Review: The Legend of Legacy

The Legend of Legacy (1)Viele fernöstliche Rollenspiele bestechen uns gerne mal mit einer schönen Story, epischen Bosskämpfen und atemberaubenden Anime-Sequenzen. The Legend of Legacy hat keinen dieser drei Trümpfe gezogen und bleibt weit hinter unseren anfänglichen Erwartungen zurück.

The Legend of Legacy (2)Die Rahmenhandlung von The Legend of Legacy bildet das Auftauchen der Insel Avalon im nördlichen Meer. Diese ist vor Jahrhunderten verschwunden und ihr Erscheinen sorgt dafür, dass zahlreiche Helden, Schatzsucher und Abenteurer die Waffen schärfen und Heilkräuter sammeln, um die geheimnisumwobene Insel zu erforschen. Was auf dem Papier zunächst sehr spannend klingt, fühlt sich in der Praxis sehr ermüdend an. Dabei hätte The Legend of Legacy von Beginn an die Chance, ein sehr außergewöhnliches Rollenspiel im positiven Sinne zu sein. Das Spiel beginnt nämlich damit, dass wir uns einen von sieben vorgefertigten Helden aussuchen, die alle ihre eigene Hintergrundgeschichte haben. Das heißt, dass sich die Motivation aller Charaktere, warum sie also überhaupt nach Avalon reisen, unterscheidet. Allerdings kommen diese Ambitionen im Verlauf der Story nicht wirklich zur Geltung. Die Interaktion mit anderen Truppenmitgliedern und Nichtspielercharakteren verkommt zur Nebensache. Nachdem wir uns für einen Helden entschieden haben, werden uns automatisch zwei vorbestimmte Charaktere zur Seite gestellt. Außerdem werden wir ohne große Einführung ins Geschehen geworfen und werden von nur wenigen Tutorial-Texten in die recht simplen Spielmechaniken eingewiesen. Kein guter Start für ein Rollenspiel dieser Größenkategorie.

Hobby-Kartographen

The Legend of Legacy (3)Genauso wie die Hintergrundgeschichte und die Charaktere durchweg sehr blass bleiben, können es die enthaltenen Gameplay-Mechaniken ebenfalls nicht mit Konkurrenztiteln aufnehmen. In The Legend of Legacy erkunden wir hauptsächlich die verschiedenen Schauplätze auf der Insel Avalon und kartographieren sie, indem wir einfach nur Herumlaufen und somit die Karte auf dem unteren Spielbildschirm des 3DS aufdecken. In der Stadt können wir die Karten dann verkaufen, um unser Vermögen anzuhäufen. In den zahlreichen Gebieten warten rollenspieltypisch auch viele Monster auf uns. Diese greifen uns bei Blickkontakt augenblicklich an und eröffnen die Schlacht in einem rundenbasierten Kampfbildschirm. Hier kann der Titel erstmals ansatzweise punkten, denn die Kämpfe sind vor allem zu Beginn sehr darauf bedacht, mit Taktik bestritten zu werden. Vor jeder Runde entscheiden wir uns erst einmal, in welcher Formation wir es mit den Feinden aufnehmen wollen. In der Pegasus-Formation steht ein Charakter der dreiköpfigen Gruppe beispielsweise vor seinen beiden Gefährten und kann dann wesentlich besser Angriffe abwehren. Während dieser Befehl in den meisten Rollenspielen eher nutzlos ist, fühlt er sich in The Legend of Legacy sehr essentiell an. Wer nicht auf die Lebensenergie der Charaktere achtet und geschickt Angriffe abwehrt, ist hier also verloren.

Pop-up-Märchenbuch

The Legend of Legacy (4)Dann begeht der Titel allerdings den Fehler, nicht auf ein solides Erfahrungspunkte-System zu setzen und stattdessen Attribute und Kampffähigkeiten zufällig während und nach den Kämpfen zu verbessern. Immerhin motivieren uns schöne Melodien, die Kämpfe siegreich zu beenden und auch die entspannenden Musikstücke beim Erkunden der sehr schön gestalteten Spielwelt tun ihr Übriges, damit wir zumindest akustisch vom Spiel bei Laune gehalten werden. Der Grafikstil des Spiels ist ebenfalls zu erwähnen, da er sehr außergewöhnlich ist. So poppen interessanterweise Bäume, Ruinen oder andere Objekte erst aus dem Boden auf, wenn wir in ihre Nähe gekommen sind. The Legend of Legacy wirkt im Grunde wie ein Spaziergang durch ein Märchenbuch, auch wenn die Handlung bei Weitem nicht so schön erzählt wird, wie jüngst bei Return to PopoloCrois: A Story of Seasons Fairytale. Da es sich sowohl beim PopoloCrois-Story-of-Seasons-Crossover, als auch bei The Legend of Legacy um Nischentitel handelt, müssen Fans deutscher Lokalisierungen wieder einmal in die Röhre schauen. The Legend of Legacy ist nur mit englischen Texten erschienen, die zum Teil jedoch von Sprechern vorgelesen werden. Da die Story aber ohnehin nicht so wichtig bei The Legend of Legacy ist, können auch jüngere Spieler durch Erlernen weniger Begriffe ihren Spaß haben.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: The Legend of Legacy hat wirklich nur sehr wenige positive Merkmale. Diese springen einem jedoch direkt ins Auge beziehungsweise ins Ohr. Sowohl der sehr schöne Grafikstil, als auch die dazugehörigen Melodien werde ich nicht so schnell vergessen. Auch dass die Kämpfe eine taktische Note beinhalten, in dem der Befehl zum Verteidigen der Gefährten unabdingbar wichtig ist, gefällt mir sehr gut. Schließlich ist das eine wahre Seltenheit in alten, als auch in aktuellen Rollenspielen. In diesen Punkten haben die Entwickler wirklich ein sehr schönes Spiel abgeliefert, doch die Fassade bröckelt schnell. Sowohl das zufällige Verbessern der Attribute und Kampffähigkeiten meiner Helden, als auch das Erkunden der Spielwelt fallen sehr langatmig und vor allem sehr langweilig aus. Dieses repetitive Gameplay hätte ich niemals hinter The Legend of Legacy erwartet. Dass solch ein Nischentitel wieder einmal nur auf Englisch erschienen ist, kam für mich jedoch nicht überraschend. Diesmal finde ich das auch gar nicht schlimm, da selbst jüngere Spieler durch das Erlernen weniger Begriffe voll auf ihre Kosten kommen werden. Ob sie jedoch langfristig Spaß mit dem Spiel haben werden, steht wiederum in den Sternen. Wer sich auf The Legend of Legacy einlassen will, sollte mit repetitivem Gameplay keinerlei Probleme und auch keine großen Erwartungen an die Story haben. Dann kann man mit dem Spiel seine Freude haben, aber auch wirklich nur dann!

Vielen Dank an NIS America für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Legend of Legacy!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s