Review: Beyond the Boundary (Vol. 1)

Beyond the Boundary (Vol. 1) (1)Jeder Mensch trifft in seinem Leben in der Regel mindestens einmal eine Entscheidung, die sein ganzes Leben verändern wird. Dem Protagonisten von Beyond the Boundary ergeht es gleich zu Beginn der ersten Folge so und muss die Entscheidung fast mit dem Leben bezahlen.

Beyond the Boundary (Vol. 1) (2)Die zwölfteilige Anime-Serie Beyond the Boundary beziehungsweise Kyōkai no Kanata, wie die Reihe im japanischen Original heißt, dreht sich um den nach außen hin ganz normalen Oberschüler Kanbara Akihito. Er nimmt am Unterricht teil, hegt seine Freundschaften und hat insgeheim einen Fetisch für Mädchen, die Brillen tragen – soweit nichts Außergewöhnliches. Allerdings hütet Akihito ein dunkles Geheimnis – er ist nur zur Hälfte Mensch. Seine andere Hälfte ist ein so genannter Yōmu, ein mystisches und gefährliches Wesen. Außerdem besitzt er die unglaubliche Fertigkeit, dass ihn so gut wie nichts töten kann. Als Akihito eines Tages über den Schulhof spaziert und auf dem Dach eines Gebäudes ein Mädchen entdeckt, das im Inbegriff ist mit einem Sprung ihr Leben zu beenden, hechtet er ohne mit der Wimper zu zucken zu ihr. Anstatt sie mit klugen Worten davon zu überzeugen, dass ihr Leben wertvoll ist, erklärt er ihr einfach, dass er Frauen mit Brillen attraktiv findet. In gewissem Maße funktioniert diese Taktik sogar, denn sie springt nicht in die Tiefe, sondern zurück über den Zaun und durchbohrt Akihitos Torso mit einem aus purem Blut geformten Schwert. In diesem Moment staunen beide über ihre Fähigkeiten und wir wohl über die interessanteste Eröffnungssequenz von Beyond the Boundary – spannender haben wir das bei einer Anime-Serie selten erlebt.

Heikle Angelegenheiten

Beyond the Boundary (Vol. 1) (3)Bei dem Mädchen handelt es sich um Kuriyama Mirai, eine Geisterkriegerin. Obwohl sie von ihrem Klan ausgebildet wurde, gegen Yōmu zu kämpfen, darf sie ihre Fähigkeiten nicht einsetzen. Der Grund dafür ist denkbar simpel. Während andere Geisterkrieger auf normale Waffen zurückgreifen, verwendet ihr Klan das eigene Blut gegen die Kreaturen der Finsternis und wird deshalb von anderen Klans verpönt. Deshalb geht sie den Yōmu ständig aus dem Weg und hat bis heute noch gegen keinen einzigen Yōmu gekämpft. Da ihr Geld knapp wird, sie die Miete und vor allem ihr Essen kaum mehr bezahlen kann, muss sie jedoch umdenken und wird von Akihito dazu ermutigt, sich gegen die Yōmu zu stellen und sie zu bekämpfen. Die hinterlassenen Yōmu-Steine kann Mirai dann wie in einem Rollenspiel gegen Yen eintauschen. Was simpel klingt, entwickelt sich bereits in den ersten Episoden zu einer heiklen Angelegenheit. Manche Yōmu sind widerspenstiger als erwartet und die Freundschaft zu Akihito wird ebenfalls auf eine harte Probe gestellt. An dieser Stelle wollen wir aber nicht zu viel verraten und euch ans Herz legen, der düsteren und mit passenden Melodien untermalten Serie eine Chance zu geben. Dabei ist vor allem die japanische Tonspur zu empfehlen; die deutsche Synchronisation kommt durch ein paar unpassende Sprecher kaum ans Original heran.

Knappes Bonusmaterial

Beyond the Boundary (Vol. 1) (4)Das Bonusmaterial von Beyond the Boundary fällt in der ersten Volume recht dünn aus. Auf dem Datenträger schlummert neben drei Trailern zu anderen Kazé-Anime-Produkten eine Bonus-Episode, in der Hauptfigur Akihito wegen seines Verhaltens vor Gericht steht und natürlich humorvoll ausgeschmückt ist. Das hat mit der eigentlichen Serie nichts zu tun und soll die düstere Stimmung nach etwa einhundert Minuten Laufzeit wohl eher etwas aufheitern. Stattdessen verlässt sich das Bonusmaterial auf das physische Booklet, welches in der Hülle der Blu-ray eingeklemmt wurde. Die ersten Seiten des beiliegenden Booklets sind aufgebaut wie ein Freundschaftsbuch. Hier bekommen wir ein genaueres Bild von den Charakteren Akihito und Mirai. Auf den folgenden Seiten finden wir einen Episodenguide, der uns durch die ersten vier Folgen des Animes führt. Außerdem bekommen wir durch Skizzen und Anmerkungen von Ishidate Taichi Einblicke in den Aufbau der Storyboards von Opening und Ending. Zu guter Letzt warten noch ein paar Konzeptzeichnungen darauf, von uns bewundert zu werden. Sowohl die Bonus-Episode, als auch das Booklet geben nur bedingt einen tieferen Einblick in Story und Charaktere. Hier hätten wir zwar durchaus mehr erwartet, doch trotzdem dürfen Fans von Blue Exorcist, Supernatural und Co gerne mal einen Blick riskieren!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Beyond the Boundary beginnt in meinen Augen mit einer sehr starken Eröffnungssequenz. Sie ist überraschend, kreativ und stellt mir direkt einmal viele Fragen, auf die ich – natürlich möglichst schnell – eine Antwort erhalten möchte. Besser kann es eine Anime-Serie nicht machen! Dazu sollte man jedoch sagen, dass diese Fragen zumindest in den ersten vier Episoden sehr langsam und vor allem dezent beantwortet werden. Im Halbschlaf sollte man sich Beyond the Boundary deswegen also auf keinen Fall anschauen, da man schnell ein paar wichtige Informationen überhören kann. Wer hingegen fit an die Serie herangeht, bekommt ein recht interessantes und klischeegeladenes Setting, eine spannende und wendungsreiche Geschichte und eine handvoll facettenreicher Charaktere vor die Nase gesetzt. Diese Mischung funktioniert in den ersten vier Folgen wirklich gut und an keiner Stelle wurde mir langweilig. Da die vierte und letzte Episode der ersten Ausgabe von insgesamt vier Volumes mit einem interessanten Cliffhanger endet, ist auch meine Lust geweckt, die Serie weiterzuverfolgen. Sie wird sich zwar sicherlich nicht zu meiner absoluten Lieblingsserie entwickeln, aber wer Kost im Stile von Blue Exorcist, Supernatural und Co braucht, wird hier definitiv fündig werden!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Beyond the Boundary (Vol. 1)!

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