Review: Pac-Man 256

Pac-Man 256 (1)Als der japanische Videospielentwickler Iwatani Tōru 1977 bei Namco anfing, ahnte niemand, welch wichtigen Videospielcharakter er nur ein paar Jahre später erschuf. 2015 erschien mit Pac-Man 256 ein weiterer Serienteil, der sich ganz besonders mit dem Erstlingswerk definiert.

Pac-Man 256 (2)Die ursprüngliche Pac-Man-Spielversion aus dem Jahre 1980 war mit 256 Levels für damalige und teils auch noch für heutige Verhältnisse sehr umfangreich. Allerdings konnte man den letzten Level aufgrund der technischen Gegebenheiten niemals lösen, da er nicht vollständig dargestellt werden konnte. Die fragmentierte Darstellung des Levels nehmen die Entwickler von Hipster Whale und 3 Sprockets als Aufhänger für Pac-Man 256. Denn anstatt wie im Erstlingswerk ein Level nach dem anderen so zu lösen, dass Held Pac-Man alle Pac-Punkte einsammelt und den feindlichen Geistern stets entwischt, gibt es in Pac-Man 256 nur noch ein einziges Level. Hier ist es nicht mehr unsere Aufgabe, sämtliche Pac-Punkte einzusammeln, sondern so lange wie möglich zu überleben. Von allen Seiten tauchen die Spukgestalten auf, welche Pac-Man bei seiner Arbeit behindern wollen. Diese rasen aber nicht wie wild auf den Held des Spiels zu, sondern verhalten sich unterschiedlich; genauer gesagt ihrer Farbe entsprechend. Wie im Erstlingswerk haben Pac-Mans Gegner unterschiedliche Farben, woran wir ihr Verhalten vorausahnen können. In brenzligen Situationen ist dies auch bitter nötig! Wir dürfen nicht nur den Gang des Labyrinths vor uns betrachten, sondern müssen auch die anderen Schächte im Auge behalten, damit wir vorausschauend agieren und fliehen können.

Stilistisch-fragmentierter Motivationsschub

Pac-Man 256 (3)Während es in Pac-Man von 1980 nur die Power-Pille gibt, mit der Pac-Man temporär seinen Feinden überlegen ist und sie fressen kann, stehen uns nun deutlich mehr Möglichkeiten zur Verfügung, die Gegner unschädlich zu machen. Laser-Strahlen, Wirbelstürme und Flammen, die aus dem Boden schießen, sind nur drei der vielfältigen Angriffsmöglichkeiten. Um diese im Spiel benutzen zu können, müssen wir sie jedoch freischalten, indem wir massenhaft Pac-Punkte einsammeln. Zusätzlich dürfen wir sie dann mit verdienten Goldmünzen, die wir entweder vom Boden aufklauben oder für bestimmte Herausforderungen verdienen, bis zu acht Mal verbessern. Dadurch erhalten wir für das Besiegen von Geistern mehr Punkte und die jeweilige Fähigkeit hält länger an. Wir dürfen uns im Spiel allerdings nicht ausruhen, da das stilistisch-fragmentierte Bildschirmende ebenfalls nach unserem Leben trachtet, wenn wir zu lange an einem Ort verharren. Das Zusammenspiel aus Zeitdruck, motivierenden Belohungen und dem Drang, Power-ups ständig zu verbessern, geht auf. Noch spaßiger ist Pac-Man 256 jedoch im Mehrspielermodus, in welchem wir (leider nur lokal) vor einem Bildschirm zusammen mit bis zu drei Freunden auf Punktejagd gehen. Zur Unterscheidung stehen diverse Figurenmodelle zur Verfügung und das Level-Aussehen dürfen wir auch einzeln verändern.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Ich muss zugeben, dass ich die meiste Zeit meines Pac-Man-Lebenslaufs mit den Spin-offs Pac-in-Time und Pac-Attack ausfülle. Das ursprüngliche Pac-Man habe ich selbst tatsächlich erst durch die Virtual-Console-Fassung für die Wii nachgeholt. Der Klassiker ist ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Arcade-Spielhalle, doch einen besonderen Einfluss auf andere Spiele hatte Pac-Man kaum. Umso erfreulicher ist es, dass das Pac-Man-Franchise viele Einflüsse von anderen Spielen erhalten hat und sich jetzt sogar selbst auf ironische Art und Weise am Erstlingswerk inspirieren lässt. Pac-Man 256 ist nicht nur ein Spiel für Nostalgiker, sondern auch ein Titel, der sich an jene Menschen richtet, die noch nie einen Teil der langjährigen Reihe gespielt hat. Durch zeitgemäße Gameplay-Elemente, wie das Aufstufen von Fähigkeiten und dem ständigen Motivationsschub durch das stilistisch-fragmentierte Bildschirmende, welches zu neuen Höchstleistungen anspornt, ist Pac-Man 256 ein Paradebeispiel dafür, wie man angeblich verstaubte Spielideen mit neuer Lebenskraft wieder beseelen kann. Ich bin schon sehr gespannt darauf, welche kuriosen Ideen das Pac-Man-Franchise in den nächsten Jahren noch durchleben wird.

Vielen Dank an Bandai Namco für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Pac-Man 256!

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