Review: Photo Kano (Vol. 1)

Photo Kano (Vol. 1) (1)Sicherlich wird schon jeder einmal ein Foto geknipst haben. Fernab der Smartphone-Kamera besitzt aber wohl nur ein Bruchteil einen Fotoapparat. Die zwölfteilige und auf einer Dating-Simulation basierende Anime-Serie Photo Kano nutzt diese Thematik als Serienauftakt.

Photo Kano (Vol. 1) (2)In Photo Kano dreht sich alles um den Oberschüler Maeda Kazuya, der von seinem Vater eine alte Fotokamera geschenkt bekommt. Da er gerne fotografiert, bewaffnet er sich prompt mit seinem neuen Spielzeug und führt es von nun an tagtäglich mit sich in der Schule herum – es kann ja schließlich jeden einzelnen Moment etwas passieren und da sollte man natürlich den Finger unbedingt auf dem Auslöser haben. Nach den Sommerferien trifft Kazuya in der Schule auf seine Freundin Nīmi Haruka wieder. Beide waren in ihrer Kindheit zwar eng befreundet, doch hat Kazuya den Kontakt aus recht banalen Gründen beendet. In der Schule lernen sich die beiden erneut kennen und merken, anfangs noch recht unterschwellig, dass sie Gefühle füreinander haben. Haruka möchte, dass sie sich wieder wie früher verstehen. Als Kazuya dann auch noch Kudō Hiromichi, den Leiter des Fotografie-Klubs kennenlernt, scheint Harukas Plan in greifbare Nähe zu rücken. Sie merkt, dass Kazuya eine Leidenschaft fürs Fotografieren entwickelt hat und möchte urplötzlich von ihm in ihrem Badeanzug fotografiert werden. Es soll jedoch nicht nur bei Haruka bleiben, denn in den darauffolgenden Tagen wollen noch andere Mädchen regelrecht von Kazuya vor die Linse gezogen werden und selbst Kazuya beginnt damit, Fotos von dem einen oder anderen Mädchen zu schießen. Ganz schön gewieft!

Fotos von geringer Bedeutung

Photo Kano (Vol. 1) (3)Photo Kano bietet sich regelrecht dazu an, das Thema Fotografieren zu verwenden. Allerdings probieren die Köpfe hinter dem Projekt absolut nicht, sich ansatzweise mit der Thematik zu beschäftigen. Es werden also keinerlei Fotografie-Techniken erklärt. Stattdessen entwickelt man vor diesem Hintergrund eine seichte Romanze um Kazuya und Haruka, die in den fünf vorliegenden Episoden der ersten Volume aber noch nicht sonderlich tiefgründig behandelt wird. Stattdessen muss Kazuya versuchen, Haruka vor bösen Blicken seiner perversen Kollegen aus dem Fotografie-Klub zu schützen. In der gleichnamigen Dating-Simulation aus dem Jahr 2012 mag das vielleicht funktionieren, doch fällt Photo Kano für europäische Zuschauer zu Beginn wohl eher langatmig aus, da die Inhalte ständig in alternierenden Konstellationen wiederholt aufgegriffen und behandelt werden. Am technischen Gesamtbild können wir hingegen kaum etwas bemängeln. Die Charaktere sind kontrastreich gezeichnet und passen hervorragend zu ihrer Umgebung. Allerdings interagieren sie mit dieser kaum, sodass Animationen auf das Nötigste reduziert zu sein scheinen. Des Weiteren sollte man bei Photo Kano wissen, dass das Hauptaugenmerk sowohl inhaltlich, als auch im Bild auf den Brüsten liegt. Dazu kommen schöne Hintergründe, die einen Einblick in Schulleben und Klub-Aktivitäten geben.

Schwacher Serienauftakt

Photo Kano (Vol. 1) (4)Der eingesetzte Soundtrack passt mit seinen ruhigen und gelegentlich dramatischen Melodien zu den jeweiligen Situationen. Die Stücke können die Handlung untermalen, fallen in unseren Augen jedoch durchweg mittelmäßig aus. Dies scheint auch auf die deutsche Synchronisation zuzutreffen, da die Stimmen zwar passend ausgewählt worden sind, im Kontext aber sehr oft nicht genügend die Situationen betonen. Hier empfiehlt es sich also auf die japanische Tonspur zu wechseln, da diese vor allem mit passenden Betonungen punkten kann. Dazu werden abermals gelbe Untertitel automatisch hinzugeschaltet, die sich nicht deaktivieren lassen. Im Bonusbereich sieht es ebenfalls sehr dünn aus, denn bis auf die drei obligatorischen Trailer zu weiteren Kazé-Anime-Produkten, findet man auf dem Datenträger nichts. Ein physisches und schön aufbereitetes Booklet soll das Defizit entschuldigen. Es beinhaltet einen sehr knappen Episodenguide zu den ersten fünf Folgen mit einem kurzen Eintrag zum Highlight der jeweiligen Episode. Dazu kommt, dass einige Szenen in Fotoform abgebildet sind. Des Weiteren gibt es sowohl Charakterprofile mit Skizzen und Konzeptzeichnungen zu Kazuya, Haruka und sieben weiteren Figuren, als auch Artworks von Handlungsorten. Den Abschluss machen Texte, welche die Story zwar erweitern sollen, aber kläglich daran scheitern. Sehr, sehr schade!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich habe mich sehr auf Photo Kano gefreut. Zwar habe ich noch nie in meinem Leben eine Dating-Simulation gespielt, doch alleine mit dem Anime Die Ewigkeit, die du dir wünschst, hat man mich überzeugt, dass das Genre in Anime-Form ebenfalls funktioniert oder eher gesagt funktionieren kann. Photo Kano ist in den ersten Episoden nämlich alles andere als durchweg interessant. Es gibt nur wenige Szenen, die wirklich nennenswert sind und die wiederholen sich im besten Fall mit ähnlichen, aber meist identischen Stilmitteln. Sie beziehen sich dann eben nur auf eines der anderen Mädchen, die von Kazuyas Fotografie-Künsten begeistert sind. Man hätte aus Photo Kano so viel mehr machen können, doch bleibt der Serienauftakt für mich einfach nur durchschnittlich. Ich hoffe sehr, dass sich der Reiz der Handlung in der nächsten Volume entfalten kann. Wer sich aller Unkenrufe zum Trotz jetzt dennoch für Photo Kano interessiert, sollte sich zweimal überlegen, ob er jetzt schon zugreifen sollte. Einen anderen Grund als Fan der PlayStation-Portable-Vorlage zu sein, gibt es nämlich nicht!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Photo Kano (Vol. 1)!

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