Review: Psycho-Pass: The Movie

psycho-pass-the-movie-1Psycho-Pass 2, sprich die zweite Staffel der Anime-Serie, lief in Japan bereits 2014 über die Fernsehbildschirme. Ein Jahr später schaffte es der Film in die japanischen Kinos. Hierzulande landet auch dieser Anime-Film leider (und sehr unverdient) direkt auf Blu-ray und DVD.

psycho-pass-the-movie-2Dass diese Veröffentlichung dem wesentlich geringeren Interesse an Produktionen aus Japan geschuldet ist, dürfte in diesem Zusammenhang, so schade er auch ist, natürlich jedem Leser dieses Reviews bekannt sein. Trotzdem steht die Vermarktungsstrategie dem Inhalt des Films in keiner Weise im Wege. Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2116 und das Sibyl System ist nach wie vor im fiktiven Japan der Zukunft im Einsatz. Inspektorin Tsunemori Akane gelingt es bei ihrem aktuellen Einsatz einen Terroranschlag zu verhindern. Allerdings bemerkt sie dabei, dass die Übeltäter allesamt illegale Einwanderer und vermutlich aus Südostasien nach Japan gekommen sind. Für die Mitarbeiter des Amts für Öffentliche Sicherheit ist es nicht ganz nachvollziehbar, wie die Terroristen das Sibyl System ohne Hilfe überlisten konnten. In einem Gespräch mit ihrer Vorgesetzten Kasei Jōshū erhält Tsunemori Einblicke in die Welt der Politik, denn eine Rohfassung des Sibyl Systems wurde auch nach Südostasien verkauft. Im Superstaat der südostasiatischen Union herrscht jedoch seit längerer Zeit ein Bürgerkrieg, in dem auch Tsunemoris frührer Mitarbeiter Kōgami Shin’ya involviert ist. Sie beschließt, in das Krisengebiet zu reisen und Kōgami, der womöglich für den glücklicherweise vereitelten Terroranschlag verantwortlich gemacht wird, zu verhaften und nach Japan zu überführen.

Zwei Seiten der Medaille

psycho-pass-the-movie-3Es entwickelt sich eine zunächst undurchsichtige Story, in der Tsunemori zwischen die Fronten gerät. Sie muss sich entscheiden, ob sie sich Kōgamis Verbündeten anschließt oder ob sie die Regierung unterstützt, das umstrittene Sibyl System einzusetzen. Die Anime-Serie, die mit ihren 33 Episoden bisher auf zwei Staffeln kam, funktioniert auch als abendfüllender Film sehr gut. Daran hatten wir im Vorfeld auch keine Zweifel, da schon die verkürzte zweite Season keinerlei Probleme hatte, eine große Handlung komprimiert einzufangen. 113 Minuten lang kann uns Psycho-Pass: The Movie sehr gut unterhalten und uns stets bei Laune halten. Ständig fiebern wir mit Tsunemori und Kōgami bis zum Finale, das wie in beiden Staffeln mit einer überraschenden Wendung und einer zufriedenstellenden Lösung aufwarten kann, mit. Die hier getroffene Entwicklung bietet wieder einmal die Möglichkeit, das Psycho-Pass-Universum künftig mit weiteren Inhalten zu füllen. Ihr seht also, dass nicht nur die Serie, sondern auch der Film einen bleibenden Eindruck bei uns hinterlassen hat. Wir möchten eine weitere Staffel und gerne auch einen weiteren Film sehen. Bis wir diesen möglicherweise aber zu Gesicht bekommen, werden noch einige Jahre ins Land ziehen. Solange geben wir uns aber auch mit Psycho-Pass: The Movie zufrieden, an dem es inhaltlich nichts auszusetzen gibt.

Belustigende Aussprachefehler

psycho-pass-the-movie-4Technisch lehnt sich der Film sehr stark an die Anime-Serie an. Die Charaktere sind erwachsen gezeichnet und passen hervorragend in den Zeichenstil. Dieser orientiert sich bei Schauplätzen an realen Vorbildern, um sie leicht überzeichnet im wundervollen Bild mit der Auflösung von 1080p und im 16:9-Format zu präsentieren. In keinem Anime zuvor haben wir unter anderem die Tempelanlage Ângkôr Vôtt ähnlich gut inszeniert gesehen. Zur Inszenierung trägt natürlich auch die musikalische Untermalung bei. Diese ist Komponisten Kanno Yūgo abermals gelungen, da der Soundtrack die meist düsteren Szenen mit entsprechenden Klängen geradezu paralysierend einfängt. Sowohl bei der japanischen, als auch bei der deutschen Synchronisation, hat man sich abermals auf die bisherigen Sprecher verlassen, sodass die bekannten Stimmen positiv auffallen. Einzig und allein jene Dialoge des Animes, die handlungsbedingt in Englisch vorgetragen werden, können uns bei beiden Synchronisationen gelegentlich zum Schmunzeln bringen. Bei der deutschen Synchronisation fallen leichte Aussprachefehler auf und bei der japanischen Vertonung kommt es gelegentlich ebenfalls dazu, wenn japanische Namen ausgesprochen werden. Dieser Wermutstropfen ist allerdings alles andere als hinderlich, wenn es darum geht, den Anime mit seiner packenden Handlung zu verfolgen.

Diskussionswürdige Versionsunterschiede

psycho-pass-the-movie-5Einen leichten Dämpfer erhält die Veröffentlichung nur durch das fehlende Bonusmaterial in der Standard-Version. Sowohl bei der Blu-ray-, als auch bei der DVD-Fassung befindet sich kein digitales Material auf der Disc. Dies wird auch bei der limitierten Ausgabe nicht anders sein, die den Film gleich in beiden Versionen, sprich einmal auf Blu-ray Disc und einmal auf DVD, beinhaltet. Allerdings liegen hier Postkarten und ein Booklet bei. Ob die Postkarten einen Mehrwert bieten, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Über das inhaltliche Gewicht des Booklets können wir ebenfalls keine Worte verlieren, da es uns für unseren Test aufgrund der einfachen Blu-ray-Fassung nicht zur Verfügung stand. Trotzdem finden wir diese Entscheidung, in den normalen Versionen auf das physische Material zu verzichten, sehr schade. Zudem werden wohl nur die wenigsten Käufer denselben Film gleich zweimal und noch dazu einmal in einer geringfügigeren Auflösung im Regal stehen haben möchten. Hier sollte sich Publisher Kazé Anime für die Zukunft eine andere Lösung einfallen lassen. Wem das Booklet jedoch gänzlich egal ist, bereits die beiden tollen Staffeln von Psycho-Pass kennt und sich für dystopische (Cyber-)Kriminalität interessiert, kommt um den Kauf von Psycho-Pass: The Movie definitiv nicht herum. Inhaltlich ist der Film bedenkenlos zu empfehlen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Psycho-Pass gehört für mich zu den besten Franchises der jüngeren Anime-Geschichte. Seit der ersten Episode verfolge ich die Serie mit Spannung und habe mich entsprechend auch sehr über den Film auf meinem Schreibtisch gefreut. Meine Erwartungen waren nach zwei grandiosen Staffeln wirklich sehr hoch und 113 Minuten später habe ich gemerkt, dass diese in allen Belangen erfüllt worden sind. Sowohl die Serie, als auch der vorliegende Film, haben es wunderbar geschafft, jeweils eine ganz besondere Geschichte zu erzählen. Der Film traut sich sogar, Japan als Handlungsort zu verlassen und das Sibyl System in einem anderen Land mit zerstörter Infrastruktur zum Einsatz kommen zu lassen. Nur so war es im Film möglich, die Handlung dermaßen spannend zu gestalten, ohne die Grundthematik des Franchises zu vernachlässigen. Ansonsten bleibt auch bei Psycho-Pass: The Movie alles beim Alten, denn die Atmosphäre ist nach wie vor düster und dystopisch. Sie macht nachdenklich, stößt moralische und ethische Themen an und bietet am Ende sogar genug Spielraum, um Psycho-Pass mit weiteren Staffeln oder Filmen fortzuführen. Ich kann mir beide Medien sehr gut dazu vorstellen und hoffe, dass es in Psycho-Pass: The Movie nicht das letzte Mal gewesen sein wird, dass ich Inspektorin Tsunemori Akane bei der Arbeit begleitet habe. Jedem Fan der Serie möchte ich den Film sehr ans Herz legen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Psycho-Pass: The Movie!

Ein Kommentar zu “Review: Psycho-Pass: The Movie

  1. Was hier bei der deutschen Fassung nervt ist der dämliche FSK Aufkleber auf der Packung. In Frankreich gibt es so was auch nicht und zudem ist der Anime dort auch nicht ab 16 Jahre sondern ohne Altersbeschränkung freigegeben. Ein 11 Jähriger könnte sich den Film auch ohne Probleme ansehen!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s