Review: Liar Game (Band 16)

Liar Game (Band 16)Die Fortführung des Liar-Game-Epos macht genau dort weiter, wo der vorherige Band schloss. Nao und Akiyama stehen noch immer im Clinch mit dessen Kontrahenten Harimoto und einigen weiteren Teilnehmern des Liar Games, symbolisiert durch das Spiel Bid Poker. Spieler mit kühlen Köpfen und gewieften Strategien werden dabei belohnt, genauso wie beim echten Poker auch. Die Teilnehmer wetteifern um die besten Karten, die in dem Spiel mit echtem Geld aufgewogen werden. Nur mit einem guten Blatt besteht eine Chance auf den Gewinn, der in der Liar-Game-Version des Pokers erwartungsgemäß üppig ausfällt. Dabei können die Teilnehmer nicht benötigte Karten zur Auktion freigeben und dagegen auf andere Kartensets wetten, die bessere Chancen bieten. Das resultiert in einem ständigen Geben und Nehmen der Ressourcen, wobei Absprachen und Bündnisse keine unwichtigen Rollen spielen. Um dieses Ziel zu erreichen, sind wie so oft fiese und hinterhältige Herangehensweisen sehr verlockend, erneut stehen die gegenseitigen Betrügereien unserer Parteien im Mittelpunkt der Erzählung. Für Nao und Akiyama sind das natürlich keine Optionen, denn als Helden der Geschichte suchen sie immer nach einen gerechten Ausweg für alle. Das Interesse von uns Lesern wandert dabei langsam aber sicher von den Verläufen der interessanten, aber doch sehr ähnlichen Spielkonzepte, ab und konzentriert sich vermehrt auf die Figuren in diesen.

Clever wie ein Fuchs

Kaitani Shinobu spielt einmal mehr mit den Erwartungen der Leser und dessen Erfahrungen, die sie in vorherigen Bänden gesammelt haben. Die sehr pragmatische Erzählung mit klaren greifbaren Themen stellt nur die symbolische Oberfläche dar. Darunter spielt die Psychologie des Menschen eine wichtige Rolle, was den Schluss nahelegt, dass das Liar Game vielleicht nur als Experiment der Liar-Game-Verwaltung aufgezogen wurde. Öfter als sonst kommen diese Fadenzieher hinter den Kulissen zum Wort – leider gehören diese Passagen zu den zähen und vergleichsweise unbedeutenden und bleiben hinter den Erwartungen zurück, den ein Einblick in Diskussionen dieser Personengruppe hätte bieten können. Das ist der Hauptgrund, warum dieser Band leider nicht auf der Höhe der letzten ist. Lediglich das letzte Kapitel schmälern diesen negativen Eindruck ein wenig, denn dort erwartet die Leser wie sooft eine interessante Wendung der Ereignisse. Diese Enthüllung der weitreichenden Art ist der Grund, der den nächsten Band besonders attraktiv macht und uns gespannt gen Zukunft blicken lässt. Zeichnerisch bleibt Kaitani Shinobu auch auf dem Boden der Tatsachen. Stilistisch entwickelte er seinen Manga zwar nicht weiter, seine unbeschwerte und übersichtliche Art zu Zeichnen reicht für einen Manga dieser Art aber vollends aus. Die 208 Seiten vergehen fast wie im Flug.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas’ Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Auch wenn mich die ersten zwei Drittel des Bandes nicht so sehr begeistern konnten, wie ich es aufgrund meiner Erfahrungen mit den vorherigen Mangas erwartet hatte, bin ich vor allem vom Schluss positiv überrascht gewesen. Bis dahin frönt Kaitani Shinobu erneut seinem etablierten Erzählkonzept, bei dem er erst die Antagonisten mit genialen Plänen in eine wohl unerschütterliche Position stellt und sie zum Schluss doch noch von Akiyama zerschlagen lässt. Dieser Ablauf ist jedem Leser längst klar, viel interessanter ist allerdings, wie Kaitani Shinobu, also Akiyama, es dann wieder einmal meistert, den Tag zu retten. Dieses Konzept wird mit Sicherheit auch noch in folgenden Bänden funktionieren.

Vielen Dank an Egmont Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Liar Game (Band 16)!

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