Review: One Week Friends (Vol. 2)

One Week Friends (Vol. 2) (1)Die komplette Anime-Serie One Week Friends erschien hierzulande aufgeteilt in zwei Volumes. Während sich die erste Serienhälfte vor allem Zeit für Kaoris Situation genommen hat, geht es in der zweiten Volume stärker ums Verliebtsein und die Bedeutung von Freunden.

One Week Friends (Vol. 2) (2)Oberschülerin Fujimiya Kaori hat es schon nicht leicht. Noch bevor sie die Grundschule abschließen konnte, wollte sie sich mit einem sehr guten Freund im Park treffen. Allerdings kam sie dort niemals an und erlitt einen Unfall, an deren Folgen sie bis heute knabbert. Laut ihren Ärzten ist mit Kaoris Gehirn physisch alles in Ordnung, doch leidet sie an einer besonderen und leider auch anhaltenden Form der Amnesie. Während sie sich an ihre Familie und beiläufige Ereignisse fast problemlos erinnern kann, vergisst sie sämtliche Geschehnisse, die sie in der letzten Woche mit Freunden gemacht hat, wenn sie sich sonntagabends schlafen legt. Aus keinem anderen Grund hält sie sich von sämtlichen bekannten Gesichtern fern und bricht fast jegliche soziale Interaktion mit ihnen ab. Ihr Mitschüler Hase Yūki bemerkt Kaoris merkwürdiges Verhalten und versucht, sich mit ihr anzufreunden. Mit der Zeit lernen sich die beiden besser kennen und überlegen sich auch eine Möglichkeit, Kaoris Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen. Kaori beginnt ihre Erinnerungen an die Zeit mit Yūki in ihrem Tagebuch aufzuschreiben, sodass ihre Freundschaft an jedem Montagmorgen nicht von ganz vorne beginnen muss. Um Kaoris Gedächtnisproblem schlussendlich lösen zu können, weihen die beiden auch Yūkis besten Freund Kiryū Shōgo und die überdrehte Yamagishi Saki ins Geheimnis ein.

In aller Freundschaft

One Week Friends (Vol. 2) (3)Somit steht die erste Episodenhälfte von One Week Friends vor allem im Zeichen der Freundschaft. In sechs Episoden ist es Regisseur Iwasaki Tarō gelungen, ein klares und authentisches Bild einer kleinen eingeschworenen Gemeinschaft zu zeichnen. Auf diesen grundlegenden Fakten bauen die sechs Folgen der zweiten Volume auf. Dass Yūki in Kaori verliebt ist, wird wohl jedem Zuschauer aufgefallen sein und auch dass Kaori wesentlich mehr als Freundschaft für Yūki übrig hat, ist ebenfalls nicht von der Hand zu weisen. So stehen dieses Mal vor allem Momente auf der Tagesordnung, in denen sich beide Charaktere alleine näherkommen können – auf der anderen Seite gibt es auch Szenen, in denen Shōgo und Saki im Mittelpunkt stehen. In der achten Folge wird mit Kujō Hajime zudem ein neuer Charakter eingeführt, welcher die Story um einen weiteren Aspekt ergänzt. Hajime kennt Kaori nämlich noch aus der Grundschulzeit und ist zunächst nicht gut auf sie zu sprechen; wandelt sich aber zu einem wichtigen Bestandteil der Problemlösung. So findet die Serie auch wieder zurück zu ihrer eigentlichen Intention, das Phänomen Freundschaft zu behandeln. Da die Handlung nun nicht mehr im Frühling, sondern vor allem im Sommer und im Herbst stattfindet, wird das Thema mit verschiedenen Grundtönen, die viele schöne und traurige Momente untermalen, ausgedrückt.

Überraschendes und poetisches Ende

One Week Friends (Vol. 2) (4)Das Ende des Slice-of-Life-Anime kommt im Übrigen überraschend, denn während man beim Anschauen der Folgen auf bestimmte und ebenso vorhersehbare Wendungen hofft, treten diese nicht ein. Schade ist nur, dass die Handlung nicht zu einem abschließenden Ende geführt wird. Trotzdem liefert man ein recht poetisches Ende ab, das uns auch noch Stunden später berührt. Wir hoffen, dass es nicht das letzte Mal gewesen sein wird, dass wir Yūki, Kaori, Shōgo, Saki und Hajime begegnen werden – der Abschied fällt nach nur zwölf Episoden nämlich wirklich nicht leicht, gerne würden wir mehr alltägliche Abenteuer mit der Bande erleben. Das liegt nicht zuletzt am schönen Zeichenstil der Anime-Serie, denn der Wechsel von Jahreszeiten und der Einsatz von verblassten Bildschirmrändern wirken auch in der zweiten Volume fantastisch. Der Soundtrack, der nicht selten von Klavierklängen begleitet wird, untermalt den teils recht dramatischen Alltag der Helden wunderbar. Die deutsche Synchronisation hat sich etwas im Vergleich zu den ersten Folgen gesteigert und ist nach wie vor empfehlenswert; die japanische Tonspur wirkt dennoch etwas besser. Bonusmaterial liegt auch dieses Mal in Form eines im Digipack eingeklebten Booklets mit Episodenguide und Artworks vor. Digital lassen uns sechs Tagebuch-Einträge von Kaori und Yūki tiefer in die Story eintauchen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich habe mir die ersten sechs Episoden von One Week Friends sehr gerne angeschaut und auch die zweite Serienhälfte habe ich in nur einem Rutsch regelrecht verschlungen. Das überrascht mich selbst sogar ein wenig, da die Story fast gar keinen Anspruch erhebt, irgendwie in die Tiefe zu gehen und recht einfach gestrickt bleibt. Es sind alltägliche Probleme und Situationen, wenn man mal von Kaoris Amnesie absieht, welche die Charaktere meistern müssen. Es geht um Freundschaft, Vertrauen, Probleme in der Schule und am Rande sogar ums Verliebtsein. Es sind Themen, die jeder Mensch aus seinem Leben kennt und gerade die meist fröhliche Untermalung der Situationen machen One Week Friends zu einem wirklich sehr genussvollen Anime, den man sich besonders an schlechten Tagen anschauen kann, um wieder gute Laune zu bekommen. Nach der zwölften und letzten Folge hinterlässt der Anime jedoch eine Lücke, denn in weniger als fünf Stunden hat er mir wunderbare Charaktere wie Shōgo und Saki, meiner Meinung nach die wahren Stars der Serie, nähergebracht, von denen ich in Zukunft wohl nichts mehr hören oder sehen werde. Da hilft wohl nur noch One Week Friends ein weiteres Mal anzuschauen, aber bei dieser heiteren Gestaltung des Werkes mache ich das natürlich mehr als nur gerne!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Week Friends (Vol. 2)!

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