einnehmen, durchgehend spannend und beschäftigt sich abermals intensiv mit den verschiedenen Persönlichkeiten. Die Auflösung der sechs Episoden von Selector Spread Wixoss liegt in 1080p vor, wobei das Bild im 16:9-Format bildschirmfüllend ist. Der Anime bietet wunderschön gezeichnete Hintergründe mit einem dazu passenden Figurendesign. Die Charaktere heben sich nur leicht vom Hintergrund ab und ergeben dadurch ein stimmiges Gesamtbild. Dies liegt nicht selten am eingesetzten diffusen Licht, um die düstere Atmosphäre der Handlung zu untermalen. Die Animationen der Charaktere wirken im Übrigen meistens flüssig.

Düstere Grundstimmung

Selector Spread Wixoss (Vol. 1) (4)Lediglich an Effekten spart man, sodass es auch stärker auffällt, wenn diese eingesetzt werden und sich dabei vom restlichen Bild abheben. Auf der akustischen Seite klingt der Ton im DTS-HD Master 2.0 bei einer guten Abmischung der Lautstärke von Dialogen, Untermalung der Effekte und Einsetzung von Musik durchgehend klar. Der Soundtrack unterstreicht wie der Einsatz des diffusen Lichts die Grundstimmung deutlich. Die deutsche Synchronisation besteht aus einer überwiegend guten Auswahl von Sprechern, bei denen unter anderem die Stimmen von Maria Hönig oder Shanti Chakraborty zu hören sind. Ihre japanischen Pendants Kakuma Ai und Sakura Ayane wirken im Vergleich jedoch wesentlich besser für die Rollen, da in der deutschen Fassung bei bestimmten Sachverhalten eine falsche Betonung angesetzt wird oder gar leichte, selten auffallende, Aussprachefehler zu verzeichnen sind. Die japanische Fassung kann nur mit gelbfarbigen Untertiteln angeschaut werden, wodurch vor allem Fans der Originalsynchronisation ohne Japanisch-Kenntnisse auf ihre Kosten kommen werden. Bonusmaterial liegt in digitaler Form lediglich in drei Trailern zu anderen Kazé-Anime-Produkten vor. Entschädigen sollen drei physische Postkarten mit Motiven zur Serie und ein sehr stabiler Pappschuber, der schlussendlich Platz für beide Volumes von Selector Spread Wixoss bieten und beide Volumes vor Staub und anderen Verunreinigungen schützen soll.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Das Ende von Selector Infected Wixoss ist mir gut im Gedächtnis geblieben und so konnte ich es natürlich kaum erwarten, die zweite Staffel in Form von Selector Spread Wixoss zu erleben. Man schafft es, die Qualität der ersten Season aufrechtzuerhalten und die Handlung nach wie vor spannend zu erzählen. Dabei wird nicht vergessen, wie wichtig die Motivationen der Charaktere sind beziehungsweise waren. In der zweiten Staffel merkt man nämlich spürbar, wie sich diese nach den schockierenden Enthüllungen der vorherigen Season anfühlen und die Story im Grunde in eine halbwegs neue Richtung lenkt. Ich bin sehr gespannt, wie die Anime-Serie sich in der zweiten Hälfte noch entwickeln wird und ob man es schafft, sämtliche noch offenen Fragen zu beantworten. Wem Selector Infected Wixoss gefallen hat, wird auch mit Selector Spread Wixoss seine wahre Freude haben. Der Anime bleibt tiefgründig, scheut nicht die Konfrontation diverser Charaktere und bietet zusammen mit den meisten technischen Aspekten ein sauberes Gesamtbild. Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf die zweite und hoffentlich ebenso tolle Volume!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Selector Spread Wixoss (Vol. 1)!

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