Review: Another (Vol. 1)

another-vol-1-1Wie viele Romane in Japan erschien das Werk aus der Feder von Uchida Naoyuki zunächst in Kapitelform in einer Zeitung, in diesem Falle zwischen 2006 und 2009 in der Yasei Jidai. Nur ein Jahr später erschien eine Manga-Reihe, die kurz darauf auch als Anime adaptiert wurde.

another-vol-1-2Die Anime-Serie Another erzählt die Geschichte des jungen Mittelschülers Sakakibara Kōichi, der das dritte und letzte Jahr der Mittelschule im Jahr 1998 nicht in seiner Heimat Tōkyō, sondern auf dem Land in der Kleinstadt Yomiyama verbringt. Während sein Vater in Indien ein Forschungsvorhaben verfolgt, lebt er bei seinen Großeltern und seiner Tante. Die Handlung der dreizehnteiligen Serie quasi beginnt mit Kōichis Entlassung aus dem Krankenhaus, in dem er sich erholen musste, da seine Lunge kollabiert ist. Während des Aufenthalts lernt er auch die kleine Misaki Mei kennen, die im Untergeschoss des Krankenhauses eine dubiose Besorgung machen muss, über die wir weiter nichts erfahren. Nachdem Kōichi sich wenige Tage später mit seinen neuen Mitschülern angefreundet hat, trifft er in seiner Schulklasse Mei wieder. Allerdings scheint sie niemand außer ihm zu sehen. Wie hätte es auch anders sein können, hat Mei bereits 1972 das Zeitliche gesegnet. Kurz darauf erfährt Kōichi außerdem, dass die Klasse 3-3, die er besucht, seit genau 26 Jahren verflucht ist. Seit dieser Zeit steht beispielsweise Meis alter Tisch in der letzten Reihe, wo sie fast Tag für Tag immer noch Platz nimmt. Da man Kōichi jedoch nicht so viel über Mei erzählt, wie er eigentlich wissen müsste, geschehen bald merkwürdige und schlimme Dinge, die einige Personen mit dem Tod bezahlen.

Flüche und Unglücke

another-vol-1-3Wie man diesen Fluch brechen kann, erfahren wir im Serienauftakt noch nicht. Durch Handlungsorte wie einen kuriosen Puppenladen bleibt es also durchgehend spannend. Wer sich aber fernab des Anschauens mit Another beschäftigen möchte, wird vom Bonusmaterial sicherlich enttäuscht sein. Neben den obligatorischen Trailern zu weiteren Kazé-Anime-Titeln liegt kein digitales Material auf der Blu-ray Disc vor. Ein Booklet gibt es laut Herstellerangaben ebenfalls nicht, doch liegt der limitierten Erstauflage von Another ein Schuber bei, in dem alle vier Volumes ihren Platz finden können. Für unseren Test lag der Schuber zwar nicht vor, doch gehen wir stark davon aus, dass dieser ähnlich stabil wie die vergleichbaren Schuber aus dem Hause Kazé Anime sind, von denen wir bisher eigentlich nie enttäuscht worden sind. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte den Weg in die Tonträgerabteilung nicht scheuen und sich selbst ein Bild davon machen. Auf der technischen Ebene brilliert die Anime-Serie Another mit sehr schönen Hintergründen und kontraststarken Charakteren, die im Vordergrund aber spärlich animiert sind. Das macht aber nichts, da der Anime in der Auflösung von 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format es sowieso darauf abzielt, uns mit möglichst langsamen oder gar starren Bildern, vor allem bei den dargestellten Unglücken, schocken will.

Düsterer Gruselspaß

another-vol-1-4Die Farbgestaltung in der Anime-Serie Another ist zudem sehr trüb und weitgehend auch trist gehalten, sodass die Bilder oftmals eine recht deprimierende Wirkung auf uns haben. Das ist in erster Linie aber gar nicht so schlimm, da Another auf diesem Weg gerne mit unserer Psyche spielt und sich dadurch verstärkt an japanischen Horror-Filmen und Anime des Gruselgenres orientiert. Dunkle Wolken und Regen verdeutlichen den Effekt, dass wir in Another auf alles gefasst sein dürfen, sodass wir intensiv mit den Helden der Serie vor dem Fernseher mitfiebern müssen. Selten gelingt einem Anime eine so dichte Atmosphäre! Allerdings überträgt sich diese fast schon elegische Stimmung sehr auf die Dialoge, die sowohl von den deutschen, als auch von den japanischen Synchronsprechern meist gewollt monoton vorgetragen werden. Gelegentlich verkommen solche Dialoge sogar zu Monologen, sodass die Figuren ihre Umgebung ignorieren und vor allem ihren Gesprächspartner unbewusst gar nicht immer wahrnehmen. Diese ruhige Erzählweise passt mit der düsteren Musik, die im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 erklingt, zwar hervorragend zum Gesamtkonzept des Animes, doch wer schnellere Zeilen in derlei Werken bevorzugt, wird mit Another wohl kaum glücklich werden. Wem das aber nichts ausmacht, wird vier Episoden lang hervorragend zum Gruseln animiert.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Another ist für mich bisher ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite mag ich die Kulisse, die mich an Anime-Serien wie Dusk Maiden of Amnesia und Blood-C: Die Serie erinnert, wirklich sehr. Die fiktive Kleinstadt Yomiyama bietet mit dem tristen Bild die typische Atmosphäre, in der mysteriöse und auch gefährliche Dinge einfach geschehen müssen. So werde ich durchgehend zum Gruseln und Mitfiebern animiert. Auf der anderen Seite sind mir die Dialoge aber manchmal etwas zu trocken. Dass das gewollt ist, merkt man zum Beispiel in Szenen, in denen die Dialoge fast schon zu Monologen verkommen und die Umgebung des Sprechenden fast gänzlich ignoriert wird. Ich weiß noch nicht so recht, ob ich mich daran über die nächsten drei Volumes gewöhnen kann. Im Großen und Ganzen habe ich mich bei Another dennoch sehr amüsiert, da diese Anime-Serie bereits zwei Figuren den Tod gekostet hat – hier kann es wohl oder übel jeden treffen. Ich werde die Serie weiterverfolgen und bin schon jetzt gespannt auf die nächsten Episoden!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Another (Vol. 1)!

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